Vorteile und Nachteile des Headless CMS: Eine Übersicht

Innovation ist überall. Fast jede Branche steht durch die digitale Transformation vor großen Herausforderungen und Chancen zugleich. Unternehmen haben oft Probleme, sich auf die permanenten Anpassungen einzustellen. Kaum hat man ein neues CMS eingeführt, die Mitarbeiter geschult und die Prozesse angepasst, treten im Markt neue Themen in den Mittelpunkt. Headless CMS können hier unter Umständen Abhilfe schaffen.

Auf Kundenseite steigen die Erwartungen an die User Experience – Kunden wollen auf Content zugreifen können wann, wo und wie sie es wollen. Daher ist es entscheidend, dass Unternehmen ihre digitalen Kanäle effektiv und kundenfreundlich gestalten. Der Kunde entscheidet wie er mit einem Unternehmen in Verbindung tritt. Er will die digitalen Angebote immer und überall zur Verfügung haben. Die Kundenerfahrung muss dabei auf allen Kanälen eine durchgehend hohe Qualität haben. Auf der Technologie-Seite fällt es schwer, mit dem stetigen Wandel Schritt zu halten. Immer mehr Endgeräte mit unterschiedlichen Bildschirmgrößen entstehen, dazu ständig neue Plattformen und digitale Kanäle.

Unterschiede zwischen traditionellen und Headless CMS

Seit Jahrzehnten werden Website-Inhalte über klassische CMS verwaltet. Als die Welt noch aus Web und Email bestand, war die erste Generation von Web CMS auch noch völlig ausreichend. Unternehmen konnten mit dem CMS individuelle Designs aufsetzen, einen WYSIWYG- Editor nutzen, oder Workflows und Freigabeprozesse regeln.

Diese klassischen Architekturen stoßen aber besonders in einer Multikanal-Umgebung schnell an ihre Grenzen. Warum ist das so? Wo liegen denn genau die Unterschiede zwischen Legacy CMS und Headless CMS?

Traditionelles CMS

All-in-one: Es besteht aus einem monolithischen Kern, der Individual-Code macht es zudem schwer, andere Applikationen zu integrieren.

Einzelne Server:
Sie wurden entwickelt, um auf einem Server zu laufen, nicht in einer skalierbaren Cloud.

Auf Seiten ausgerichtet:
Die Inhalte sind nicht dafür gedacht, außerhalb einer Seite genutzt zu werden.

Headless CMS

Microservices: Der „API first” Ansatz ermöglicht leichte Integrationen zu Drittanbietern.

Cloud Service: Skalierbare, entkoppelte Auslieferung von Inhalten.

Modular aufgebaut: Sie wurden entwickelt, um Inhalte wiederverwendbar zu machen, Inhalte sind unabhängig vom Kanal nutzbar.

Vor- und Nachteile von Headless CMS

Unabhängig davon, dass es bestimmte Use Cases gibt, in denen sich ein Headless CMS weniger eignet, gibt es durchaus auch Nachteile bei der Nutzung von Headless CMS, die man bei der Auswahl der richtigen Lösung beachten sollte. Letztlich müssen Unternehmen ihre Situation differenziert betrachten und genau überlegen, welche Lösung für die individuellen Anforderungen am besten passt.

Vorteile

+ Native Apps: Durch spezielle API’s können sich Entwickler auf die Entwicklung von intuitiven Apps fokussieren und müssen sich nicht weiter mit der Darstellung von Inhalten beschäftigen.

+ Wiederverwendbarkeit: Nutzer eines Headless CMS können einmal eingegebene Inhalte sehr leicht wiederverwenden. Das spart Zeit und fördert die effektive Erstellung von Inhalten.

+ Stabilität: Die Trennung zwischen Backend und Frontend sorgt in der Regel für mehr Stabilität, denn bei einer Wartung oder bei unerwarteten Problemen des Backends bleibt das Frontend stets verfügbar.

+ Zukunftssicher: Das Design einer Website kann jederzeit angepasst werden, ohne dass bei jeder Änderung das CMS wieder neu angepasst werden muss.

+ Multikanal-Skills: Da Inhalte via API ausgeliefert werden, können sie auf allen verfügbaren Geräten optimiert dargestellt werden.

+ Erhöhte Systemsicherheit: Da das Publishing von der Datenbank getrennt ist, ist beispielsweise das Risiko von DDOS-Attacken geringer.

+ Verkürzte Markteinführungszeit: Redakteure müssen sich nicht mehr damit beschäftigen, auf welche Art und Weise erstellte Inhalte auf den verschiedenen Geräten dargestellt werden. Ein Headless CMS verteilt inhaltliche Änderungen automatisch an alle eingerichteten digitalen Kanäle.

+ Gestalterische Flexibilität: Headless CMS sind bezüglich der individuellen Gestaltung des Frontends flexibler. Entwickler können hier Frontend-Frameworks nutzen und Inhalte dann via API-Schnittstelle einbinden.

+ Geschwindigkeit: Eine Anwendung, die sich nur auf die Auslieferung von Inhalten fokussiert, weist normalerweise eine höhere Reaktionszeit auf. Durch die Trennung von Inhalten und Auslieferung können die Systeme optimal performen.

Nachteile

Fehlendes Frontend: Headless CMS haben keine Funktionen zur Gestaltung von Layout und Inhalten. Entweder entwickeln Unternehmen ein eigenes Frontend, oder sie arbeiten mit einem Aufsatz als Ergänzung zum Headless CMS.

Hohe Anforderungen an die API-Konfiguration: Die komplexe Konfiguration der API’s für Zugriffsrechte beispielsweise, könnte unter Umständen zu Sicherheitsproblemen führen.

Probleme bei der Personalisierung: Ein weiterer Nachteil kann die Personalisierung von Inhalten darstellen. Es besteht die Gefahr, dass der installierte „Head” das Backend mit ungeeigneten Informationen über die User versorgt. So kann es zu Schwierigkeiten bei der Ausspielung personalisierter Inhalte kommen.

Herausforderungen durch mehrere Softwaresysteme: Da bei einem Headless CMS in der Regel mehrere Systeme betrieben werden müssen, um Inhalte erfolgreich zu veröffentlichen, müssen die individuellen Software-Anforderungen der jeweiligen Systeme beachtet werden.

Begrenzte API Fähigkeiten: Das Leistungsspektrum der API’s kann in bestimmten Anwendungsfällen bei einem Headless CMS begrenzt sein.

Fazit

Die Website, der eigene Onlineshop, das Unternehmensportal, eine Service-Plattform oder mobile Apps müssen in gleichbleibender Qualität die Erwartungen der Kunden erfüllen.
Hier kommt der Rolle der IT und insbesondere der CMS-Umgebung eine Schlüsselrolle zu. Denn auch die Vielzahl an unterschiedlichen mobilen Endgeräten, die auf verschiedenen Plattformen und Betriebssystemen operieren, wächst. Aber egal über welchen Kanal die Anforderung an den Content bleibt dieselbe. Er muss überall einwandfrei funktionieren, schnell laden, perfekt angezeigt werden und zudem bestenfalls noch personalisiert sein – egal welches CMS im Hintergrund operiert.

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Die Contentpepper® Suite ist ein CMS „Tuning Kit“, welches das Maximum aus Content Management Systemen herausholt. Unternehmen können ihre bestehenden Lösungen wie bei einem Adapter einfach an Contentpepper® anschließen. Im Kern steht die einfache und dynamische Content-Erstellung so wie die Content-Vermarktung auf den digitalen Kanälen wie Smartphone, Tablet, SmartTV oder Smartwatch (Multikanal).

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