Das Google-Jahr im Rückblick – die wichtigsten Änderungen der vergangenen Monate

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Veränderung ist bei Google eine feste Konstante. Deshalb gab es auch im zurückliegenden Jahr viele Neuerungen, die bewährte Onlinemarketing-Strategien in Frage gestellt haben. Vor allem den Experten für Suchmaschinenoptimierung (SEO) hat Google einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Im Kern lassen sich die meisten Änderungen auf den kompromißlosen Ansatz „mobile first“ zurückführen.

Die Einführung von AMP

Schon 2015 überstieg die Zahl der mobilen Suchanfragen die der Anfragen von Desktop-PCs. Das Problem bei mobilen Suchanfragen ist die in der Regel geringe Bandbreite, die zum Laden der Inhalte bereitsteht. Googles Antwort auf diesen Nachteil startete Anfang 2016 mit AMP (Accelerated Mobile Pages). Das quelloffene und plattformübergreifende System hat zum Ziel, die Ladezeiten von Websites zu verkürzen und damit der hohen Bounce-Rate (Abbruchrate) entgegenzuwirken, die zu langsam ladende Inhalte zwangsläufig zur Folge haben. Kernelemente des Open-Source-Systems AMP sind ein reduzierter HTML-Quellcode, ein weltweit verteilter Cache für AMP-Websites und eine schnelle JavaScript-Variante.

Je höher der Anteil an mobil getätigten Suchanfragen auf Ihrer Website ist, desto eher sollten Sie über eine Integration von AMP nachdenken. Viele Content-Management-Systeme bieten Lösungen, die es verhältnismäßig einfach machen, AMP zu implementieren. Über die Möglichkeiten bei statischen Websites informiert das AMP Codelab (https://codelabs.developers.google.com/codelabs/accelerated-mobile-pages-foundations/#0). Als nächsten Schritt empfiehlt sich ein Blick in die Google Search Console. Dort ist sichtbar, welche AMP-Seiten der Index aufgenommen hat und welche er aufgrund von Fehlern unberücksichtigt lässt. Details dazu bietet Google selbst. (https://webmasters.googleblog.com/2016/09/how-can-google-search-console-help-you.html)

Mobile Index wird zum primären Index

Auch bei seinem Index hat Google mobile Suchanfragen in den Vordergrund gestellt. Auf der Pubcon-Messe in Las Vegas verkündete Gary Illyes, dass die Suchmaschine nun mobile Websites bevorzugt indiziert und erst dann auf die Desktop-Version schaut.
Wer eine Website im Responsive Design betreibt, muss nicht mit Nachteilen rechnen, weil beide Seiten in der Regel den gleichen Content zur Verfügung stellen. Anders sieht es bei rein mobilen Websites aus. Hier sind Anpassungen notwendig, wenn in der mobilen Version nur abgespeckte Inhalte dargestellt werden. Unternehmen, die über keine für Smartphones optimierte Website verfügen, sei geraten unverzüglich zum Telefon zu greifen und ihren Webdesigner mit der Anpassung zu beauftragen.

Weggefallene Sidebar: weniger Anzeigenfläche, stärkere Nachfrage

Die rechte Spalte neben den Suchergebnissen (SERPs) dürfte ebenfalls der Optimierung für Smartphones zum Opfer gefallen sein. Die bezahlten Adwords-Anzeigen konzentrieren sich nun auf die Plätze ober- und unterhalb der organischen Suchergebnisse. Damit stehen die organisch erzeugten SERPs nicht mehr so stark im Blickfeld der User wie bisher, weil viel des Platzes an die bezahlten Anzeigen abgetreten wurde. Die Folge könnte eine verstärkte Nachfrage nach Adwords und damit höhere Kosten pro Klick sein (CPC). Dass die Anzahl der ausgelieferten Anzeigen dadurch zudem sinkt, könnte den Preisanstieg sogar verstärken.

Extended Text Ads

Wer aber in Adwords investiert, darf sich über mehr Platz freuen. Mit der Umstellung stehen nun zwei Zeilen mit jeweils 30 Zeichen für Überschriften zur Verfügung. Die Beschreibung lässt 80 Zeichen zu. Google nennt das Format Expanded Text Ads (ETA). Es ist, wie nicht anders zu erwarten, für mobile Suchanfragen optimiert, wird aber auch auf dem Desktop angezeigt.

Google Voice Search: eine Herausforderung für SEO

Mit „OK Google“ betreibt der Suchmaschinengigant einen gut funktionierenden Sprachassistenten, der insbesondere von jungen Menschen genutzt wird. Diese Art der Suchanfragen unterscheidet sich grundlegend von der klassischen getippten Variante. Es sind vor allem Imperative und vollständige W-Fragen, die Nutzer stellen. „Finde ein Restaurant in meiner Nähe!“, „Wie wechsle ich Öl bei meinem Auto?“ oder „Was ist TTIP?“.
Wer die Anfragen über den Sprachassistenten bei der Gestaltung seines Contents beachten möchte, sollte den Fokus noch stärker auf das semantische Umfeld in den Texten und den Meta-Angaben richten. Zudem kann es sinnvoll sein, die W-Fragen als Überschriften zu verwenden und/oder in Form von FAQs zu beantworten.

Rankbrain: künstliche Intelligenz mit Köpfchen

Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz beeinflussen bei Google zunehmend die Darstellung der Suchergebnisse. Googles Rankbrain, das ursprünglich vor allem unbekannte Suchanfragen bearbeiten sollte, ist der drittwichtigste Faktor beim Ranking und erweitert seine Fähigkeiten mit jeder Suchanfrage. Es ist deshalb stark davon auszugehen, dass Rankbrain immer besser darin wird, den Usern relevanten Content anzubieten. Dies geschieht zum Beispiel durch das Analysieren der Verweildauer, dem Nachverfolgen der Customer Journey, der Bestimmung des semantischen Umfeldes und hauptsächlich durch das fortlaufende Verknüpfen von Informationen.

Linktip: Semantische Analysen des eigenen Content ermöglicht der Webservice von www.curryAPI.com

SEO/SEA: Was bringt die Zukunft?

Suchanfragen personalisiert und mit hochwertigen Inhalten zu beantworten, wird weiterhin ein wichtiges Ziel von Google sein. User Experience, gutes Content Marketing und frische Inhalte, die (noch) kein Mitbewerber bietet, sind definitiv gutes Rüstzeug für die kommende Zeit — besonders dann, wenn es Google gelingt, seine künstliche Intelligenz zunehmend menschlich denken zu lassen. Ebenfalls bedeutungsvoll bleibt die Frage, wie Unternehmen Daten und Informationen über ihre Zielgruppe sinnvoll in personalisierte Inhalte transformieren können. Es bleibt also spannend!

 

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  • Searching Browsing Internet Data Information Networking Concept: Adobe Stock
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