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Eclipse – Eine universelle Entwicklungsumgebung

Mit freundlicher Genehmigung des T3N Magazins (Ausgabe 02/2006)
In den Jahren seiner Entstehung und Verbreitung hat Eclipse eine hohe Resonanz erreicht.
Rund um das Projekt hat sich ein attraktives Ökosystem entwickelt, von dem Nutzer und
Anbieter in gewohnter Open-Source-Manier gleichermaßen profitieren.
In diesem Artikel werden das Projekt und die Grundlagen der universellen Entwicklungsumgebung vorgestellt.
Von den OTI-Labs zum großen Werkzeugkasten
Eclipse hat seinen Ursprung in den OTI-Labs von IBM (Object
Technology International) und wurde dort entwickelt, als IBM vor
der Aufgabe stand, seine vielen individuellen Entwicklertools in
einem einheitlichen Framework zu integrieren. Das Ergebnis war
Eclipse: ein hochintegrierbares Framework für die Aufnahme unterschiedlicher
Tools zur Entwickelung.
Der Erfolg von Eclipse beruht nicht nur auf dem finanziellen
Engagement von IBM, sondern auch auf dem tiefen Expertenwissen
der OTI-Entwickler. Der Software-Pattern-Experte Erich Gamma,
bekannt von den Gang of Four, war verantwortlich bei der
Entwicklung. Eclipse dient nun nicht nur als eine Highend- Entwicklungsumgebung,
sondern auch als Lernplattform für das
Erweitern der eigenen Fähigkeiten im Bereich des Software-Designs.
Für Anbieter von Entwicklungswerkzeugen sind mit Eclipse
rosige Zeiten angebrochen. Mussten sie bisher komplette Produkte
pflegen, können sie sich jetzt auf die Pflege und Weiterentwicklung
ihrer Tools und deren Integration in ein aktiv entwickeltes
Framework konzentrieren. Zahlreiche Erweiterungen gibt es
bereits heute. Eine Übersicht erhalten Sie in der Eclipse Plugin-
Zentrale.
Download - Start - and Fun
Sollte Eclipse - bei der Ubuntu Distribution bereits integriert - nicht
Teil des Lieferumfangs des eingesetzten Betriebssystems sein,
kann es für zahlreiche Betriebssysteme direkt von der Website des
Eclipse-Projekts bezogen werden. Voraussetzung ist die Verfügbarkeit
einer Java-Runtime-Umgebung (JRE) und einer Portierung
des Standard Widget Toolkit (SWT) für die eigene Plattform.
Für
die Betriebssysteme Linux, Mac OS X und Windows sind damit
schon alle Voraussetzungen erfüllt. Der Eclipse-Download-Bereich
führt auf einen der zahlreichen Download-Spiegelserver
mit der automatischen Auswahl der aktuellen Eclipse-Version für
das eigene Betriebssystem.

Der Willkommensbildschirm informiert über das aktuelle Release und bietet
Zugriff auf das Hilfesystem.
Da Eclipse in Java geschrieben ist, ist eine Installation nicht
notwendig. Das Entpacken in das Programmverzeichnis reicht
aus. Zum Starten der Umgebung ist lediglich ein Doppelklick oder
der Shellaufruf der ausführbaren Eclipse-Datei notwendig. Der
Start führt über die Auswahl des Workspace, in dem die Vorauswahl
bestätigt wird, und mündet im Willkommens-Bildschirm. Auf
dieser Übersichtsseite erhalten Sie aktuelle Informationen über
Neuerungen, Hilfen sowie zur Entwicklung mit Eclipse. Diese Bildschirmmaske
können Sie einfach durch das X auf dem Reiter
schließen und gelangen so zur Java-Perspektive, einer der Entwicklungsansichten
der Java-Development-Tools (JDT).
Bei der Arbeit mit Eclipse fallen einige Begriffe, die gerade Einoder
Umsteiger häufig verwirren. Hier einige kurze Erläuterungen,
da sie ein wichtiger Teil des mächtigen Eclipse-Konzepts sind.
Workspace
Ein Workspace ist ein Sammelort für Projekte und Einstellungen
im Dateisystem, also ein ganz normales Verzeichnis mit einem
Unterverzeichnis namens metadata. Auf Unix-Systemen ist dieses
Verzeichnis versteckt.
Workbench
Die Arbeitsoberfläche in Eclipse wird Workbench genannt. Sie
nimmt die grundlegenden Menüs auf und bietet über die Perspektiven
Zugriff auf unterschiedliche Views und Editoren.
Perspektiven
Wo traditionelle Entwicklungsumgebungen zahlreiche Boxen in
einem Fenster platzieren, bietet Eclipse dafür ein leistungsfähigeres
Konzept.

Die Standard-Perspektive der Java-Development-Tools (JDT) gehört zum Basisumfang
einer jeden Eclipse-IDE.
Denn Perspektiven legen fest, welche Editoren und Views geöffnet
sein sollen und wo sie auf dem Bildschirm – oder genauer gesagt
in der Workbench – platziert werden sollen. Da parallel mehrere
Perspektiven geöffnet sein dürfen, bietet das Konzept die Möglichkeit,
den Aufbau der Arbeitsoberfläche schnell umzuschalten.
Damit kann man beispielsweise mit einem Mausklick von einer
Java- in eine Python-Entwicklungsumgebung wechseln.
Editoren
Die Editoren sind die tägliche Arbeitsumgebung eines Entwicklers.
Spezialisiert auf jeweils ein Datenformat, stehen viele verschiedene
Editoren zur Verfügung, um sowohl textuell als auch
grafisch arbeiten zu können. Die Bandbreite der Editoren reicht
vom etwas komfortableren Notepad bis hin zum leistungsfähigen
Java-Editor mit Refactoring-Funktionalität.
Views
Views (Sichten) sind ein weiteres essentielles Arbeitsmittel in
Eclipse. Gerade deren logische Abtrennung von Editoren fällt so
manchem Eclipse-Neuling schwer. Im Unterschied zu Editoren
speichern Views keine Daten, sondern stellen diese lediglich dar.
Views können Daten (z. B. Quellcode) somit nicht direkt ändern,
sondern müssen diese Aufgabe an die entsprechenden Editoren
weiterleiten. In ihrer Funktion sind Views aber eines der wichtigsten
Mittel. Views können einem Entwickler eine Klasse strukturiert
darstellen oder Information über deren Paketzugehörigkeit liefern.
Projekte
Projekte sind die Organisationseinheiten im Workspace. Sie nehmen
Dateien und Verzeichnisse auf und verwalten je nach Spezialisierung
weitere Informationen über Quellcode-Abhängigkeiten
und Software-Erstellungsrichtlinien. Keine Datei und kein
Verzeichnis kann außerhalb eines Projekts verwaltet werden, jedes
Projekt muss einem Workspace zugeordnet sein. Das Importieren
von bestehenden Daten aus dem Dateisystem ist möglich.
Erste Schritte mit Eclipse
Nachdem nun die notwendigsten Begriffe bekannt sind, kann das
Anlegen des ersten einfachen Projekts beginnen. Dazu wird die
Java-Perspektive durch den Menüaufruf "Window->Close Perspective"
geschlossen. Jetzt sind alle Perspektiven geschlossen, es
sollten keine Views und Editoren zu sehen sein. Durch den
Menüaufruf "Window->Open Perspective->Other" gelangen Sie
in einen Auswahldialog. Dort können Sie die Perspektive "Ressource"
auswählen, eine Basis-Perspektive mit allgemein nützlichen
Views.
Legen Sie über das Menü "File->New->Project" ein neues Projekt
an. Es öffnet sich eine Auswahlbox unterschiedlicher Projekttypen,
aus der Sie zunächst unter der Kategorie "Simple" den
Eintrag "Projekt" auswählen. Über einen Wizard werden die notwendigen
Informationen, etwa der Projekttitel, erfragt (z. B. "Eclipe
Tutorial Part1"). Außerdem können Sie gegebenenfalls
angeben, ob das neue Projekt sich auf andere Projekte im
Workspace beziehen soll. Nach Beendigung dieses Dialogs befindet
sich das neu angelegte Projekt im "Navigator". Nun können
Sie per Kontext- oder Workbench-Menü beginnen, Dateien oder
Verzeichnisse anzulegen. Bestehende Daten können Sie über das
Workbench-Menü "File->Import" und den Eintrag "File system" in
Ihr Projekt importieren.
Fazit
Mit Eclipse hat IBM der weltweiten Entwicklergemeinde ein mächtiges
Tool zur Verfügung gestellt. Der Einstieg fällt jedoch nicht
immer leicht. Dieser Artikel sollte
Ihnen das minimale Grundlagenwissen zu Eclipse vermittelt haben.
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09/2006, Sven Wilhelm

|  | Sven Wilhelm arbeitet seit über zwei Jahren mit Eclipse. Er ist Gesellschafter der Firma moduleBox, spezialisiert auf Content- und Systems-Management und dort als technischer Leiter tätig.
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Kommentare zu diesem Beitrag 
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| Fachartikel | 11.09.06 | | oliver merx | 11.09.06 |
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