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Podcasting für Unternehmen

 
Podcasting, also das Abonnieren von Audio- oder Video-Dateien übers Internet, gehört zum
so genannten "Web 2.0" und ist damit in aller Munde. Wenn Sie sich fragen, ob Sie die
Chancen dieses neuen Mediums für Ihr Unternehmen nutzen sollten, fragen Sie sich zunächst,
ob sich das auch lohnt. Im Folgenden ein paar Denkanstöße, die Ihnen helfen, das zu
beurteilen.
Was ist Podcasting?
Ein Podcast ist "Radio zum Mitnehmen". Es handelt sich um Audio-Dateien, die man aus dem
Internet lädt und auf seinem PC oder auf einem MP3-Player anhört. Das Wort setzt sich
zusammen aus dem Namen des bekanntesten MP3-Players, dem iPod und dem Wort "broadcast",
also "senden".
Doch man kann Podcasts nicht nur mit iPods, Handys oder anderen MP3-Playern anhören,
sondern auch am Computer. Alles was man braucht, ist eine schnelle Internetanbindung und
Lautsprecher oder Kopfhörer.
Es gibt auch Video-Podcasts, die als Videocasts oder Vodcasts bezeichnet werden.
Ganz wichtig: Podcasts werden abonniert. Das heißt, der Nutzer entscheidet sich einmal für
einen Podcast, das von ihm verwendete Programm (z. B. iTunes) lädt dann automatisch die
neuen Folgen auf seinen Computer, sobald sie bereit stehen.
In selbst gewählten Abständen stellt der Podcaster, also der Programmmacher, neue Folgen
bereit. Podcasts sind mit ganz wenigen Ausnahmen kostenlos.
Wer bietet Podcasts an?
Es gibt weltweit derzeit ca. 65.000 Podcasts, in Deutschland um die 2.000. Dabei sind
vieles Hobby-Projekte mit Themen von Angeln über Bücher, Computersicherheit bis hin zu
Zen-Buddhismus. Doch immer mehr Profis steigen ein: viele Printmedien (Financial Times
Deutschland, Kicker, Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung…) und Radiosender (Antenne, BR,
NDR…). Und auch Unternehmen nutzen schon das Potenzial von Podcasts (z. B. BMW, Coca Cola,
IBM, Karlsberg Brauerei, Krankenkasse BIG direkt).
Was spricht für Podcasting?
Für den Nutzer haben Podcasts viele Vorteile: Er kann die Inhalte hören, wann und wo es
ihm passt. Auf dem Weg ins Büro im Auto oder in der Bahn, beim Sport, in der Arbeit oder
abends zu Hause. Er kann sich die Mischung zusammenstellen, die genau seinen Interessen
entspricht: Unterhaltungssendungen, Musik seiner Wahl, Unternehmensnachrichten, News...
genau in der Menge und Detailtiefe, die er wünscht.
Für das Abonnieren muss der Nutzer seine Mailadresse nicht weitergeben, er hat also keine
Angst vor Spam, die Hemmschwelle zum Abonnieren ist daher geringer als bei
E-Mail-Newslettern. Auch enthalten Podcasts normalerweise keine störende Werbung.
Weitere Fakten, die dafür sprechen, dass sich Podcasts schnell weiter durchsetzen:
- Akzeptanz von Audiodaten/MP3 (iPod, Handys; iTunes – 1 Milliarde Downloads in weniger
als 3 Jahren – , Musicload u.a.)
- Renaissance des Hörens (Hörbücher einziger Bereich im Buchhandel mit Umsatzsteigerung)
- Weite Verbreitung DSL (60 Prozent aller Erwachsenen nutzen Internet, 50 Prozent davon
mit Flatrate lt. ARD/ZDF-Online-Studie 2006)
- Starke Nutzung Internet (119 Minuten täglich lt. ARD/ZDF-Online-Studie 2006)
- Starke Affinität zu Audio (186 Minuten täglich genutzt)
- Lange Wege (Durchschnittl. Arbeitsweg 24 Minuten einfach)
- Individualisierung der Mediennutzung (spezielle Zeitschriften, Websites im Internet für
alle erdenklichen Spezialthemen, Fernsehen mit Festplatten-Videorecordern usw.)
iPods sind inzwischen allgegenwärtig. Mercedes, BMW und andere Autohersteller haben einen
iPod-Anschluss in ihre Wägen integriert. Eine riesige Menge von iPod-Zubehör wird
angeboten. Alle Handys mit MP3-Funktion können Podcasts, viele sogar Videocasts
wiedergeben.
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11/2006, Jens Jacobsen

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