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Flash und PDF – wenn Dokumente mobil und Inhalte interaktiv werden

Die Hochzeit von Flash und PDF steht laut Aussagen von Adobe kurz bevor.
Noch trägt es den Codenamen "Apollo", doch schon jetzt ist offensichtlich, dass
die Grenzen von Papier gesprengt werden und gestaltete Inhalte auf mobilen
Geräten die gleiche Darstellungsqualität erreichen wie bisher hochwertige
Computerdisplays. Natürlich sollen so auch bis dato rein betrachterorientierte
Inhalte interaktiver und somit gleichzeitig wertvoller werden.
PDF als Format für Dokumente und Flash als papierlose Technologie können sich gut ergänzen.
Zum Teil unterstützt die aktuelle Version von Flash schon jetzt Adobe-Technologien.
Dazu zählt neben dem Einbetten von Satzschriften auch eine zeilenverbindliche
Darstellung. Doch dazu später mehr...
PDF Nutzung im Web – Vorausetzungen und Limitierungen...
Gut gestaltete Magazine und Produktinformationen werden nun schon
seit Jahren per PDF in den Druck gebracht und fast zeitgleich immer öfter im
Web angeboten. Da das Internet jedoch zunehmend mobiler wird – Surfen über
das Handy, surfen von unterwegs – entscheiden Bandbreiten, Datenmengen,
Seitenformate und Mehrfachnutzen der eigentlich statischen PDF-Dokumente
über Erfolg und Misserfolg der Informationsnutzung.
What you see is what you may read when scrolling
Was auf dem Papier einfach umzusetzen, bzw. seit Jahren zur Lesegewohnheit
geworden ist, gestaltet sich im Web wesentlich komplexer. Zum einen entspricht
das "Sichtfenster" eines Standard-Monitors nicht einer aufgeschlagenen Magazin-
Doppelseite. Die Umrechnung von Papierbreite in Monitorpixel ergibt bei einem
DIN A4-Format bei 72 dpi eine Sichtfläche von ca. 1.587 x 1022 Pixeln. Zieht
man davon noch die Randflächen der jeweiligen Webanwendung ab und lässt
auch etwas Platz für die Navigation und Menüs, verbleibt ein Sichtfenster von etwa
994 x 748 Pixeln. Bei einer durchschnittlichen Monitorauflösung von 1024
x 768 – für die Darstellung einer Doppelseite in 1:1
schlicht unbrauchbar.
Selbst Bildschirme jenseits der 19" Bildschirmdiagonalen
tun sich hier schwer, eine papierähnliche, lesefreundliche Darstellung zu
gewährleisten. Zum anderen arten die Möglichkeiten, Seitenausschnitte per
Adobe Artikellesewerkzeug bildschirmgerechter zu präsentieren, meist in sehr
viel Handarbeit aus.
Frames – Kontext schaffen
Früher lebten PDF-Dokumente nur für Printproduktionen. Ein zweites Leben
führen PDF-Produktdatenblätter oder auch Seminarkalender dagegen im
Internet. Gepaart mit der Möglichkeit, PDF-Dokumente in einem HTML-Frame
als Informationsträger zu platzieren, kann ein Bezug zum restlichen Webauftritt
geschaffen werden.
Mit dem URL-Aufruf http://www.xdomainx.com/xDokumentx.pdf#page=7 wird gezielt eine
PDF Seite im Browserfenster adressiert und dargestellt. Geschickt angepasst
können fast alle PDF-Darstellungsformen so adressiert und abgerufen werden,
gesetzt den Fall, dass der Benutzer zum Darstellen der PDF-Dokumente auch auf
die Acrobat PDF-Produkte setzt.
Webtaugliche PDF
PDF-Dokumente sind von Haus aus
nicht sonderlich gut für die Darstellung
im Web geeignet. In der Regel ist die Datenmenge
sehr hoch, da für den Druck
CMYK-Farbinformationen und hochaufgelöste
Bilddaten transportiert werden
müssen. Im Web reicht dagegen eine
reine RGB-Darstellung und meist eine
wesentlich geringere Auflösung bei Bildern.
Zwei wesentliche Faktoren, die die
Größe eines PDF-Dokumentes beeinflussen
können. Viele der für das Web benötigten
Optimierungen können mit den
Bordmitteln von Adobe Acrobat Professional
erreicht werden. Doch die Erfahrung
zeigt, dass Drittanbieter-Tools, wie zum
Beispiel der PDF Enhancer, hier wesentlich
bessere Ergebnisse – bei weniger
Funktionseinstellungen – erreichen.
Oft unterschätzt – im Layout-Dokument befindliche
Weblinks und E-Mail-Adressen
werden bei der Konvertierung von Post-
Script zu PDF mit dem Adobe Distiller in
webtaugliche Hyperlinks umgesetzt.
Mehrwert auf Basis von PDF-Dokumenten im Web schaffen
Zugegeben, natürlich können auch
Animationen sowie Audio- und Video-
Sequenzen in ein PDF-Dokument eingebettet
werden. Doch wie verhält es sich
mit unterschiedlichen Komprimierungs-Codecs?
Multimedia im PDF wird durch
Funktionserweiterungen per Plug-in in
das PDF eingebracht. Hat der PDF-Empfänger
nicht exakt die gleichen technischen
Vorausetzungen wie der Ersteller,
bedarf es vieler, recht unbequemer Nachinstallationen
von fehlenden Komponenten.
Anders bei Flash: hier werden alle
notwendigen Komponenten direkt in den
Anwendungscode geschrieben. Schwieriger
wird es, wenn es darum geht, Informationen
aus einem PDF-Dokument
an eine weitere externe Anwendung zu
übergeben. PDF-Formulare und der Einsatz
von Java-Script bieten hier Möglichkeiten,
die allerdings auch mit den Limitierung
der jeweiligen PDF-Betrachter
(Reader und Co.) leben müssen. Selbst
die Möglichkeit, mit PDF-Marks bei der
Erstellung von Zusätzen wie Schaltflächen
etc. PDF-Dokumente interaktiver zu
gestalten, obliegt unter dem Strich doch
den programmiertechnisch versierten
Anwendern und meist datengetriebenen
Workflows.
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04/2007, Jörg Oyen

|  | Jörg Oyen, unabhängiger Trend & Solution-Scout im Bereich der datenbankgestützten Medienproduktion bietet mit seiner Marke oyen.de umfangreiches Branchen-Know-how, Insider-Wissen & Richtungsweisende Dienstleistungen.
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