Intranet.days 2007: Trends, Web 2.0 und Praxis

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Die diesjährigen Contentmanager.de – Intranet.days fanden am 23. und 24. Mai 2007 im Steigenberger Hotel Metropolitan in Frankfurt statt. Rund 100 Intranetverantwortliche informierten sich über die aktuellen Entwicklungen und Intranetbeispiele aus der Praxis.





Während des zweitägigen Kongresses kristallisierten sich klare Trends heraus. So entwickeln sich Intranets zu Portalen mit zentralen Zugriffspunkten auf unterschiedlichste Informationen und Anwendungen und man setzt verstärkt auf eine aktive Beteiligung der Mitarbeiter ("Web 2.0").

Die Teilnehmer nutzten die Diskussionsrunden um brennende Fragen zu klären und die zusammengeführten Arbeitsgruppen (während der "Intranet-Klinik") um ihre Probleme und Lösungen zu strukturieren und auszutauschen. Im Folgenden lesen Sie einen kurzen Veranstaltungsrückblick von Frank Hamm, Teilnehmer und Live-Blogger, der die wichtigsten Themen und Erkenntnisse der Contentmanager.de – Intranetdays noch einmal zusammenfasst.


Trends und Web 2.0

Die beiden Keynote Speeches von Peter Schütt (IBM Deutschland GmbH, "Intranets in Zeiten von Web 2.0 und Social Computing") und Jane McConnell (NetStrategy/JMC, "A Glimpse into the Future") zeigten die derzeitige Entwicklung und die Trends bei Intranets auf.

Die Beteiligung der Mitarbeiter durch Web 2.0 (Blogs, Wikis, Tagging, RSS-Feeds) lässt das Intranet lebhafter und interaktiver werden. Gleichzeitig werden viele Informationsquellen und Anwendungen zentral zur Verfügung gestellt, ohne dass der Anwender die unterschiedliche Herkunft feststellt. Die bereits zunehmende Nutzung von Portalen mit Personalisierung und Individualisierung wird zukünftig durch sogenannte Mashup-Anwendungen (Generierung neuer Inhalte durch nahezu unsichtbare Kombination bereits vorhandener Inhalte) ergänzt werden.

Im Gegensatz zur gegenwärtigen Entwicklung im Internet ist im Intranet jedoch eine kontrollierte Einführung notwendig. Das Intranet ist in vielen Unternehmen inzwischen Bestandteil des Unternehmensalltags geworden, die Unterstützung durch das Top-Management ist wesentlich für seinen Erfolg. Oft fehlen dort jedoch noch das Bewusstsein und die Unterstützung für das Intranet.

Das Intranet von morgen wird eine Zusammenstellung verschiedener Technologien und Möglichkeiten aus Kollaboration, interner und externer Information, Kommunikation und Erfahrungsaustausch sein. Gleichzeitig wird die Grenze zwischen "intern" (Intranet) und "extern" (Internet / Extranet) durchlässig werden, da das gemeinsame Arbeit immer öfter in virtuellen Teams und auch organisationsübergreifend stattfinden wird.


Intranets in der Unternehmenspraxis

Ein Schwerpunkt der Contentmanager.de – Intranet.days lag auf praxisnahen Berichten und Erfahrungen aus Unternehmen. In acht verschiedenen Vorträgen stellten Intranetverantwortliche aus Unternehmen ihre Intranetprojekte und gelernte Lektionen vor. Hierzu gehörten unter anderem Anja Niggemann WestLB AG (Landesbank), Klaus Paustian Techniker Krankenkasse, Stefan Petereit KarstadtQuelle AG und Michael Fryczewski Trelleborg Sealing Solutions.

Viele Referenten verdeutlichten ihre Projekte mit Live-Schaltungen zu den jeweiligen Intranets. Es zeigte sich, dass Intranets bereits weitgehend auf dem Weg von einem reinen Informationsbehälter mit Dokumenten zu einem Arbeits- und Kommunikationsmedium sind. Viele Intranetprojekte beinhalten schon die Umsetzung von Portalfunktionen, die Vorbereitung der Personalisierung oder die Kollaboration der Mitarbeiter – Web 2.0 Intranets, wie das von Leila Summa vorgestellte Intranet "e-touch" von cablecom, sind jedoch noch selten.





Diese Punkte kristallisierten sich als wichtige Faktoren für Intranetprojekte heraus:
  • eine themenorientierte Struktur des Intranets, die unabhängig von organisatorischen Änderungen und Zuständigkeiten eine effiziente Orientierung und Navigation bietet

  • eine gute zentrale Suche mit der Berücksichtigung von Informationen aus mehreren Quellen (Content Management System, Telefonbuch Anwendungen, Wissensdatenbanken, etc.)

  • eine kontinuierliche Analyse und Optimierung des Intranets sichert die Position des Intranets

  • eine gute Redaktion, Planung von Inhalten und die Unterstützung und Einbindung aller Redakteure

  • eine gute Mischung aus zentralen und regionalen Inhalten unter Berücksichtigung kultureller bzw. regionaler Besonderheiten
In gemeinsamen Diskussionen stellte sich heraus, dass fast alle Intranets inzwischen in den Kommunikationsbereichen der Unternehmen angesiedelt sind, und dass Intranetprojekte keinesfalls als IT-Projekte durchzuführen sind.


Gruppenarbeit bei der Intranet-Klinik: Probleme und Best-Practices für Content Creation und Content Usage

In der Intranet-Klinik, zu Beginn des zweiten Kongress-Tages, wurden die Teilnehmer ganz im Sinne des Web 2.0 als Mitmach-Web interaktiv zusammengeführt.





Die Teilnehmer füllten stichwortartig Karten mit Fragen oder Lösungen aus. Experten aus dem Referenten- und Veranstaltungskreis gruppierten die Karten an Stellwänden zur weiteren Bearbeitung. Danach diskutierten Teilnehmer mit ähnlichen Interessen in Gruppenarbeit und tauschten ihre Erfahrungen zu diesen Themen und Stichworten aus:
  • Suchen im Intranet
    Konfiguration und Optimierung, "suchmaschinengerechtes" Texten
  • Web 2.0 (Einsatz von Wikis und Blogs)
    Partizipation und Bedarfsanalyse, Voraussetzung für die Einführung

  • Informationsarchitektur
    Inhalte und deren Struktur, Navigation, Startseite, Usability

  • Inhalte / Redaktion / Workflow
    Redaktionelle Qualität, Nutzung des Workflows, Management Awareness

  • Personalisierung
    Zugriffsbeschränkung, Berücksichtigung von Unternehmensspezifika, Performance, Single Sign-On

  • Motivation der Autoren
    Redakteursrolle, Hilfsmittel, dauerhafte Betreuung

  • Motivation der Leser
    Werbemaßnahmen, Veranstaltungen, Sicherung der Qualität von Inhalte, Verknüpfung mit anderen Medien (z. B. Mitarbeiterzeitung)

  • Technik
    Integration von Content Management Systemen in Portale
Abschließend stellten die jeweiligen Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse und Erfahrungen der Allgemeinheit vor.




Bei aller Unterschiedlichkeit der Unternehmen (Branche, Mitarbeiterzahl, Technik etc.) gab es überall ähnlich gelagerte Fragestellungen und Lösungswege.


Fazit

Die Contentmanager.de – Intranet.days boten einen Ausblick auf Intranets als zentrale Arbeits- und Kommunikationsmedien mit zunehmender Beteiligung der Mitarbeiter. Intranets können einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Unternehmensziele leisten – unabdingbar ist dafür jedoch die Unterstützung des Top-Managements.

Die zahlreichen Vorstellungen von Intranetprojekten, die Diskussionen mit den Referenten sowie der reichhaltige Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern gewährleisteten einen hohen Praxiswert.

Weitere Berichte und Bilder finden Sie unter: Injelea.de und Kongress Media.


05/2007, Frank Hamm



Frank Hamm ist Blogger und schreibt auf seinem Weblog Injelea.de unter anderem über Enterprise 2.0, Intranet und Unternehmenskommunikation. Hauptberuflich ist er Webmaster in einem Unternehmen im Bereich Corporate Communications.


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