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Konzentration aufs Wesentliche – Long Tail und Long Neck
Der "Long Tail"Chris Anderson, Chefredakteur des US-amerikanischen Technologie-Magazins "Wired", prägte den Begriff des "Long Tail", des "langen Schwanzes".
Um den Long Tail zu sehen, sortieren Sie Produkte, Themen oder HTML-Seiten nach abnehmender Häufigkeit ihrer Nachfrage. In der grafischen Darstellung ergibt sich eine Kurve, die weit oben beginnt, schnell stark abfällt und nach rechts langsam ausläuft. ![]() Verdienen mit dem Long TailDer Vertrieb über das Internet hat es möglich gemacht, mit Produkten des Long Tail Geld zu verdienen. Das heißt, mit Produkten, die nur selten nachgefragt werden.Eine reale Buchhandlung zum Beispiel kann immer nur ein begrenztes Sortiment anbieten. Zum einen lohnt es sich nicht, Platz in guter Verkaufslage für Bücher zu nutzen, die nur höchst selten gekauft werden. Zum anderen wird es für die Kunden immer schwieriger, ein bestimmtes Buch in einem Laden zu finden, der sehr viele Bücher vorrätig hat. Anders bei Webbuchhändlern: diese können Bücher kostengünstig lagern, Spezialtitel anzubieten ist kaum Aufwand und dank interner Suchmaschinen für die Website sind sie auch leicht zu finden. Dadurch verdienen Webshops mit vielen Produkten, die selten verkauft werden so viel, wie mit den wenigen Dingen, die sich am besten verkaufen. Das lässt sich bei Büchern, bei Musik und bei vielen anderen Produkten beobachten. Der "Long Neck"Der Usability-Berater Gerry McGovern hat in Anlehnung an den Begriff des "Long Tail" den Begriff "Long Neck", des "langen Halses", geprägt. Damit beschreibt er den Anfang der Kurve, welche die Nachfrage nach Produkten beschreibt.![]() Ein paar wenige Produkte sorgen für eine erhebliche Nachfrage. Letztlich ist der Long Neck nur eine Abwandlung des "Pareto-Prinzips", auch unter "80-zu-20-Regel" bekannt. Es besagt, dass sich viele Dinge zu 80 Prozent erledigen lassen, indem man nur 20 Prozent der Mittel einsetzt. Verdienen mit dem Long NeckMcGovern sagt:
Und je mehr Sie Ihr Angebot vergrößern, desto wichtiger wird es, sich über die Informations-Architektur, über die Navigation und über die Suche Gedanken zu machen. Sonst decken Sie vielleicht den Long Tail hervorragend ab, aber niemand findet diese Dinge. Wichtig ist dabei auch: im Web können Sie jeden ansprechen. Aber leider nur theoretisch. Denn wenn Sie versuchen jeden anzusprechen, werden Sie letztlich fast niemanden erreichen. Ihre Site muss von der Gestaltung, von der Sprache und von der Bedienung her zu Ihrer Zielgruppe passen. Wollen Sie z.B. Computerspiele verkaufen, wird Ihre Site ganz anders aussehen, als wenn Sie Klassische Musik verkaufen. Vielleicht versuchen Sie auch wie Amazon.de beides zu machen. Das geht, dann werden aber sowohl Computerspiele wie auch Klassische Musik bei Ihnen wohl zum Long Tail gehören. FazitStärken Sie den Long Neck: Optimieren Sie die fünf Prozent Ihrer Seiten, die für die Benutzer am wichtigsten sind – und die fünf Prozent, mit denen Sie am meisten Wert erzeugen.Nutzen Sie den Long Tail: Wo immer möglich, erweitern Sie Ihr Angebot um Informationen oder Produkte, die nur Wenige interessieren. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass dadurch vor allem die häufiger nachgefragten Infos bzw. Produkte weiterhin so einfach wie möglich zugänglich sind. 10/2007, Jens Jacobsen
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