Fünf Wege zur Verbesserung der Qualität Ihrer Landing-Page

Autor: Josef Willkommer
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Letzter Beitrag: 02/2010
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Im vergangenen Artikel "Google Adwords: Was steckt hinter dem Qualitätsfaktor?" sprach Josef Willkommer über den Erfolg von Google Adwords auf zwei Faktoren - Dem Klickpreis und der Klickrate. Dies bedeutete, dass man eine bessere Platzierung entweder durch Erhöhung des Klickpreises oder durch Verbesserung der Klickrate erreichen konnte.

In dem folgenden Artikel spricht er nun über fünf Wege, wie man die Qualität Ihrer Landing Page verbessert:

1. Beginnen Sie mit einer Trusted Domain

Dies ist ein zentraler Erfolgsfaktor: Wenn Sie mit einer Seite starten, die bereits recht gut in den organischen Suchergebnissen vertreten ist, profitieren Sie von Beginn an durch einen gewissen Vertrauensbonus. Dies bedeutet, dass eine Seite, die schon seit einigen Jahren besteht und über einige qualitativ guten und themenrelevante Links verfügt diesen Bonus auch an Adwords-Kampagnen weitergibt und diese dadurch ein Plus beim Qualitätsfaktor verbuchen können.

Dies gilt insbesondere dann, wenn Ihre Adwords-Kampagnen in der Vergangenheit Probleme mit dem Qualitätsfaktor hatten. In der Vergangenheit konnten man durchaus Advertiser beobachten, die Seiten mit niedrigem Qualitätsfaktor (häufig Affiliate- oder Arbitrage-Seiten) zu einer Trusted-Domain umgezogen haben und Ihren Qualitätsfaktor alleine dadurch merklich verbessern konnten. In der Folge bedeutete dies dann niedrigere Klickpreise.

Wenn Sie über keine existierende und vertrauenswürdige Domain verfügen, auf der sie die Landing-Page veröffentlichen können, besteht natürlich immer die Möglichkeit, sich eine derartige Seite zu kaufen.

Wenn keine der beiden Optionen für Sie in Frage kommt, sollten Sie versuchen, eine Domain zu verwenden, die Ihr Haupt-Keyword beinhaltet und bei der sie sukzessive passenden Content und relevante Links hinzufügen. Sie erhalten dadurch zwar zu Beginn keinen Qualitätsfaktor Bonus, Google wird Ihre Landing-Page aber zumindest aufgrund des Keywords in der Domain als etwas relevanter einstufen.

Sollte auch das nicht funktionieren, können Sie zu guter letzt ein Unterverzeichnis auf einer bestehenden Domain anlegen und dort passende Keywords platzieren. Auch damit kann die Relevanz einer Landing-Page für Google verbessert werden, obwohl diese Variante nicht so effektiv ist, wie eine bestehende Trusted Domain.


2. Relevanz ist der Schlüssel zum Erfolg

Der Inhalt Ihrer Landing-Page sollte eine möglichst hohe Relevanz für User haben, die über die Anzeige auf die Seite gelangen. Wenn Ihre Anzeige beispielsweise ein spezielles Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung beschreibt, sollte die Zielseite auch genau dieses Produkt oder die Dienstleistung aufgreifen.

Vermeiden Sie es in jedem Fall, dass die User auf Ihrer Startseite oder auf einer Seite mit vielen unterschiedlichen Produkten landen. Wichtig ist dabei, dass sie einen klaren Fokus auf Ihren Keywords, den jeweiligen Anzeigen und dem Inhalt auf der jeweiligen Zielseite behalten. Der User sollte auf Ihrer Seite sofort das vorfinden, was er durch die Anzeige erwartet.


3. Keine Kopien

Ihre Landing-Page sollte einzigartigen Content enthalten. Sofern Sie Produkte verkaufen, die auch auf anderen Seiten angeboten werden (bei Onlineshops ist dies sehr häufig der Fall), ist es sehr wahrscheinlich, dass die Beschreibungstexte ziemlich ähnlich ausfallen. Dies liegt zum Teil natürlich auch daran, dass die Beschreibung vom Hersteller bzw. Lieferanten übernommen wird. Dies kann negative Auswirkungen auf den Qualitätsfaktor haben. Versuchen Sie daher unbedingt, einzigartigen Content zu liefern. Optimal ist eine Landing-Page mit einer Länge von ca. 400 Wörtern – informativ, einzigartig und mit den passenden Keywords.


4. Optimierte Landing-Page

Es klingt etwas komisch, da Ihre Landing-Page normalerweise nicht in den Suchergebnissen auftauchen wird. Dennoch wird der Google-Spider auch Ihre Landing-Page besuchen und die dortigen Inhalte indizieren. Insofern sind optimierte Zielseiten kein Nachteil.

Dies bedeutet, dass auch für die Landing-Pages die bekannten On-Page-Faktoren (relevante Seitentitel, Überschriften, URLs, Meta-Description und Body-Text) berücksichtigt werden sollten und zwar nach Möglichkeit in Korrelation mit den gewählten Keywords und Anzeigentexten.

Darüber hinaus sollten Sie die Größe der Seite möglichst gering halten (unbedingt unter 100kb), was man zum Teil auch durch Auslagerung von JavaScript und CSS sowie speicheroptimierte Bilder erreicht. "Flashige" Animationen sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Eine langsam ladende Seite (4 Sekunden oder länger) kann durchaus negative Auswirkungen auf den Qualitätsfaktor haben. Hier spielt auch ein zuverlässiger Hosting-Provider durchaus eine Rolle.


5. Vertrauensindikatoren

Google möchte die User nach Möglichkeit auf Seiten lenken, die dem Suchenden tatsächlich das bieten, was dieser sucht bzw. erwartet. Demzufolge möchte Google möglichst sicherstellen, dass User nicht auf Seiten gelangen, die unpassend sind oder möglicherweise sogar schaden könnten.

Dies bedeutet:

  • Stellen Sie klar heraus, was Sie genau anbieten. Integrieren Sie einen Link zu einer klassischen "Über uns" Seite.


  • Integrieren Sie Links zu Ihrer Kontaktinfo, zu Ihren AGBs sowie den Zahlungsbedingungen. Der ideale beste Platz für derartige Links ist in Ihrer Fußzeile.


  • Gestalten Sie den Kauf für potentielle Kunden möglichst einfach – egal was Sie in Ihren Adwords beworben haben.


  • Vermeiden Sie umfangreiche Registrierungsvorgänge oder detaillierte Abfragen von persönlichen Daten, sofern diese Daten nicht unbedingt notwendig sind. Google beäugt derartige Seiten äußerst kritisch. Wenn Ihre Landing-Page den Namen und eine Email-Adresse abfragt und keinen frei zugänglichen, sinnvollen Content enthält wird sich dies mit hoher Wahrscheinlichkeit negativ auf Ihren Qualitätsfaktor auswirken.


  • Ermöglichen Sie es Usern, sich einfach aus Newslettern oder Partnerprogrammen auszutragen.


  • Vermeiden Sie die Integration von "Banner-Friedhöfen" und exzessiven Textanzeigen auf Ihrer Landing-Page. Sofern Sie dort dennoch Werbung integrieren, sollte Sie diese auch als solche kennzeichnen.


  • Vermeiden Sie PopUps sowie alle Techniken, die den User verwirren oder stören könnten.


  • Liefern Sie einzigartigen und nützlichen Content auf Ihrer Landing-Page. Jeder von uns hat schon die sog. "Made for Adsense" Webseiten gesehen, die sich durch nutzlose – zum Teil automatisch generierte – Inhalte auszeichnen und die den Suchenden schlicht und einfach nur nerven, da sie keinerlei Mehrwert bieten.

Erhöhen Sie Ihren Qualitätsfaktor durch Verbessern der Relevanz Ihrer Kampagnen

Der Schlüssel zur Verbesserung des Qualitätsfaktors (und dadurch Minimierung Ihrer Klickpreise) liegt darin, dem Google AdBot eine möglichst schlüssige Relevanzkette vorzulegen, die wie folgt aussieht:

    => Keyword => Anzeigengruppe => Anzeigentext => Landing-Page
Nehmen wir mal an, sie verkaufen Digitalkameras und verfügen über die nachfolgende Keywordliste:

    Canon Pocket Kamera
    Canon Ultrakompakt Kamera
    Canon SLR Kamera
    Canon Powershot G9
    Canon PowerShot A530
    Canon Rebel XTI
    Canon EOS 40D
Da es bei allen Keywords um Digitalkameras geht, ist man sehr häufig geneigt alle Keywords in eine Anzeigengruppe einzustellen. Überraschenderweise erzielt man in der Regel aber merklich bessere Resultate, wenn man diese Keywords in einzelne Anzeigengruppe aufteilt.

Anzeigengruppe
Anzeigengruppe 1 - Canon Pocket Kamera Ads in dieser Gruppe werden auf eine Seite geleitet, auf der verschiedene Typen von Pocket Kameras angeboten werden. Zu dieser Gruppe können Sie auch verwandte Keywords hinzufügen, z.B. Pocket Kamera Canon
Anzeigengruppe 2 – Canon Ultrakompakt Kamera Diese Anzeige wird auf eine ähnliche Seite wie Anzeigengruppe 1 weitergeleitet. Allerdings wird das Wort "Pocket" durch "Ultrakompakt" ersetzt.
Anzeigengruppe 3 – Canon SLR Kamera Diese Anzeigengruppe wird auf eine Landing-Page mit verschiedenen Modellen der Canon Profi-Serie SLR gelenkt.
Anzeigengruppe 4 – Canon Powerhot G9 Anzeigen dieser Gruppe sind direkt mit der Produktseite der Canon Powershot G9 verbunden. Da es sich bei dieser Kamera um eine Pocket Kamera handelt, ist man geneigt dieses Keyword in die Anzeigengruppe 1 zu stecken. In diesem Fall werden die Ergebnisse aber besser ausfallen, wenn hier eine eigene Anzeigengruppe gestartet wird.


Eine weitere interessante Technik bei der Optimierung von Adwords-Kampagnen ist die sog. peel and stick Methode von Adwords-Guru Perry Marshall. Hierbei wird ein Keyword, das überdurchschnittliche Leistung liefert in eine eigene Anzeigengruppe ausgelagert. Dadurch können für dieses Keywords eigene Textanzeigen und optimierte Landing-Pages erstellt werden. Außerdem wird die Klickrate nicht durch schwächere Keywords aus der ursprünglichen Anzeigengruppe negativ beeinflusst. Durch diese Technologie kann der Qualitätsfaktor sukzessive verbessert werden.


Die "Hitliste" von Google

Auch wenn Sie die angeführten Punkte genauestens beachten, gibt es einige Dinge, die Google überhaupt nicht gerne sieht:
  • Arbitrage-Seiten (siehe Einleitung)

  • eBook Seite (vor allem die einschlägigen bekannten, ellenlangen Seite mit "Wunder-Waffen" gegen Übergewicht usw.)

  • Anleitungen zum schnell reich werden

  • Preisvergleichsseiten

  • Reiseaggregatoren
Wenn Sie guten, einzigartigen Content anbieten, können Sie sich sogar ein wenig auf derartig dünnes Eis bewegen. Beachten Sie aber immer, dass dünnes Eis mitunter auch brechen kann….


Fazit

Der Qualitätsfaktor ist mittlerweile eine sehr mächtige Einflussgröße bei der Platzierung Ihrer Adwords-Kampagnen. Wenn Sie es schaffen, diese Größe positiv zu beeinflussen, wird sich dies merklich auf den Erfolg Ihrer Kampagnen auswirken. Durch einen verbesserten Qualitätsfaktor wird ihr Klickpreis sukzessive abnehmen, der Erfolg Ihrer Adwords steigt. Dies kann sich mit etwas Glück bereits innerhalb weniger Tage bemerkbar machen. Grundsätzlich sollten Sie jedoch auch hier – wie bei der "klassischen" Suchmaschinenoptimierung - etwas Geduld mitbringen. Diese wird sich mittel- und langfristig aber in jedem Fall auszahlen.

Auch bei Adwords-Kampagnen gilt der bekannte Spruch "Qualität vor Quantität".

01/2008, Josef Willkommer





Josef Willkommer ist diplomierter Betriebswirt und Geschäftsführer der Online-Agentur TechDivision. Die Agentur unterstützt seit 1997 eine Vielzahl unterschiedlichster Kunden bei deren Web-Projekten.
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