Digital Asset Optimization (DAO) – Die Zukunft von SEO

Autor: Uwe Tippmann
Eingetragen seit: 06/2009
Letzter Beitrag: 10/2009
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Die Bedeutung von Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist heutzutage für jedes Unternehmen offensichtlich und gerade in der aktuellen Finanzsituation als eines der effizientesten und somit wichtigsten Marketinginstrumente anzusehen. Das man dabei vor allem die Bedürfnisse der potenziellen Kunden und damit der Suchenden im Auge behalten muss, ist natürlich auch den Suchmaschinenbetreibern klar. So ist es nicht verwunderlich, dass Google und Co. zusätzlich zu den bekannten "10 blauen Links" aus der reinen Websuche immer häufiger die Ergebnisse aus anderen Kanälen hinzuziehen. Diese zusätzliche Verknüpfung verschiedener Medienformate und digitaler Kanäle, die vom traditionellen SEO bislang wenig oder gar nicht bedient werden, nennt man Digital Asset Optimization (DAO).

Was die Suchmaschinen dabei genau berücksichtigen und auf was Vermarkter bei ihrer Marketingstrategie in Zukunft besonders beachten müssen wird im folgenden Beitrag näher erläutert.


Ausrichtung an Nutzerbedürfnisse

Der Endnutzer erwartet heutzutage bei seiner Suchanfrage ein sehr viel intensiveres Erlebnis (Ergebnis) als eine Liste von 10 blauen Links. Durch die veränderte Infra- und Preisstruktur der letzten Jahre sind die Nutzer nun in der Lage, das Internet öfter, einfacher und ortsunabhängig zu nutzen sowie bandbreitenintensivere Inhalte im Web zu konsumieren. Das ist auch der Grund, warum z.B. YouTube oder Twitter ebenso beliebt sind wie Google selbst. Deswegen ist es für Suchmaschinen ein ganz natürlicher Vorgang, jede mögliche Informationsquelle anzuzapfen und im Ergebnis darzustellen.

Dabei geht es vor allem um die Intention, die der Nutzer bei seiner Suchanfrage verfolgt. Die zusätzlichen Ergebnisblöcke werden dann ganz deutlich von den Ergebnissen aus der reinen Textsuche, die dem bisherigen traditionellen SEO entsprechen, unterschieden und prominent darüber platziert.

DAO bedeutet nicht nur die Berücksichtigung verschiedener Datentypen, sondern auch digitaler Medienkanäle. Gemeint sind damit z.B. Branchenbücher, Twitter, Blogs, News oder auch Videos. Je nach Suchbegriff werden dabei niemals alle möglichen, sondern nur die aufgrund des Nutzerverhaltens passenden Kanäle dargestellt. Diese neue und umfangreiche Art der Optimierung bedeutet für die Zukunft einen weiten Bereich von Anwendungen.


Beispiele zur Ansicht

Ein erstes Beispiel soll dies verdeutlichen: So wird z. B. bei der Suchanfrage "Italiener Hannover" eine lokale Auflistung italienischer Restaurants in Hannover inkl. geographische Kartenübersicht präsentiert.




Detailansicht



Das macht aus Nutzersicht durchaus Sinn, will man doch wissen, in welchem Stadtteil sich das Restaurant befindet, ob es z. B. gut erreichbar ist und wie andere Nutzer das Restaurant bewertet haben. Die eigentlichen Webseiten der Restaurants rutschen damit immer weiter nach unten und damit auch aus dem direkten Sichtfeld ("above the line") der Suchenden heraus.

Ein weiteres Beispiel, welches die Vielfalt der universellen Suche bei Google verdeutlicht, ist der Suchbegriff "Blume" - bei dem sowohl Bilder, Videos als auch die lokale Suche zusätzlich in die Ergebnisseite eingebunden werden:




Detailansicht



Und auch andere Suchmaschinen neben Google können sich dem Trend nicht verwehren und binden immer öfter Rich-Media Elemente sowie vertikale Suchergebnisse aus anderen Spezialsuchen mit in die Ergebnisseite ein, wie hier die Yahoo-Ergebnisse von den Tennisspielen bei den French Open:




Detailansicht



Alle Beispiele verdeutlichen zwei Dinge:

Zum einen wird sich erfolgreiches SEO immer mehr auf absolute Top-Platzierungen und nicht mehr allein auf die erste Trefferseite konzentrieren. Denn nur die obersten Platzierungen sind für die User weiterhin sichtbar und werden noch entsprechend häufig angeklickt.

Zum anderen, und hier kommen wir wieder auf das eigentliche Thema dieses Beitrags zurück, wird man neben der traditionellen Suchmaschinenoptimierung alle in Frage kommenden Kanäle für die optimale Auffindbarkeit in den Suchmaschinen bedienen müssen.


Allgemeiner Ranking-Report verliert an Bedeutung

Es kann also nicht länger darum gehen, die Kunden in den Bereich der ersten Ergebnisseite zu bringen. Stattdessen geht es einzig und allein um die Positionierung in der Suchmaschine:

  • Wo und wie können Sie sich Ihren Kunden auf wirksame Art und Weise besser sichtbar machen?
  • Welche Dateitypen oder Methoden müssen Sie verwenden, um dies zu ermöglichen?

Der allgemeine Ranking-Report wird zunehmend an Bedeutung verlieren, da es die Informationen mittlerweile erlauben, Beziehungen zwischen Suchanfragen, Webseiten und dem eigentlichen Suchkontext des Benutzers zu erfassen.

Dies gilt besonders in der heutigen Ära der universellen Suche bei der die standardisierten Ranking-Reporte nur suboptimale Daten liefern.

Ihre klassische SEO-Agentur könnte Ihnen mitteilen, dass Sie in den Top 10 bei einer großen Anzahl von Suchwörtern bei Google stehen, aber führt das auch wirklich dazu, leicht gefunden zu werden? Hier gilt es, genau zu analysieren, welche Informationen für die Ergebnisseite hinzugezogen werden, um diese dann optimal bedienen zu können.


Universal Search bietet Vermarktern ganz neue Möglichkeiten

Universal Search bietet viele neue Möglichkeiten zur Steigerung der Präsenz und Wahrnehmung bei Google. Diese Methoden zu verstehen und sie mit dem Wissen über das Verhalten des Suchenden bei seinen Suchanfragen in der Suchmaschine zu kombinieren, kann überaus wirkungsvoll sein.

Schließlich haben Studien gezeigt, dass die Endnutzer selten die zweite Seite der Suchergebnisse betrachten, die meisten scrollen nicht einmal nach unten. Stattdessen handeln die Nutzer nach dem Prinzip der sogenannten Abfragekette.

Nach der ersten Suchanfrage schauen sie sich den oberen ins Auge springenden Teil der Ergebnisseite an. Wenn sie dort kein Ergebnis finden, das ihnen zusagt, formulieren sie einfach ihre Suchanfrage neu. Dies kann mehrere Male geschehen. Wenn eine Suchmaschine diese Abfragekette (Intention) aufspürt, kann sie die eigentliche Zielseite des Suchenden schon vorher bestimmen.

Das Zusammenspiel zwischen den Handlungen des Endnutzers und das Vorgehen, wie Suchmaschinen diese neuen Arten von Informationen darstellen, ist letztlich der Schlüssel zur Entwicklung neuer Marketingstrategien für die Suche. DAO bietet bei richtiger Anwendung die einzigartige Möglichkeit, größtmögliche Popularität innerhalb kürzester Zeit zu erzielen.

06/2009, Uwe Tippmann



Uwe Tippmann ist Geschäftsführer der 2002 gegründeten SEO-Agentur ABAKUS Internet Marketing in Hannover. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Bereich SEO gilt er als einer der profiliertesten Suchmaschinen-Experten.
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