Websites und Landing Pages auf Trab bringen: Zwei kostenlose Firefox-Add-Ons

Autor: Markus Hövener
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Letzter Beitrag: 03/2010
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Die Ladezeit einer Website oder Seite kann wichtig sein, um Besucher nicht zu verärgern, aber auch, weil die Ladezeit einer Landing Page den QualityScore beeinflussen kann. In Bezug auf SEO hat Matt Cutts zwar unlängst klargestellt, dass hier noch kein Einfluss besteht, aber auch das könnte sich ja in Zukunft ändern. Es ist also durchaus sinnvoll, alle möglichen Vorkehrungen zu treffen, damit die eigene Website oder Landing Page möglichst schnell lädt.

Die Suchmaschinenbetreiber Yahoo und Google bieten beide ein Firefox-Add-On an, das helfen kann, bestimmte Schwachstellen einer Site oder Seite zu finden: YSlow und Page Speed. Beide Tools sind sich insgesamt recht ähnlich und benötigen beide das Add-On Firebug, das allerdings auch wie bei Firefox üblich schnell und unkompliziert installiert werden kann. Übrigens hatte bei diesem Thema Yahoo die Nase vorn: Während es PageSpeed erst seit einigen Monaten gibt, existiert YSlow schon deutlich länger.

Wer sich mit dem Firefox auf einer bestimmten Seite befindet, kann beide Add-Ons aufrufen und so Informationen zu den unterschiedlichen Aspekten abrufen, die die Ladezeit der Seite beeinflussen. Bei YSlow werden den einzelnen Aspekten Schulnoten von A (kein Problem) bis F (großes Problem) zugeordnet; PageSpeed hingegen zeigt den Score als Prozentwert an.



YSlow
Detailansicht



Problemfelder

Beide Tools erkennen prinzipiell dieselben Problemfelder. Außerdem werden bei beiden Add-Ons nicht nur die Fehler angezeigt, sondern auch umfangreiche Informationen angeboten die aber in der Regel auch ein gewisses technisches Wissen erfordern. Wer also schon beim Blick in HTML-Code oder in CSS-Dateien nur noch böhmische Dörfer sieht, wird auch mit den angebotenen Informationen überfordert sein. Die Optimierung der Ladezeiten ist also etwas, was durchaus ein solides technisches Hintergrundwissen erfordert.

Hauptsächlich erkennen die beiden Add-Ons die folgenden Problemfelder:


Komprimierung von Dateien

Hier wird z.B. geprüft, ob die angeforderte HTML-Datei komprimiert übertragen wird. Auch wird ausgewertet, ob man Dateien über so genanntes Minify JavaScript- oder CSS-Dateien verkleinern kann, indem Leerzeichen und Leerzeilen entfernt werden. Wie man an diesen beiden Beispielen sieht, können die nötigen Änderungen durchaus an unterschiedlichen Stellen anfallen: Während das Komprimieren von HTML-Dateien beim HTTP-Server eingestellt werden kann, müssen für das Minify nur die betroffenen Dateien optimiert werden.


Überflüssiges entfernen

Beide Tools zeigen auch an, ob z.B. bestimmte Anweisungen in CSS-Dateien überflüssig sind, also ob z.B. ein Stil definiert wird, der in der abgefragten Seiten gar nicht benötigt wird. Hier zeigt sich allerdings auch direkt der Nachteil, dass die Tools nur eine konkrete Seite überprüfen. Wenn ein solcher Stil von einer anderen (nicht geprüften) Seite verwendet wird, meckern beide Tools trotzdem. Die Empfehlungen müssen also auf jeden Fall noch manuell überprüft werden.


Schnellere Darstellung

Oftmals wird bei Bildern vergessen, die Breite und Höhe zu definieren. Auch kann man CSS-Anweisungen im Head-Bereich der Datei und nicht in einer ausgelagerten Datei unterbringen. Derlei Problemfelder zeigen beide Tools sofort an.


Caching verbessern

Viele Einstellungen helfen nicht nur, die Ladezeit einer Seite, sondern der gesamten Website insgesamt zu verbessern. Wer z.B. Cache-Control- und Expire-Informationen korrekt setzt, sorgt dafür, dass z.B. Bilddateien, die konstant sind, über Wochen im Browser-Cache abgelegt werden und so vor allem bei häufigerem Besuch einer Website direkt zur Verfügung stehen.


Anzahl der Verbindungen verringern

Wer in einer HTML-Datei 20 CSS- und JavaScript-Dateien nachlädt, sorgt dafür, dass dafür 20 HTTP- oder HTTPS-Verbindungen benötigt werden. Hier kann man also Ladezeit sparen, indem man diese Dateien in eine einzelne Datei konsolidiert.



Page Speed
Detailansicht



Grenzen

Beide Tools haben natürlich systembedingt ihre Grenzen. Sie können nicht alle Gründe für langsame Verbindungen sehen, weil sie eben "nur" Firefox-Add-Ons sind. So gibt es z.B. seit HTTP/1.1 die so genannten Persistent Connections, bei denen eine Verbindung genutzt wird, um nacheinander mehrere Dateien zu transportieren. Ob diese allerdings aktiviert sind, können weder PageSpeed noch YSlow erkennen.

Auch gibt es natürlich noch viele andere Gründe, warum eine Seite langsam lädt, z.B. eine langsame oder hinsichtlich Bandbreite gedrosselte Internet-Anbindung. Auch ein überlasteter Web- oder SQL-Server kann ursächlich sein, ohne dass die Add-Ons das so bemerken könnten.

Die Problemfelder, die von beiden Tools aufgezeigt werden, sind also hauptsächlich auf die HTML-Seite und nachgeladene Dateien beschränkt. Bei allen anderen Faktoren muss man eben auf andere Tools zurückgreifen.

Interessanterweise bieten aber bereits diese Problemfelder hinreichend viel Potenzial bei der Optimierung von Seiten insbesondere dann, wenn diese viele Bilder oder sonstige Dateien laden.

Ein Problem haben einige der Vorschläge leider auch: Es ist zwar sicherlich sinnvoll, CSS- und JavaScript-Dateien zu "minifyen" und so unnötige Leerzeichen und Leerzeilen zu entfernen. Wartungsfreundlich sind die Dateien danach allerdings nicht mehr. Wer also derlei Optimierungen in Angriff nehmen möchte, sollte vielleicht neben einer Entwicklungsversion der Website auch eine Produktivversion haben, die dann optimiert ist - ein Aufwand, den viele Website-Betreiber wohl nicht ohne Grund scheuen.


Fazit

Mit Yahoo YSlow und Google PageSpeed existieren zwei kostenlose Firefox-Add-Ons, mit denen man Vorschläge zur Optimierung der Ladezeit einer Seite abrufen kann. Der Vorteil: Die Seite lädt schneller, erzeugt evtl. weniger Server-Last und verbraucht weniger Bandbreite. Das ist insbesondere für AdWords interessant, wo die Ladezeit einer Seite als Faktor in den QualityScore mit einbezogen wird.

01/2010, Markus Hövener





Markus Hövener ist Suchmaschinen-Experte und geschäftsführender Gesellschafter der Suchmaschinen-Marketing-Agentur Bloofusion Germany.
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