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Praxis: Database Publishing und Content Management bei der Stiftung Warentest
Projektbrief
Herausforderung medienneutrale Datenbank94 Prozent aller Menschen in Deutschland kennen die Stiftung Warentest. Ein Drittel von ihnen orientiert sich bei wichtigen Kaufentscheidungen an den Testergebnissen der Berliner Institution. Diese werden nicht nur in den beiden Zeitschriften test und Finanztest sowie im Internet unter test.de veröffentlicht, sondern immer häufiger auch in außerordentlich erfolgreichen themen- oder zielgruppenspezifischen Büchern und Sonderheften. Intelligentes Content Management ist also eine erfolgskritische Herausforderung für die Berliner Institution. Die konkrete Aufgabe: Alle Produkte und Testergebnisse in einer Datenbank medienneutral und möglichst optimal für alle Veröffentlichungs- und Verwertungskanäle vorzuhalten.Als die Stiftung Warentest sich vor neun Jahren für das datenbankgestützte Redaktionssystem REDLINE der Darmstädter MarkStein Software entschied, stand das gedruckte Wort eindeutig und unanfechtbar im Mittelpunkt des Geschäftsmodells und aller Verwertungsüberlegungen. Als langjährige REDLINE-Nutzer wissen die Berliner Test-Experten heute um die Vorteile des datenbankgestützten Publizierens – sie schätzen die integrierten Prozesse, die erheblichen Vorteile in Sachen time-to-market und die Konsistenz aller Publikationen. Und als anspruchsvolle Anwender reizen sie die Redaktionssysteme bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit aus. Doch auch für die Berliner Tester und ihre vielfältigen Kundenzielgruppen ist die Zeit nicht stehen geblieben. Das ursprüngliche Gesamtsystem war auf Print-optimierte Produktion ausgelegt. Die Produktdaten und Testergebnisse waren Teil der Druckseiten und nicht eigenständig verfügbar. Dies war der Hintergrund für die Entscheidung der Geschäftsleitung der Stiftung, eine medienneutrale Datenbank für alle Produktdaten und Testergebnisse zu entwickeln. Aus dieser sollten alle relevanten Verwertungskanäle der Berliner Verbraucherschützer bedient werden können – mit dem Ziel, die Testergebnisse für alle Publikationen in einheitlicher Form zur Verfügung zu stellen. Integrierte Produktdatenbank für Print und WebDie Produktdatenbank wurde als Erweiterung des Media Asset Management Systems tango media konzipiert, welches das bisherige REDLINE-System zur Produktion der Inhalte für Print und Online ablösen sollte. So konnte gewährleistet werden, dass alle Produktdaten und Testergebnisse bis hin zur fertigen Printseite unter einer einheitlichen Oberfläche bearbeitbar sind.Zwei Jahre nach dem Entwicklungsauftrag an MarkStein Software ging dann im Jahr 2008 der erste "Produktfinder" für die Produktgruppe Digitalkameras auf test.de online. Inzwischen sind auch Produktgruppen wie Fernsehgeräte, Autokindersitze oder Investmentfonds online, weitere Produktfinder wie Camcorder und gesetzliche Krankenkassen stehen kurz vor der Veröffentlichung. Im Laufe dieses Jahres sollen alle Testergebnisse ausschließlich aus der zu Grunde liegenden Datenbank heraus publiziert werden.
Abbildung 1: Der Produktfinder auf test.de – Die redaktionell vorstrukturierte Auswahl "Unterwasserkameras" im Bereich Digitalkameras selektiert und präsentiert aus mehr als 600 Digicams auf Knopfdruck die 8 wasserdichten Kandidaten aus dem Testfeld. Detailansicht Die Auslieferung der Daten fürs Internet erfolgt über das Web-CMS Publishing Studio der Noxum GmbH (Würzburg). Die Übertragung der Daten aus tango media erfolgt über eine abgestimmte XML-Schnittstelle. Mit tango media werden bereits jetzt zahlreiche Buchprojekte und Sonderpublikationen mit Inhalten aus der zentralen Datenbank heraus gestaltet und produziert – einfach, schnell und kostengünstig. Die eindeutige Datenhaltung unterstützt die ehrgeizigen time-to-market-Ziele der Berliner Tester auch dadurch, dass nun abteilungsübergreifend paralleles Arbeiten sinnvoll ermöglicht wird. Arbeiten mit der ProduktdatenbankDie Grundlage der Veröffentlichungen der Stiftung Warentest bilden die Untersuchungsprojekte. Diese Untersuchungen werden von den jeweiligen Projektleitern betreut. Die Projektleiter fügen die Ergebnisse der Untersuchungen in die Produktdatenbank ein. Zusätzlich zu den Ergebnissen werden bei jedem Produkt auch redaktionelle Testkommentare und Produktbilder eingetragen. Die Erfassung und Bearbeitung der Testkommentare erfolgt im Redaktionseditor von tango media. Für jedes Produkt wird außerdem bei guenstiger.de der aktuelle Tagespreis automatisiert abgefragt und in einer Preishistorie vermerkt.Nach Verifikation und Freigabe werden die Produktdaten zur Veröffentlichung ins Web an das Web-CMS Noxum Publishing Studio übertragen. Mit dieser Technik ist die Stiftung in der Lage, die Testergebnisse zu einzelnen Produkten zeitnah zu ihrem Erscheinen direkt und ohne Umwege in den Produktfindern im Web zu veröffentlichen. Für die Print-Veröffentlichung treffen der Projektleiter und der verantwortliche Redakteur gemeinsam eine Auswahl, welche Produkte mit welchen Ergebnissen und Merkmalen veröffentlicht werden sollen. Nach dieser Auswahl wird ein Suchprofil definiert, das die gewünschten Daten im jeweils aktuellen Stand als Suchergebnis ausliefert. Die Anordnung und Ausprägung der Daten für die Präsentation in der Printproduktion wird über eine Tabellenschablone gesteuert, die auf dem Suchprofil basiert. Als Endergebnis entsteht ein tango-Tabellenartikel, der auf der Heftseite platziert werden kann. Änderungen in den Ursprungsdaten können jederzeit durch die Verbindung des Tabellenartikels mit dem Suchprofil und der Tabellenschablone auf Benutzeranfrage automatisiert nachgeführt werden. Neuimporte mit aufwändigen Verifikationsprozessen entfallen damit ebenso wie das Nachführen von Korrekturen aus Print in Online und umgekehrt. Die Pflege der Daten erfolgt stets in der Produktdatenbank. Das bedeutet, dass für alle Ausgabekanäle dort immer der jeweils gültige Datenbestand zur Verfügung steht.
Abbildung 2: Die Navigation erfolgt über die Karte Produktdatenbank im tango media Center Detailansicht
Abbildung 3: Die Testergebnisse sind ein Teil der Produkteigenschaften Detailansicht
Abbildung 4: Die Ergebnisse der erweiterten Suche sind die Grundlage für Print Detailansicht
Abbildung 5: Darstellung der Ergebnisse im Layoutprogramm tango Studio Detailansicht FazitBei der Stiftung Warentest wird das Konzept der granularen Inhalte und des datenbankgestützten Publizieren konsequent angewandt und umgesetzt – basierend auf der Datenbank für die Veröffentlichung von kontinuierlichen Testergebnissen. Die Stiftung Warentest hat sich für MarkStein Software und tango media entschieden, weil das technologische Konzept überzeugte: ein konsistentes, zukunftssicheres Datenmodell für alle relevanten Veröffentlichungsformen und eine einheitliche Arbeitsoberfläche für die Redaktion und Produktion aller Print- und Online-Objekte.Technische Basis
01/2010, Thomas Thelen
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