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Crossmediales Publizieren und Content Management
Inhalt und Medium
Durch die Entwicklung der 90er Jahre ist die digitale Verarbeitung gedruckter Produkte (Zeitung, Broschüre, Flyer) an die Seite zahlreicher digitaler Medien (WAP-Handy, www, PDA) getreten. Inhalt kann heute in einem zentralen Content Management System medienneutral gespeichert werden, um ihn für diverse Medien aufzubereiten und mit anderen ähnlichen Inhalten zu verknüpfen. Technisch spielt es dabei keine Rolle, ob digitale Daten (zum Beispiel Text oder Bilder) für eine Broschüre oder einen Webauftritt genutzt werden. Ausgehend vom Bereich der Content Management Systeme erfolgt eine Weiterentwicklung des technischen Ansatzes hin zur unternehmensweiten Verwaltung der Inhalte. Der Sinn und Zweck von Cross Media Publishing bleibt dabei erhalten, nämlich die Publikationen einzusetzen und zu erstellen, welche die Zielgruppen des Kunden benötigen und erreichen. Dies kann eine gedruckte Broschüre, das Internet oder ein PDA sein. Gemeinsames Vorgehen Erstellte eine Redaktion in der Frühzeit des Internets Inhalte lediglich für das bestellte Medium und wurden die Inhalte danach ans Medium Internet angepasst oder im schlimmsten Fall 1:1 ins Webangebot umgesetzt, so begeht man heute den entgegengesetzten Fehler: Inhalte werden zwar in einem Daten-Pool gesammelt, von dort aber willkürlich auf die gewinnbringendsten Medien verteilt. Der alte Workflow einer linearen Verwertung (siehe Skizze 1) von Inhalten ist durch eine gewisse Unkoordiniertheit der Distribution abgelöst worden.
Abbildung 1: Linearer Workflow Daten und Informationen können bei diesem Vorgehen zwar in Datenbanken abgelegt werden, Wissen entsteht aber nur bei der Bewertung, der mediengerechten Einordnung und der Verknüpfung dieser Daten. Erst, wenn also alle beteiligten Gruppen von Anfang an durch einen parallelen Workflow (siehe Skizze 2) in einen gemeinsamen Veröffentlichungsprozess integriert werden, kann dieses redaktionelle Wissen erfolgreich in verschiedene Medienprodukte überführt werden. Eine Wertschöpfungskette wird geboren, bei welcher die Redakteure gemeinsam mit Programmierern und Herausgebern vorgehen, individuelle Texte für zielgruppennahe Medien erstellen, in durchdachten Content Management Systemen miteinander verknüpfen und erfolgreich einsetzen.
Abbildung 2: Paralleler Workflow Cross Media Publishing Hinter dem Schlagwort Cross Media Publishing verbirgt sich also mehr, als nur die Installation einer Software oder die Verteilung von Daten und Informationen. Wer CMP richtig angehen möchte, muss Arbeitsabläufe neu organisieren, Content Management Software einführen, um die Akzeptanz der Software wie der neuen Arbeitsabläufe werben und eingefahrene Verfahrensweisen gezielt analysieren und ändern. Ein gemeinsames Vorgehen aller beteiligten Stellen ist grundlegende Voraussetzung hierfür. 10/2002, Michael Haasler
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