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Zehn Fragen an Web Content Management Systeme
Im Markt für Web Content Management Systeme (WCMS) hat der Anwender die Qual der Wahl. Um erst einmal eine Vorauswahl in Frage kommender Systeme zu finden, sollen die zehn folgenden Fragen an WCMS helfen.
Überlegen Sie sich als erstes, welche Art von Inhalten sie mit welchen Ressourcen generieren und pflegen wollen. Denken Sie dabei besonders darüber nach, wie der Arbeitsablauf und Freigabeprozess dabei erfolgen soll. Dies sollten Sie in einem generellen Content-Modell festhalten, welches dies eingehend beschreibt und auch auf die nötigen Verknüpfungen zwischen den Inhalten eingeht. Das WCMS muss dieses Modell abbilden können und nicht Sie zwingen, sich nach den Funktionen des Systems zu richten. Ihr Unternehmen setzt sicherlich bereits verschiedene IT-Technologien wie Datenbanken, ERP-System oder sogar E-Commerce-Lösungen ein. Überlegen Sie sich, ob und wie diese mit dem WCMS kommunizieren müssen, um Ihre Anforderungen abzudecken. Lösen Sie nicht kurzfristige Probleme, sondern wählen Sie den strategischen Ansatz. Gehen Sie davon aus, was Sie langfristig erreichen wollen und überprüfen Sie, ob das WCMS die zukünftigen Anforderungen hinsichtlich Lastverhalten und Funktionalitäten auch abdecken kann. Mitarbeiter müssen motiviert werden, mit neuer Technologie zu arbeiten. Dies ist bei einem WCMS nicht anders. Das neue System sollte daher bestehende Workflows abbilden können und nur marginale Veränderungen mit sich bringen. Vielleicht planen Sie derzeit nur eine deutschsprachige Website. Dies ist an sich meist schon ein großes Projekt. Werden zukünftig mehrsprachige Inhalte verwaltet werden müssen, sollte das WCMS dies jetzt schon können. Haben Sie eine bestehende Website, so muss diese effizient in das neue WCMS überführt werden. Mit entsprechenden Import- und Exportschnittstellen setzen Sie auf Zukunftssicherheit. Der Internetbrowser ist das Standardwerkzeug, um in einem WCMS zu arbeiten. Einige WCMS erfordern jedoch Java, PlugIns oder die Installation von Applikationen. Je größer die Anforderungen an den Client, umso schwieriger ist die Softwarepflege. WCMS können dynamische oder statische Websites abbilden. Je nach Ihrem Content-Modell wissen Sie, ob Ihre Website stündlich, täglich oder seltener aktualisiert werden wird. Bei kurzen Aktualisierungsintervallen sind dynamische Systeme die bessere Wahl, die zudem die Last über Caching senken. Statische Publizierung der Inhalte ist bei langen Aktualisierungsintervallen sinnvoll. Die Vorgabe Ihres Budgets wird bereits die Auswahl einschränken. Denken Sie jedoch nicht nur an die Lizenzkosten und wie sich diesen zusammenstellen, sondern auch daran, ob für die Inbetriebnahme zusätzliches Consulting notwendig wird. Diese Kosten übersteigen in der Regel die Lizenzkosten des Systems. Die Entscheidung für WCMS sollte langfristig geschehen. Daher überprüfen Sie gerade in diesem Marktsegement, ob Sie noch in einigen Jahren mit Updates und Weiterentwicklungen des Anbieters rechnen können. 12/2002, Oliver Zschau
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