Universell zugängliche Websites und Portale bringen echten Mehrwert: Sie lassen sich von allen Menschen, Suchmaschinen und mobil mit iPhone, iPad & Co. ohne Einschränkungen nutzen.
Immer mehr Menschen greifen immer häufiger und mobiler auf Informationen im Web zu. Neue, mobile Endgeräte, steigende WLAN-Verbreitung und kostengünstige Internet-Flatrates haben die Zugangsmöglichkeiten zum Web für alle maximiert. Jeder kann von überall teilhaben – theoretisch zumindest, denn Barrieren schränken den Informationszugriff bei vielen Angeboten unnötig ein. Anbieter von universell gestalteten und dementsprechend barrierefreien Portalen und Websites haben diese Sorgen nicht: Ihre komfortabel zugänglichen Web-Angebote sind schlank programmiert, werden auch mobil schnell geladen, sparen Traffic-Kosten und können von Menschen mit und ohne Behinderungen ebenso gut genutzt werden, wie von Suchmaschinen. Ein universell zugängliches Web-Angebot ist gestalterisch, technisch und inhaltlich gegenüber barrierebehafteten Websites überlegen.
Barrierefreie Web-Angebot funktionieren auch mobil.
Wie Studien zeigen, nutzen Behinderte Internet-Angebote überdurchschnittlich stark. Die verbreitete Meinung, Barrierefreiheit im Web sei hauptsächlich für die Interessen von Behinderten relevant, ist allerdings zu kurz gedacht. Das Internet wurde von Tim Berners Lee als universelles Informationsmedium konzipiert. Barrieren jeder Art widersprechen diesem Prinzip und machen nur in einem Fall Sinn: beim Einloggen in bewusst geschlossene Gruppennetze wie Intranets, Extranets, Communities etc.
Doch auch hier sollte die persönliche Legitimation in Form eines Passworts oder ähnlichem die einzige Hürde zur Informationsvielfalt sein. Ansonsten schaden Barrieren in Web-Informationsangeboten: Suchmaschinen wie Google scheitern an Barrieren und können Informationen nicht richtig "lesen", bewerten und verknüpfen. Die Darstellung auf mobilen Endgeräten wie Smartphones funktioniert nicht wunschgemäß, wenn Barrieren in Aufbau und Struktur bestehen. Viele alte Menschen haben Probleme mit zu kleinen Klickflächen, schwachen Kontrasten und ähnlichen Hürden. Migranten oder Bürger mit geringer Bildung verstehen komplizierte Schachtelsätze und Fachtermini nicht richtig. Dies sind nur einige Beispiele, die sich zu den Interessen der rund 8,6 Millionen Menschen mit Behinderungen in Deutschland addieren.
Barrierefreiheit ist keine Technologie, kein Rußpartikelfilter, den man schnell nachrüsten kann. Sie sollte bereits im Konzept berücksichtigt, im Design kreativ eingesetzt und während der Umsetzung gelebt werden. Dafür müssen die eigentlichen Ziele hinter den Anforderungen der Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung (BITV) – dem Regelwerk für barrierefreie Websites – verstanden werden. Dies ist zielführender, als stoisch einen technisch barrierefreien Website Code nach Anleitung zu produzieren, wie es in der Praxis leider häufig passiert.
Die Anforderungen an ein universelles Webdesign sind umfassend. Für ein besseres Verständnis der Ziele, hier einige beispielhafte Anregungen:
Informationen für alle Nutzer verständlich aufzubereiten, ist insbesondere für öffentlich-rechtliche Anbieter bindend, um die Forderungen nach Gleichberechtigung zu erfüllen. Eine leicht verständliche Sprache, Trennung von Design und Inhalt sowie eine klare Strukturierung mit untergliederten Überschriften sind Grundbedingungen für eine zukunftsfähig gestaltete Website. Nur so lassen sich Zusammenhänge von allen Menschen und über alle Kanäle uneingeschränkt nachvollziehen. Web-Angebote werden dann auch von Suchmaschinen wie Google "blind verstanden", denn diese verarbeiten Content ähnlich, wie Blinde.
Eine kontraststarke Website mit veränderbarer Textgröße ist auf einem kleinen Smartphone- oder Netbook-Display ebenso gut lesbar, wie am großen Monitor. Ein sehschwacher Pensionär kann ein solches Angebot am heimischen PC genauso nutzen, wie ein Teenager mit seinem iPhone. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung sind Text und Bild noch kontraststark auf Displays zu erkennen – ein großes Plus, wenn man beispielsweise unterwegs auf das Internet zugreift.
… sie langfristig frei von Barrieren zu halten, das andere. Integrierte Hinweise im Content Management System, Workflows und festgelegte Templates können dabei ebenso helfen, wie Schulungen und Guidelines für das Web Team und die Online-Redakteure. Da das Internet vom Wandel lebt, sollte regelmäßig auf Barrieren geprüft werden. Ebenso sollten neue Mitarbeiter mit den Guidelines und den Ideen der Barrierefreiheit vertraut gemacht werden.
Regeln und Vorgaben, wie die international gültigen Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) und BITV, sind eine wichtige Basis für universelles, barrierefreies Webdesign. Aber erst mit Untersuchungen (Usability-Tests) kann festgestellt werden, ob eine Website nicht bloß technisch oder theoretisch barrierefrei, sondern auch für alle Menschen und auf allen Endgeräten benutzbar ist. Jeder Praxistest lohnt sich, denn es gibt immer wieder neue Erkenntnisse, die das Wissen erweitern. Das prämierte Web-Portal www.einfach-teilhaben.de vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ist ein gutes Beispiel für eine barrierefreie Gestaltung, die auf den Erkenntnissen von Usability-Tests aufbaut. Das Portal ist Bestandteil der neuen E-Government-Strategie "Teilhabe" der Bundesregierung und hat im BITV-Test des BIK kürzlich mit 98,5 von 100 möglichen Punkten abgeschnitten.
www.einfach-teilhaben.de – die von Aperto realisierte Website erhielt 98,5 Punkte im BITV-Test des BIK
Bereits seit Anfang 2006 müssen alle Web-Angebote der Bundesverwaltung die BITV 1.0 erfüllen. Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird die Folgeverordnung BITV 2.0 Gültigkeit erlangen. In der Schweiz ist diese bereits rechtsgültig. Die Neuregelung basiert auf den WCAG 2.0 und stellt eine radikale Veränderung des Prüfregelwerks auf Barrierefreiheit dar. Waren die einzelnen Regeln bislang auslegungsfähig, wird mit der BITV 2.0 mehr Klarheit in den Prüfdetails bestehen. Zudem werden die Regeln technik- und plattformübergreifend formuliert sein, was einer zukunftsfähigen Entwicklung von Web-Angeboten zu Gute kommt. Die BITV 2.0 kann zum Motor einer neuen universellen Web Design-Entwicklung werden.
Web-Verantwortliche sollten die vielen positiven Aspekte einer barrierefreien Gestaltung bei ihrer Planung berücksichtigen. Jede von vornherein beseitigte Barriere macht Portale und Websites für mehr Menschen und über alle Kanäle besser zugänglich und Web-Investitionen im Sinne aller Bürger effizienter.
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