Im Hosting konnten sich in den letzten Jahren zwei wesentliche Konzepte etablieren. Neben der technischen Bereitstellung eines Portals über physikalische Webserver gewinnt Cloud Hosting zunehmend an Bedeutung. Beim Cloud Hosting (auch Cloud Computing) werden dem Nutzer über eine Public Cloud, je nach Bedarf, technische Ressourcen wie Datenspeicher oder Netzwerkkapazität zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung erfolgt dabei zumeist über externe Anbieter.
Cloud Computing ist aktuell so prominent wie noch nie, was in erster Linie an den wirtschaftlichen Vorteilen liegt, die der Einsatz einer Cloud mit sich bringt. Die Abrechnung erfolgt je nach Nutzung der Systemressourcen, Investitionen in die Hardware entfallen und eine kostenintensive Anschaffung von Ressourcen, die bei Störungen als Puffer dienen, ist schlicht nicht mehr notwendig. Als Anwender ist es jedoch besonders wichtig, sich von den zunächst günstig wirkenden Preisen nicht in die Irre führen zu lassen.
Cloud Computing stellt nicht immer automatisch die günstigste Variante für ein Portal dar. Die Kosten sind oft deutlich schwieriger zu berechnen als bei gängigen Investitionen in IT-Systeme. Bei gewöhnlichem Hosting war es bisher oft ausreichend die maximale Nutzerzahl und die Nutzerentwicklung im Hinblick auf einen bestimmten Zeitraum zu kennen. Wird hingegen nach Bedarf und Nutzung abgerechnet, rücken die durchschnittliche Auslastung und die Zeiten der Lastspitzen in den Fokus. Um optimale Skalierungsentscheidungen treffen zu können, ist es wichtig, das Portal oder die Applikation genau zu kennen. Wann können die Ressourcen wie weit heruntergefahren werden ohne den sicheren Betrieb zu gefährden? Cloud Computing bedeutet also immer auch Kalkulation und Planung.
Um die Frage beantworten zu können, welches System sich für das eigene Portal eignet, sollte zunächst festgelegt werden, welches Wachstum in den nächsten drei Jahren erwartet wird. Bei geringem Wachstum ist der Einsatz einer echten Cloud oft teurer als herkömmliches Hosting, da die Vorteile der Rechnerwolke nicht voll ausgeschöpft werden. Besteht jedoch die Möglichkeit, dass innerhalb kurzer Zeit extreme Lastspitzen abgefangen werden müssen, oder stellt sich die Entwicklung generell als völlig ungewiss dar, sollten Anwender die Nutzung von Cloud Services in Betracht ziehen. Vor Entscheidungen dieser Art gilt es jedoch, den Bedarf genau zu prüfen.
Oft führt auch eine Mischung aus beiden Ansätzen zu einem performanten und skalierbaren Hosting-Ergebnis. Viele Portale, die sich zu Beginn ausschließlich für eine Variante entscheiden, rudern im Nachhinein wieder zurück. Häufig lohnt es sich nur bestimmte Teilbereiche einer Applikation in Public Clouds auszulagern. Sollten beim Cloud-Anbieter Probleme auftreten, ist durch das gesplittete Hosting die Verfügbarkeit des Portals sichergestellt. Schließlich haben die jüngsten Ereignisse gezeigt, dass auch Public Clouds keine 100-prozentige Uptime garantieren können.
Bei allen Vorteilen, die Cloud Technologien mit sich bringen, gilt es bei der Anwendung Vorsicht walten zu lassen. Häufig weisen Anbieter, die mit Cloud Technologien werben, die für einen erfolgreichen Einsatz notwendigen technologischen Standards nicht auf – zu oft werden gängige virtualisierte Umgebungen als Private oder Public Clouds verkauft. Wenn das zukünftige Hosting-System als eine "sich wie von Zauberhand managende Wolke" dargestellt wird, sollten Portalbetreiber skeptisch werden. Einfache Virtualisierungslösungen machen aus Systemen noch keine echte Cloud, die Virtualisierung ist lediglich eines von vielen Merkmalen. Entscheidend sind vielmehr die Tools und APIs, mit denen Anwender die Infrastruktur steuern und automatisieren können. Portalbetreiber sollten vor allem Faktoren wie Automatisierung, Skalierung und Fehlererkennung genauer unter die Lupe nehmen – hier trennt sich häufig die Spreu vom Weizen, da diese Funktionen nicht out-of-the box erhältlich sind, sondern aufwändig implementiert werden müssen.
Während Portalentwicklung und Hosting früher häufig getrennt betrachtet wurden, wird es heute immer wichtiger, dass Softwareentwickler die Skalierungsfähigkeit immer im Hinterkopf behalten. Im schlimmsten Fall steht am Ende der Entwicklung ein Produkt, das zwar auf einem einzelnen Testsystem hervorragend funktioniert, auf einer Infrastruktur, die sich über mehrere Systeme verteilt, jedoch nicht betreibbar ist.
Um flexibel skalieren zu können, ist es wichtig, Daten zu fragmentieren. Das Portal sollte in einzelne redundante Systeme zerteilt werden, die unabhängig von anderen Systemen existieren und arbeiten können. Der Portalbetreiber erhält dadurch die Möglichkeit, einzelne sehr wichtige Bereiche ausfallsicher zu gestalten, während er in weniger wichtigen Bereichen die Kosten im Blick halten kann. Für einen Webshop ist es beispielsweise sehr wichtig, dass die angebotenen Produkte zu jeder Zeit verkauft werden können. Es gilt daher, diesen Prozess stark abzusichern und hochverfügbar zu gestalten. Zusatzfunktionen, wie die Möglichkeit, Artikel zu kommentieren, stellen für den User zwar einen netten Zusatz dar, benötigen jedoch nicht dieselbe Absicherung wie Bereiche des Hauptgeschäfts. KPIs sollten stets so gewählt werden, dass das Unternehmen bei einer Ausschöpfung der "erlaubten Downtime" keinen Schaden davon trägt.
Für kleine Portale mit geringem und gut zu prognostizierendem Wachstum wird auch in Zukunft der herkömmliche Hosting Ansatz, möglicherweise mit einer virtualisierten Infrastruktur, ausreichend sein. Aufwand und Einsparungen, die eine Fragmentierung mit sich bringen würde, ständen in einem aus wirtschaftlicher Sicht nicht zu rechtfertigenden Verhältnis. Streben Portalbetreiber jedoch ein starkes Wachstum an, sollte Cloud Computing als Variante in Betracht gezogen werden. Bei der Wahl des Hosting-Partners gilt es schließlich darauf zu achten, dass im Rahmen der Beratungsphase alle Facetten des Hostings beleuchtet werden und ein gezielt auf den Anwender und sein Portal abgestimmtes Konzept erarbeitet und umgesetzt wird.
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