CMS made simple im Überblick


13.03.2007

Angelehnt an den ersten Teil " Einstieg in CMS made simple " werden im Folgenden nochmal kurz und übersichtlich die wichtigsten Aspekte des Content Management Systems zusammengefasst. Dabei werden auch solche behandelt, die bei der Entscheidung für bzw. gegen dieses System hilfreich sind, unter anderem welche Nutzer- und Rechteverwaltung das System bietet oder welche technischen Voraussetzungen für den Betrieb des Systems erforderlich sind.

1. Allgemeine Beschreibung

CMS made simple ist ein Open Source-CMS, das unter der GPL veröffentlicht wurde. In der aktuellen Version 1.04 bietet das System bereits alles, was man standardmäßig von einem Content Management System erwartet.

Die Ähnlichkeit zu weit verbreiteten Blog-Systemen kommt nicht von ungefähr: CMS made simple ist ein sehr junges System und profitiert davon, dass es keinen unnötigen Code-Ballast mit sich herumträgt und eine ambitionierte und gut funktionierende Community vorweisen kann. Dort findet man nicht nur schnell und kompetent Hilfe, sondern auch offene Ohren für die Weiterentwicklung des Systems.

2. Blick in das Back-End – Benutzer- und Rechteverwaltung

Das Back-End von CMS made simple ist fast schon intuitiv aufgebaut und orientiert sich im Wesentlichen an den drei Basis-Rollen, mit denen das Sytem ausgeliefert wird:

  • Redakteure (Inhalts-Orientierung),
  • Webdesigner (Inhalts- und Template-Orientierung) und
  • Administratoren (Inhalte, Templates & Verwaltung)

Durch ein simples, aber effizientes, Rechtesystem sehen Redakteure nach dem Login nur den Bereich "Inhalte" und "Meine Einstellungen", weitere Restriktionen sind ebenfalls möglich. Dadurch wird die Arbeit mit CMS made simple noch einfacher, denn je weniger Menüpunkte vorhanden sind, desto weniger kann sich ein Back-End-Nutzer verlaufen. Zudem bietet jeder Menüpunkt die Option zur Hilfe direkt aus dem Wiki, oder aber aus der internen Hilfe-Datei, wenn es zum Beispiel um Module geht.

Wie oben bereits erwähnt, gibt es in der Standard-Version drei Benutzergruppen: Administratoren, Redakteure und Designer. Entsprechend sind die Rechte für die einzelnen Gruppen vordefiniert. Zudem gibt es die Möglichkeit, neue Gruppen anzulegen und diesen einzelne Rechte zuzuweisen. Ein Benutzer wiederum wird dann einfach einer Gruppe zugewiesen und erhält die entsprechenden Gruppenrechte.

Im Inhaltsbereich können zudem noch weitere Rechte pro Inhaltsseite durch den Seiten-Eigentümer vergeben werden. Allerdings schützt CMS made simple gegenwärtig nicht vor dem gleichzeitigen Zugriff und warnt nicht, wenn ein Inhalt oder eine Funktion durch mehrere Benutzer gleichzeitig benutzt werden.

3. Inhalte anlegen und bearbeiten

Das Anlegen eines neuen Beitrags erfordert aus dem Hauptmenü zwei Klicks: Zunächst klickt man auf "Seiten", dann auf "Neue Seite hinzufügen" und füllt dann die entsprechenden Felder aus. Dabei kann ein Redakteur aus verschiedenen Optionen wählen, beispielsweise ob es sich bei der neuen Seite um eine Inhalts-Seite, einen Link, einen Trenner oder eine Sektion handelt. In der Regel wird es der Typ "Content" sein, also Inhalt.

Mit weiteren Auswahl-Optionen kann man die Einordnung der Seite im Seitenstrukturbaum festlegen, eine Gestaltungsvorlage zuweisen sowie Meta-Informationen, Anzeigeoptionen, Menü-Informationen und vieles mehr festlegen. Die eigentlichen Inhalte lassen sich mit einem WYSIWYG-Editor formatieren, wobei der Nutzer selbst die Wahl hat, ob und welcher Editor genutzt werden soll.

Neben der Eingabe im reinen Textformat bzw. direkt über HTML-Code, erlaubt CMS made simple zur Zeit acht verschiedene WYSIWYG-Editoren. Standardmäßig wird das System mit FCKeditor ausgeliefert, ab Version 2 wird dieser aber durch TinyMCE ersetzt, möglicherweise wird auch Dojo zum Einsatz kommen. Weitere Editoren sind:

  • XStandard,
  • widgEditor oder auch
  • Xinha/HTMLArea.

Alle Editoren erlauben das standardkonforme Erstellen und Bearbeiten von Texten, Bildern, Links und Tabellen.

Die Einbindung interner Links sowie das Integrieren von Bildern und Dateien erfolgt über intuitive Dialoge direkt aus CMS made simple heraus. Eine Link-Engine, zur Kontrolle und Verwaltung aller gesetzten Verweise, vermisst man jedoch leider.

Verbessert werden könnte auch die interne Verwaltung von Bildern und Dateien durch Redakteure, allerdings reichen die gebotenen Funktionen aus, um die meisten Aufgaben zu erledigen. Bei umfangreicheren Auftritten wäre eine Back-End-Suche für Medien jedoch wünschenswert.

Für den Inhalts-Import gibt es gegenwärtig keine Lösung, sieht man von speziellen Modul-Inhalten ab, die via XML- oder CSV-Datei importiert werden können.

4. Layout

Wie fast jedes Content Management System trennt CMS made simple den Inhalt vom Design und sogar Funktionen werden sauber abgetrennt und auf Wunsch auch von der Präsentationsform unabhängig behandelt.

Neben beliebig vielen Seitenvorlagen, die entweder über die Datenbank oder das Dateisystem verwaltet werden können, bietet CMS made simple die Möglichkeit, Stylesheets und Menü-Elemente komfortabel zu verwalten und beliebig zu kombinieren. Dabei steht in allen Bereichen die Funktions-Vielfalt der Templating-Engine Smarty zur Verfügung, mit der sich ohne großen Programmieraufwand sehr leistungsfähige und gleichzeitig flexible Lösungen in kürzester Zeit realisieren lassen. Mit Hilfe des Moduls Template-Externalizer können Vorlagen extern mit der bevorzugten Applikation bearbeitet und direkt in CMS made simple getestet werden.

Das automatische Generieren von beliebig gestalteten Sitemaps ist mit CMS made simple ebenfalls aus dem sehr komfortablen Menü-Manager möglich, der standardmäßig bereits mit den bekanntesten Menü-Varianten ausgeliefert wird und der sich ohne großen Programmieraufwand auch auf komplexeste Menü-Strukturen anpassen lässt. Dabei spielt das Ausgabeformat (HTML, XHTML, XML) nur eine untergeordnete Rolle, denn durch die Trennung von Inhalt, Design und Funktion sind beliebige Ausgabeformate möglich.

5. Multi-Site-Management und Mehrsprachigkeit

Inhalte können in CMS made simple in beliebiger Form mehrfach verwendet werden. Standardmäßig empfiehlt sich hierfür das Anlegen von "Globalen Inhaltsblöcken", durch den Einsatz von Smarty können aber auch alle anderen Inhalte über das Template wiederverwendet, umgewandelt oder kombiniert werden. Mit Hilfe von benutzerdefinierten Tags können zudem wiederverwendbare Funktionen erstellt werden, oder aber Code-Blöcke, die man innerhalb des Contents wiederverwerten kann.

Echte Mehrsprachigkeit ist mit CMS made simple hingegen noch nicht möglich und kann nur durch den Einsatz einer nicht offiziellen CMS made simple Version, die im Forum angeboten wird, erreicht werden. Die Verwaltung von mehreren Websites mit nur einer Installation ist hingegen derzeit nicht möglich. Beides sind jedoch Optionen für die Weiterentwicklung des Systems und zumindest der Punkt Mehrsprachigkeit wird bereits Mitte des Jahres mit Version 2.0 möglich sein.

6. Workflow

In der aktuellen Version gibt es keinen Workflow-Editor und auch keine internen oder externen Benachrichtigungs-Systeme. Für zukünftige Versionen ist jedoch die Integration eines Workflow-Managements geplant, in welcher Form dies erfolg, ist jedoch aktuell nicht absehbar.

7. Funktionsumfang und Erweiterungen

CMS made simple verfügt über eine eigene Modul-API (in PHP), die nicht nur außerordentlich gut dokumentiert, sondern überdies auch sehr flexibel und sehr einfach zu programmieren ist. Auf diese Weise ist das Einbinden von Modulen in die Administration (und damit in das Rechte-System) innerhalb weniger Stunden möglich, wenn es um einfache Funktionalitäten geht.

Gegenwärtig bestehen keine Schnittstellen zu bekannter Standard-Software, sieht man einmal von einigen Projekten zur Anbindung von osCommerce oder phpList ab, die aktuell von einigen Entwicklern vorangetrieben werden.

Die meisten Module können über verschiedene Arten individuell angepasst werden: Neben der individuellen Gestaltung der Ausgabe über Vorlagen (und damit der weiterführenden Trennung von Inhalt, Funktion und Design), können Module durch Eingriffe über Smarty in ihren Funktionen erweitert werden oder Ausgaben verändert. Durch Eingriffe in den PHP-Code besteht zudem die Möglichkeit, Module noch weiter zu individualisieren und diese dann via XML-Export für andere Auftritte mit CMS made simple nutzbar zu machen.

8. Technische Basis

  • Betriebssysteme: Linux, Unix, FreeBSD, Windows, Mac OS X
  • Datenbanken: MySQL 3.23 oder 4.0+ oder PostgreSQL 7
  • PHP-Versionen: 4.2+ (4.3.3+ für suchmaschinenfreundliche URLs)
  • Skriptsprachen: PHP ab Version 4.2 sowie Templating-Engine Smarty
  • Schnittstellen: XML-Schnittstelle (Import & Export von Modulen und Inhalten), je nach Modul weitere Schnittstellen (z.B. CSV-Import/-Export)
  • Webserver: keine Begrenzung, solange PHP & Datenbanken unterstützt werden
  • Technologie: PHP, SOAP, JavaScript
  • Statische / Dynamische Generierung: generell dynamisch, via Smarty aber auch serverseitiges Caching, jedoch kein Export statischer Seiten
  • Weitere Software für den Betrieb: keine bzw. je nach Modul entsprechende PHP-Bibliotheken

9. Eignung

(+) Menü-Manager zur einfachen Generierung beliebiger Menüs mit beliebigem Output
(+) standardkonforme Umsetzung von kleinen bis mittelgroßen Websites
(+) einfache Arbeitsumgebung für Redakteure

(-) durchschnittliche Performance
(-) Standardkonformität mit WYSIWYG-Editoren zum Teil problematisch
(-) fehlende Medienverwaltung

10. Weiterführende Links

Website: www.cmsmadesimple.org
Wiki: wiki.cmsmadesimple.org
Forum: forum.cmsmadesimple.org
Forge (Module, Entwicklungen, Übersetzungen): dev.cmsmadesimple.org

Weitere Systemvorstellungen im Magazin

- AxCMS.net
- Joomla!
- Drupal


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Autor

  • Ansgar Hein

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Ansgar Hein beschäftigt sich schon seit 1994 mit den Anforderungen komplexer Internet-Lösungen und Content Management Systeme. Als Mitgeschäftsführer der Agentur anatom5 und Mitbegründer des Barrierekompass engagiert er sich für barrierefreie Websites.




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