Angelehnt an den ersten Teil " Einstieg in CMS made simple " werden im Folgenden nochmal kurz und übersichtlich die wichtigsten Aspekte des Content Management Systems zusammengefasst. Dabei werden auch solche behandelt, die bei der Entscheidung für bzw. gegen dieses System hilfreich sind, unter anderem welche Nutzer- und Rechteverwaltung das System bietet oder welche technischen Voraussetzungen für den Betrieb des Systems erforderlich sind.
1. Allgemeine Beschreibung
CMS made simple ist ein Open Source-CMS, das unter der GPL veröffentlicht wurde. In der aktuellen Version1.04 bietet das System bereits alles, was man standardmäßig von einem Content ManagementSystem erwartet.
Die Ähnlichkeit zu weit verbreiteten Blog-Systemen kommt nicht von ungefähr: CMS madesimple ist ein sehr junges System und profitiert davon, dass es keinen unnötigenCode-Ballast mit sich herumträgt und eine ambitionierte und gut funktionierende Communityvorweisen kann. Dort findet man nicht nur schnell und kompetent Hilfe, sondern auch offeneOhren für die Weiterentwicklung des Systems.
2. Blick in das Back-End – Benutzer- und Rechteverwaltung
Das Back-End von CMS made simple ist fast schon intuitiv aufgebaut und orientiert sich imWesentlichen an den drei Basis-Rollen, mit denen das Sytem ausgeliefert wird:
Wie oben bereits erwähnt, gibt es in der Standard-Version drei Benutzergruppen: Administratoren,Redakteure und Designer. Entsprechend sind die Rechte für die einzelnen Gruppenvordefiniert. Zudem gibt es die Möglichkeit, neue Gruppen anzulegen und diesen einzelneRechte zuzuweisen. Ein Benutzer wiederum wird dann einfach einer Gruppe zugewiesen underhält die entsprechenden Gruppenrechte.
Im Inhaltsbereich können zudem noch weitereRechte pro Inhaltsseite durch den Seiten-Eigentümer vergeben werden. Allerdings schütztCMS made simple gegenwärtig nicht vor dem gleichzeitigen Zugriff und warnt nicht, wenn einInhalt oder eine Funktion durch mehrere Benutzer gleichzeitig benutzt werden.
3. Inhalte anlegen und bearbeiten
Das Anlegen eines neuen Beitrags erfordert aus dem Hauptmenü zwei Klicks: Zunächst klicktman auf "Seiten", dann auf "Neue Seite hinzufügen" und füllt dann die entsprechendenFelder aus. Dabei kann ein Redakteur aus verschiedenen Optionen wählen, beispielsweise obes sich bei der neuen Seite um eine Inhalts-Seite, einen Link, einen Trenner oder eineSektion handelt. In der Regel wird es der Typ "Content" sein, also Inhalt.
Mit weiterenAuswahl-Optionen kann man die Einordnung der Seite im Seitenstrukturbaum festlegen, eineGestaltungsvorlage zuweisen sowie Meta-Informationen, Anzeigeoptionen, Menü-Informationenund vieles mehr festlegen. Die eigentlichen Inhalte lassen sich mit einem WYSIWYG-Editorformatieren, wobei der Nutzer selbst die Wahl hat, ob und welcher Editor genutzt werden soll.
Neben der Eingabe im reinen Textformat bzw. direkt über HTML-Code, erlaubt CMS made simplezur Zeit acht verschiedene WYSIWYG-Editoren. Standardmäßig wird das System mit FCKeditorausgeliefert, ab Version 2 wird dieser aber durch TinyMCE ersetzt, möglicherweise wirdauch Dojo zum Einsatz kommen. Weitere Editoren sind:
Die Einbindung interner Links sowie das Integrierenvon Bildern und Dateien erfolgt über intuitive Dialoge direkt aus CMS made simple heraus.Eine Link-Engine, zur Kontrolle und Verwaltung aller gesetzten Verweise, vermisst manjedoch leider.
Verbessert werden könnte auch die interne Verwaltung von Bildern undDateien durch Redakteure, allerdings reichen die gebotenen Funktionen aus, um die meistenAufgaben zu erledigen. Bei umfangreicheren Auftritten wäre eine Back-End-Suche für Medienjedoch wünschenswert.
Für den Inhalts-Import gibt es gegenwärtig keine Lösung, sieht man von speziellenModul-Inhalten ab, die via XML- oder CSV-Datei importiert werden können.
4. Layout
Wie fast jedes Content Management System trennt CMS made simple den Inhalt vom Design undsogar Funktionen werden sauber abgetrennt und auf Wunsch auch von der Präsentationsformunabhängig behandelt.
Neben beliebig vielen Seitenvorlagen, die entweder über die Datenbank oder das Dateisystemverwaltet werden können, bietet CMS made simple die Möglichkeit, Stylesheets undMenü-Elemente komfortabel zu verwalten und beliebig zu kombinieren. Dabei steht in allenBereichen die Funktions-Vielfalt der Templating-Engine Smarty zur Verfügung, mit der sichohne großen Programmieraufwand sehr leistungsfähige und gleichzeitig flexible Lösungen inkürzester Zeit realisieren lassen. Mit Hilfe des Moduls Template-Externalizer könnenVorlagen extern mit der bevorzugten Applikation bearbeitet und direkt in CMS made simplegetestet werden.
Das automatische Generieren von beliebig gestalteten Sitemaps ist mit CMS made simpleebenfalls aus dem sehr komfortablen Menü-Manager möglich, der standardmäßig bereits mitden bekanntesten Menü-Varianten ausgeliefert wird und der sich ohne großenProgrammieraufwand auch auf komplexeste Menü-Strukturen anpassen lässt. Dabei spielt dasAusgabeformat (HTML, XHTML, XML) nur eine untergeordnete Rolle, denn durch die Trennungvon Inhalt, Design und Funktion sind beliebige Ausgabeformate möglich.
5. Multi-Site-Management und Mehrsprachigkeit
Inhalte können in CMS made simple in beliebiger Form mehrfach verwendet werden.Standardmäßig empfiehlt sich hierfür das Anlegen von "Globalen Inhaltsblöcken", durch denEinsatz von Smarty können aber auch alle anderen Inhalte über das Templatewiederverwendet, umgewandelt oder kombiniert werden. Mit Hilfe von benutzerdefiniertenTags können zudem wiederverwendbare Funktionen erstellt werden, oder aber Code-Blöcke, dieman innerhalb des Contents wiederverwerten kann.
Echte Mehrsprachigkeit ist mit CMS made simple hingegen noch nicht möglich und kann nurdurch den Einsatz einer nicht offiziellen CMS made simple Version, die im Forum angebotenwird, erreicht werden. Die Verwaltung von mehreren Websites mit nur einer Installation isthingegen derzeit nicht möglich. Beides sind jedoch Optionen für die Weiterentwicklung desSystems und zumindest der Punkt Mehrsprachigkeit wird bereits Mitte des Jahres mit Version2.0 möglich sein.
6. Workflow
In der aktuellen Version gibt es keinen Workflow-Editor und auch keine internen oderexternen Benachrichtigungs-Systeme. Für zukünftige Versionen ist jedoch die Integrationeines Workflow-Managements geplant, in welcher Form dies erfolg, ist jedoch aktuell nichtabsehbar.
7. Funktionsumfang und Erweiterungen
CMS made simple verfügt über eine eigene Modul-API (in PHP), die nicht nur außerordentlichgut dokumentiert, sondern überdies auch sehr flexibel und sehr einfach zu programmierenist. Auf diese Weise ist das Einbinden von Modulen in die Administration (und damit in dasRechte-System) innerhalb weniger Stunden möglich, wenn es um einfache Funktionalitätengeht.
Gegenwärtig bestehen keine Schnittstellen zu bekannter Standard-Software, sieht maneinmal von einigen Projekten zur Anbindung von osCommerce oder phpList ab, die aktuell voneinigen Entwicklern vorangetrieben werden.
Die meisten Module können über verschiedene Arten individuell angepasst werden: Neben derindividuellen Gestaltung der Ausgabe über Vorlagen (und damit der weiterführenden Trennungvon Inhalt, Funktion und Design), können Module durch Eingriffe über Smarty in ihrenFunktionen erweitert werden oder Ausgaben verändert. Durch Eingriffe in den PHP-Codebesteht zudem die Möglichkeit, Module noch weiter zu individualisieren und diese dann viaXML-Export für andere Auftritte mit CMS made simple nutzbar zu machen.
8. Technische Basis
9. Eignung
(+) Menü-Manager zur einfachen Generierung beliebiger Menüs mit beliebigem Output
(+) standardkonforme Umsetzung von kleinen bis mittelgroßen Websites
(+) einfache Arbeitsumgebung für Redakteure
(-) durchschnittliche Performance
(-) Standardkonformität mit WYSIWYG-Editoren zum Teil problematisch
(-) fehlende Medienverwaltung
10. Weiterführende Links
Website: www.cmsmadesimple.org
Wiki: wiki.cmsmadesimple.org
Forum: forum.cmsmadesimple.org
Forge (Module, Entwicklungen, Übersetzungen): dev.cmsmadesimple.org
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