Konsistenz und Skalierbarkeit


15.04.2004

Konsistenz

Das Interface sollte nicht nur konsistent sein im Rahmen des CMS sondern auch im Hinblick auf die dem Nutzer bekannten Applikationen.

  • Hat das Interface ein konsistentes Look-and-Feel?
  • Hat das CMS ein konsistentes Labeling? Trägt die gleiche Funktion überall im CMS den gleichen Namen?
  • Ist das Interface-Verhalten an allen Stellen im CMS identisch, hat z.B. ein Doppelklick überall die gleiche Auswirkung?

Visuelles Feedback

Das Interface sollte stets eindeutige Hinweise darüber geben, was getan werden kann, was nicht getan werden kann und was im Moment gerade getan wird.

  • Ist der augenblickliche Status eines Inhaltsobjektes sichtbar?
  • Sind inaktive Funktionen gegraut oder anderweitig als nicht verfügbar gekennzeichnet?
  • Haben Icons Textlabels zu ihrer Erklärung?
  • Wirkt das Interface "eingefroren", wenn eine Aktion im Hintergrund ausgeführt wird? Oder gibt es ein angemessenes visuelles Feedback, z.B. ein Progressbar oder eine Sanduhr?
  • Ist sofort ersichtlich, wenn eine Aufgabe abgeschlossen wurde?
  • Sind wichtige Funktionen in Dropdown-Menus versteckt?

Die höchste Navigationsebene sollte stets als Ganzes ersichtlich sein.

Reaktionsvermögen

Jedes CMS sollte bestrebt sein, die Wartezeiten des Nutzers zu minimieren. Dieses Problem ist wegen der Bandbreiten-Problematik in Netzwerken akuter für Web-Applikationen als für Desktop-Applikationen. Ein sorgfältig geplantes Interface-Design weiss um dieses Problem. Prüfen Sie ein in Frage kommendes CMS immer mit jener Bandbreite, über die auch die späteren Nutzer des Systems verfügen.

  • Antwortet das System langsam auf Nutzereingaben? Wird vielleicht sogar die gesamte Seite neu geladen nachdem eine Änderung vorgenommen wurde? Moderne Systeme nutzen SOAP oder XML-RPC, um Aufgaben im Hintergrund an den Server zu delegieren.
  • Braucht es viele Mausklicks um einfache Aufgaben zu erfüllen?

Fehlertoleranz

Jeder macht Fehler. Ein gutes Interface versucht, das Auftreten von Fehlern zu minimieren bzw. bei auftretenden Fehlern Wege zur Lösung des Problems aufzuzeigen.

  • Gibt es die Möglichkeit zum Undo? Vielleicht sogar unbegrenzt?
  • Werden Sie vor dem Löschen von Inhalten gewarnt, z.B. durch ein Popup?
  • Sind im Interface "zerstörende" Funktionen neben "nicht-zerstörenden" angesiedelt, z.B. "Löschen" neben "Speichern"?
  • Wie geht das System mit unerwarteten Nutzereingaben um? Was passiert z.B., wenn Sie einen Doppelklick machen, wo Sie nur einen einzelnen Click machen sollen?

Skalierbarkeit

Woran denken Sie im Zusammenhang mit Content Management, wenn Sie das Wort "Skalierbarkeit" hören? Sie denken sicher an technische Aspekte, an ganze Fussballfelder von Servern. Vielleicht denken Sie auch an Lastverteilung, Server-Schränke und andere Dinge, die zur Bereitstellung einer IT-Infrastruktur nötig sind. Das sind sicher kritische Aspekte, wenn es um die Einführung eines Content-Management- Systems geht. Ich spreche hier jedoch von einer anderen Art von Skalierbarkeit, von "Interface-Skalierbarkeit". So wie sich die Infrastruktur Ihres Content-Management-Systems den wachsenden technischen Ansprüchen anpassen muss, so sollte sich auch das Interface des CMS anpassen an die Bedürfnisse der Autoren. Technische Probleme bei der Lastverteilung führen für den Besucher zu Wartezeiten und somit zu Unzufriedenheit. Probleme mit dem Interface des CMS führen zu Flaschenhälsen im Veröffentlichungsprozess, zu unzufriedenen Autoren, inaktuellem Inhalt - und somit wiederrum zu unzufriedenen Besuchern. Administratoren denken häufig nur über die technischen Aspekte der Implementierung eines CMS nach und vergessen dabei, dass auch die Interface-Skalierbarkeit direkten Einfluss auf den Erfolg des CMS im Unternehmen hat.

Möglicherweise hat die Demo-Installation des CMS nur wenige Inhalte. Wie aber sieht Ihre Seite aus? Heute? In einem Jahr? Werden Sie sich durch endlose Listen kämpfen müssen? Bringen die Skripte, die den riesigen Seitenbaum auf den Bildschirm zaubern sollen, den Rechner zum Absturz?

  • Wie gut passt sich das Interface an, wenn es darum geht, gewaltige Mengen an Inhalten aufzubereiten?
  • Gibt es Möglichkeiten, besonders schnell zu bestimmten Inhaltselementen zu navigieren, z.B. eine qualifizierte Suche im Asset-Management?
  • Lassen sich gefilterte Ansichten zeigen?
  • Können Sie mehrere Objekte zur Batch-Verarbeitung auswählen?
  • Gibt es Standardwerte für sensible Datenfelder?
  • Erinnert sich das CMS, wo nötig, an Ihre zuvor getätigte Eingabe oder müssen Sie wieder und wieder die gleichen Werte eingeben?



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  • Markus Nix

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Markus Nix ist Global Marketing Manager von eZ systems, dem Hersteller des Open Source Enterprise Content Management Systems eZ publish. Er veröffentlicht regelmäßig Artikel und Bücher zu Content Management und Webentwicklung.




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