CMS-Usability-Checkliste


15.04.2004

Content-Management-Systeme sind wie Websites navigatorische Systeme. Die offensichtliche Nähe beider Bereiche hat dazu geführt, dass die Usability-Betrachtung von Content-Management-Systemen ihre Methoden zunächst der Webseiten-Usability entliehen hat. Im einzelnen geht es um:

Einfache Bedienung

Die Navigation sollte schnell erlernbar sein. Im besten Fall beruht die Navigation auf bekannten Erfahrungen der Zielgruppe. Konnte man bis vor ein paar Jahren noch nicht davon ausgehen, dass ein Anwender mit dem Begriff "Home" etwas anfangen kann, so ist heute allgemein bekannt, dass sich hinter diesem Begriff die Homepage verbirgt.

Konsistenz

Die Elemente der Navigation müssen auf ein Minimum beschränkt sein und sich immer an derselben Stelle befinden.

Sichtbarkeit

Die Navigation muss immer sichtbar sein. Nichts ist schlimmer als eine Navigation, die verschwindet und den Anwender nach einem Ausweg statt nach Funktionen suchen lässt.

Klarheit

Anwender nutzen ein CMS meist mit einem vorgefertigten Erfahrungsschatz, den sie beim Besuchen von Internet-Seiten gebildet haben, weniger bei der Arbeit in anderen Content-Management-Systemen. CMS-Interface-Designer sollten diesen Umstand ernst nehmen und in ihren Systemen Informationsarchitekturen aufbauen, die denen von Webseiten ähneln.

Orientierung

Nichts ist schlimmer, als die Orientierung zu verlieren. Der Anwender muss immer wissen, wo er sich befindet und wie er bestimmte Funktionen erreichen kann.

Usability revisited

Verlassen wir nun den relativ sicheren Methodenkanon, den uns die Untersuchung von Web-Seiten eingebracht hat, und schauen wir etwas genauer hin, wie die genannten Aspekte im Zusammenhang mit CMS aussehen könnten.

Einfachheit

Der Grad der Einfachheit in der Benutzung eines CMS ist unmittelbar abhängig von den Rechten eines Nutzers innerhalb des CMS. Wenn man davon ausgeht, dass der Großteil der Arbeit im CMS auf die Erstellung von Inhalten fällt und weniger auf das Gestalten von Vorlagen oder das Einrichten von Datenbanken, sollten Sie diese Aspekte beachten:

  • Können Sie einfache Aufgaben ohne besondere Schulung durchführen? Wenn nicht, können Sie ohne Hilfe des Herstellers in Erfahrung bringen, wie es funktioniert?
  • Ist - mit unterschiedlichen Nutzerrollen im Hinterkopf - das Interface so simpel wie möglich? Oder ist es überladen und zu technisch?
  • Offenbart das Interface unnötige Aspekte der zugrunde liegenden Architektur (z.B. XML, DTDs)?
  • Öffnet das Interface eine übermäßige Anzahl von Fenstern?
  • Sind Fehlermeldungen leicht verständlich? Geben Sie Hinweise darauf, was zur Beseitigung des Fehlers zu tun ist?
  • Sind häufig verwendete Funktionen schneller zu erreichen als seltener verwendete Funktionen?

Ein Beispiel: Überladene Toolbars. Unwichtigere Funktionen sollten über das Kontextmenu verfügbar sein oder einen "Advanced-Tab". Einige Systeme - häufig Open Source-Lösungen - sind Geeks-für-Geeks-Lösungen (was in Ordnung ist, wenn Ihre Autoren Geeks sind).

Vertrautheit

Ein CMS wird Nutzern vertrauter sein, wenn es sich wie andere ihnen bekannte Applikationen verhält (Desktop inklusive). Vertrautheit reduziert Schulungskosten und erhöht die Produktivität.

  • Ähnelt das Interface anderen - dem Nutzer bekannten - Applikationen?
  • Verhält sich das Interface wie andere - dem Nutzer bekannte - Applikationen?
  • Funktionieren Doppelklicks, Kontextmenus auf der rechten Maustaste, Tooltips, Mehrfachauswahlen in Listen wie von Ihnen erwartet?
  • Nutzt das Interface eine Sprache, die dem Nutzer geläufig ist oder wird eine eigene Terminologie eingeführt?
  • Nutzt das Interface Standard-UI-Elemente (Menus, Checkboxen, Buttons) in einer nicht-standardisierten Art und Weise? Werden unnötige UI-Elemente eingeführt (wie so häufig in hippen Flash-Komponenten)?

Eine große Anzahl von Systemen, die ich gesehen habe, hängt über jedes editierbare Inhaltselement ein Toolbar mit Icons statt ein einziges Toolbar an den Seitenkopf zu setzen (was uns aus Office-Programmen bekannt ist).




Kommentare

Bitte beachten Sie unsere Informationen zum Datenschutz.

blog comments powered by Disqus

Weitere Artikel zum Thema

alle Artikel zum Thema

Autor

  • Markus Nix

    eZ systems

Markus Nix ist Global Marketing Manager von eZ systems, dem Hersteller des Open Source Enterprise Content Management Systems eZ publish. Er veröffentlicht regelmäßig Artikel und Bücher zu Content Management und Webentwicklung.




Unsere Experten


alle Experten

Premium Lösungen

Marktübersicht

Premium Services

Dienstleisterübersicht