Durch eine steigende Umweltdynamik und erhöhtem Wettbewerbsdruck ist weltweit ein Umstrukturierungsprozess zu beobachten. Um dennoch wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen viele Unternehmen auf eine Um- oder Neugestaltung ihrer Organisationsstrukturen. Dabei werden generell Methoden und Ansätze wie z.B. objektorientierte Geschäftsprozessgestaltung, Business Process Reengineering, Unternehmensmodellierung, Geschäftsprozessoptimierung oder Business Process Design genutzt. Im Kern zielen diese Methoden und Ansätze, abgesehen von den Unterschieden der einzelnen Verfahren, auf das Prozessmanagement ab [1].
Das Prozessmanagement dient generell der Planung, Steuerung und Kontrolle von inner- und überbetrieblichen Prozessen, wobei sowohl Kernals auch Supportprozesse Gegenstand des Prozessmanagements sind [2].
Es umfasst die Phasen der Prozessabgrenzung, der Prozessmodellierung und der Prozessführung im Lebenszyklus von Prozessen [3]. Demnach ist der Bereich des Prozessmanagements eng mit dem Thema der Prozessmodellierung verknüpft, welche derzeit von einer starken Dynamik gekennzeichnet ist. Vor allem im deutschsprachigen Raum ist eine eigenständige Position oder Perspektive im Bereich der Modellierung zu erkennen [1].
Die Modellierung, auch als Modellbildung bezeichnet, stellt den Prozess der Erstellung eines Modells dar. In diesem Zusammenhang ist ein Modell ein Abbild oder eine Vereinfachung der Realität. Entlang dieser Definitionen dienen Prozessmodelle der Beschreibung von Arbeitsschritten, verwendeten Materialien und Systemen sowie verantwortlichen Personen oder Abteilungen [4].
In der Prozessmodellierung geht es im Allgemeinen um die Abbildung von Realitätsausschnitten unter fachlich-konzeptionellen Aspekten [3]. Dabei kann die Prozessmodellierung selbst als eine Methode verstanden werden, die Unternehmen hilft, ihre Prozesse zu verstehen, die im Prozess benötigten Ressourcen zu erkennen, das System aus Prozess und Ressource neu zu gestalten und die Prozessabläufe permanent zu verbessern [1].
In Abhängigkeit von den strategischen Zielen eines Unternehmens kann dabei z.B. eine völlige Neugestaltung von Abläufen oder eine weitergehende Automatisierung bestehender Prozesse angestrebt werden [3]. Für das Vorgehen bei der Prozessmodellierung hat sich bisher kein allgemein akzeptiertes Vorgehensmodell durchgesetzt [1]. Grundsätzlich beinhaltet die Prozessmodellierung jedoch die Phasen der IST-Aufnahme, Potenzialanalyse und SOLL-Konzeption.
Insgesamt wird durch eine konsequente Anwendung der Prozessorientierung in Unternehmensorganisationen ermöglicht, Anforderungen, Wünsche und Erwartungen von Kunden an Produkte oder Dienstleistungen zu erkennen oder deren Kombination in den Mittelpunkt zu stellen [5]. Gerade in Zeiten des Wandels ist das Prozessmanagement ein geeignetes Konzept, Unternehmen flexibel an veränderte Umweltbedingungen anpassen zu können.
Literatur
[1] Lehner, Franz; Wildner, Stephan; Scholz, Michael: Wirtschaftsinformatik - Eine Einführung. Carl Hanser Verlag, 2007.
[2] Jörg Becker, Martin Kugeler, Michael Rosemann (Hrsg.): Prozessmanagement: Ein Leitfaden zur prozessorientierten Organisationsgestaltung, 4. Auflage, 2003, Springer, S. 8.
[3] Andreas Gadatsch: Grundkurs Geschäftsprozess- Management, 4. Auflage, 2005, vieweg, S. 2.
[4] Cornelia Richter-von Hagen, Wolffried Stucky: Business-Process- und Workflow- Management: Prozessverbesserung durch Prozessmanagement, 1. Auflage, 2004, Teubner, S. 59.
[5] Eggert, Sandy; Müller, Claudia; Das aktuelle Stichwort: Geschäftsprozessmanagement. In: ERP Management 3/2005, S. 18.
Ein kostenloses und unverbindliches Probeexemplar der Zeitschrift ERP Management können Sie hier anfordern .
© 2012 FEiG & PARTNER