Besonders hilfreich für die Analyse des Marktes für Web Content Management ist das Verständnis des Content Life Cycle. Dieser beschreibt den Lebenszyklus von Informationen auf Websites. Der potentielle Anwender einer Content Management Lösung tappt schnell in die Falle, sich stark an vorhandenen Features eines Systems zu orientieren, anstatt zu überprüfen, wie ihm dies wirklich beim Erstellen und Betreuen einer Website helfen kann. Der theoretische Ansatz des Content Life Cycle teilt die Informationsverarbeitung in fünf Abschnitte: Erstellung, Kontrolle, Freigabe, Publikation und Archivierung. Im einzelnen können diese Abschnitte detailliert so beschrieben werden:
In dieser Phase erstellen Autoren der verschiedenen Aufgabengebiete die digitalen Assets, die später den Content der Website darstellen. Dies sind im allgemeinen Texte, Grafiken und andere Medienformate.
Die in der ersten Phase erstellten Assets werden auf inhaltliche und gestalterische Korrektheit durch die entsprechend autorisierten Mitarbeiter kontrolliert. Ist die Kontrolle positiv, d.h. die zugearbeiteten Inhalte sind korrekt, dann werden diese freigegeben und in die Publikationsphase weitergereicht. Anderenfalls werden diese zur Nachbearbeitung an die Autoren zurückgegeben.
Freigegebene Inhalte werden im Inter-, Intra- oder Extranet publiziert und damit öffentlich dargestellt. Der Schritt von der Freigabe zum Publizieren ist also auch der Übergang von der internen Verarbeitung zur externen Veröffentlichung.
Alle erstellten Inhalte werden auf irgendeine Art und Weise archviert werden müssen, um Backups zu erstellen oder auch bestehende ältere Inhalte in einer Online-Publikation wiederzuverwenden oder über ein Archiv zugänglich zu machen. Archvierung kann intern oder öffentlich erfolgen, je nachdem welcher Zielgruppe die Informationen zur Verfügung stehen sollen.
Anderenorts werden die Abschnitte des Content Life Cycle anders bezeichnet und abgebildet, bezeichnen im allgemeinen jedoch die gleichen Abschnitte.
Der Anspruch an ein WCMS sollte nun darin bestehen, in allen Abschnitten des Content Life Cycle Automatismen zu bieten und diesen im System abzubilden. Dies wird zunehmend die Meßlatte bei der Auswahl eines Systems werden.
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