Eine Website lebt von Inhalten und Aktualität. Die Ansprüche der Nutzer zu erfüllen wird eine immer größer werdende Herausforderung für die Betreiber. Web Content Management Systeme (WCMS) helfen hier. Doch wie das richtige System finden in einem Markt, der fast unüberschaubar geworden ist. Dieser Beitrag versucht, den WCMS-Markt zu klassifizieren und zu zeigen, welche Art von WCMS wo seine Anwendung finden kann.
Auf Contentmanager.de (www.contentmanager.de) werden in den Marktübersichten zu WCMS sage und schreibe ca. 500 Produkte gelistet. Das in diesem Markt eher noch Anbieter hinzukommen, zeigt die Entwicklungsgeschichte der WCMS. Aus Projekten, in denen Technologien entwickelt worden, um Websites inhaltlich durch die Kunden selbst verwaltbar zu gestalten, sind Produkte hervorgegangen. Da die projektspezifischen Anforderungen an das Web Content Management sehr individuell ausfallen können, sind dadurch auch sehr viele unterschiedliche Produkte entstanden. WCMS, die auf dem Reißbrett und unabhängig von Projekten entstanden sind, bilden eher die Minderheit.
Konsolidierung schon länger erwartet
Bereits im Jahr 2001 sprach man von der eintretenden Konsolidierung des WCMS-Marktes. Zwar sind einige Anbieter verschwunden, doch auch mehrere neu hinzugekommen. Durch die unterschiedlichen Kundenanforderungen an das Web Content Management bietet der Markt langfristig Platz für schätzungsweise zwanzig Anbieter, die unterschiedliche Segmente bedienen werden.
Nach Aussagen der META Group (Quelle: METAspektrum) wird der WCMS-Markt inklusive Dienstleistungen in 2004 ein Volumen von weltweit 10 Milliarden US-Dollar haben. Den größten Anteil wird dabei der B2B-Bereich mit 5 Milliarden US-Dollar bilden. Ca. 60% der Top 2000 Unternehmen setzen derzeit ein WCMS ein. Die META Group erwartet hier, das im Jahr 2004 ein Anstieg auf 95% zu verzeichnen ist.
Abgesehen von den Top 2000 weltweit, ist es momentan vor allem der kleine und mittelständische Bereich, der die Bedeutung des Web und des Web Content Managements erkannt hat. Viele WCMS-Anbieter haben dies erkannt und bedienen seit einiger Zeit dieses Marktsegment verstärkt.
Die zwei Hauptsegmente im WCMS-Markt
Die zwei oben genannten Kundensegmente, international agierende Großunternehmen und die KMU, haben mit ihren Anforderungen die zwei Hauptsegmente des WCMS-Markts geschaffen: Das Enterprise Content Management und die Web-Redaktionssysteme.
Enterprise Content Management beschreibt einen technologischen Ansatz, der versucht, alle inhaltsbasierenden Tätigkeiten in einem Unternehmen zu bündeln. Neben der Verwaltung von Webinhalten werden hier u.a. auch klassische, gescannte und erfasste Dokumente integriert. Enterprise-WCMS haben vor allem den Ansatz als integrativer Part in der IT-Infrastruktur eine Hauptrolle zu spielen. Als Schnittstelle zum Web (Internet, Intranet und Extranet) kommunizieren sie mit anderen Backendsystemen (z.B. ERP-, CRM- und E-Commerce-Lösungen). Die technologische Grundlage dafür sind vor allem die Verwendung von offenen Standards und Schnittstellen, wobei XML und Java hier momentan die wichtigsten sind.
Enterprise-WCMS sind bei weitem keine Lösungen, die einfach installiert werden und sofort in die Anwendung übergehen. Vielmehr bilden sie einen soliden Framework für das unternehmensweite Content Management, welches die individuellen Anforderungen des Unternehmens abbilden kann.
Sind Enterprise-WCMS für KMU nicht nur zu komplex, sondern vor allem zu kostspielig, setzt der Klein- und Mittelstand auf Web-Redaktionssysteme. Diese sind heutzutage bereits mehr und mehr als Out-Of-The-Box-Lösungen konzipiert. D.h. nach der erstmaligen Installation können die Anwender starten, dass System zu nutzen. Mit Euphorie sollte trotzdem gespart werden. Web-Redaktionssysteme sind im Kern weniger flexibel als Enterprise-WCMS. D.h. individuelle Anforderungen lassen sich meist nicht ohne weiteres damit realisieren. Besonders in Sachen Workflow sind die Unterschiede sehr groß.
Web-Redaktionssysteme bieten den Vorteil, ein großes Maß an standardisierter Funktionalität von Hause aus mitzubringen, die ohne Entwicklungsarbeit einfach eingesetzt werden kann. Wer also seine Anforderungen genau definiert und damit das wirklich passende Web-Redaktionssysteme sucht, hat entscheidende Vorteile hinsichtlich Kosten- und Zeitersparnis.
Kaum Entscheidungen ohne externe Berater
Viele Unternehmen die bereits auf ein WCMS setzen, suchen bereits das nächste. Der Grund liegt vor allem darin, dass man sich nicht von Anfang klar war, welche Ziele das WCMS erfüllen soll und nicht gründlich Inhouse und am Markt evaluiert wurde. Daher sind in der Mehrzahl der WCMS-Projekte externe Berater integriert, die den Blick von Außen mitbringen.
Unternehmen vergessen am meisten, die eigentlichen Anforderungen und Ziele durch den Einsatz eines WCMS zu definieren. Meist verlieren sie sich in funkelenden Featurelisten der WCMS-Anbieter, die natürlich auch etwas von Marketing verstehen. Bei der Auswahl des richtigen WCMS geht es aber darum, strategisch und langfristig Entscheidungen zu treffen, die die interne und externe Kommunikation des Unternehmens entscheiden beeinflussen können. Fehler sind da natürlich nicht willkommen.
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