Webfunktionalitäten & Fazit


30.04.2001

Webfunktionalitäten des Sharepoint Portal Servers

Die bisher erwähnten Funktionen und Möglichkeiten des Sharepoint Portal Servers erwecken den Eindruck, dass es sich um ein erweitertes Dokumenten Management System für die MS Office Palette handelt. Dieser Eindruck ist jedoch mit den Webfunktionalitäten entkräftet. Der Sharepoint Portal Server ist für ein unternehmensweites Intranetportal konzipiert. Die Integration bzw. Verwendung des Produktes für den Internetauftritt ist mit der ausschließlichen Verwendung des Sharepoint Portal Serves nicht gegeben. Inwiefern die strategische Ausrichtung des Produktes für diesen Zweck zukünftig gedacht ist - auch hinsichtlich der Integration in die Dot-Net Strategie von Microsoft ("Empower People through great Software any time, and any place on any device") - war zum Zeitpunkt des Artikels noch nicht Bestandteil des Produkttests durch die DVMB AG.

Der Sharepoint Portal Server basiert ausschließlich auf dem Digital Dashboard 2.0 Framework von Microsoft. Grob skizziert bedeutet dies, dass die Features für den Anwender mit einem Standardbrowser wie Internet Explorer ab Version 4.01 und Netscape Navigator ab Version 4.75 zur Verfügung stehen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass diese Browserversionen auf einem Windows® Betriebssystem laufen. Alle Möglichkeiten der Technologien der webbasierenden Funktionalitäten des Sharepoint Portal Servers hier aufzuführen, würde den Umfang dieses Artikels sicherlich sprengen. Einige Aspekte sollen aber dennoch nicht unberücksichtigt bleiben. Der Sharepoint Portal Servers ermöglicht, unter Beibehaltung der bestehenden Datei- und Ordnerstruktur, die schnelle Einführung eines Intranetportals. Über die Bildung von frei definierbaren Kategorien können die Inhalte aus dem bestehenden Dateisystem inhaltlich zusammengefasst werden, was dem "abteilungsfremden Anwender" das Finden von Informationen erleichtert. Hierbei gilt es in der Konzeptionsphase die Navigation entsprechend intuitiv (Outside-In Sicht) aufzubauen. Über eine webbasierende Suche können interne sowie externe Informationen in unterschiedlichen Informationsquellen mit einer zentralen Suchanfrage gefunden werden. Diese Suche beschränkt sich nicht nur auf eine Volltextindizierung, sondern ist ebenso über die beim Dokumenten-Check In vergebenen Metadaten realisiert. So können beispielsweise Informationen vom Autor xy ab dem Zeitpunkt z gefunden werden. Einzelne Bereiche können vom Anwender abonniert werden, so dass ein Pushdienst den Abonnenten bei Aktualisierungen sowie neuen Informationen automatisch per E-Mail informiert. Eine Personalisierung oder die persönliche Einrichtung eines Arbeitsbereiches ist ebenso gegeben, wie die Anpassung der Weboberfläche an das Corporate Design des Unternehmens.

Fazit

Gerade für Unternehmen, wo Office-Dokumente einen Großteil des internen Informationsaustausch ausmachen, ist der Sharepoint Portal Server eine hervorragende Möglichkeit, hier eine größere Effizienz zu schaffen. Und zwar durch Vermeidung von redundanten Dateien, die nur allzu häufig unstrukturiert auf den Dateisystemen verteilt liegen und somit im "Wildwuchs" kaum mehr auffindbar sind. Voraussetzung für den Einsatz von Sharepoint Portal Server ist ein Windows 2000 Server. Die Verwendung der Active Directory Services ist nicht zwingend notwendig, da eine Integration des Sharepoint Portal Servers in das NT4 Domänenkonzept ebenfalls möglich ist. Im Zuge einer unternehmensweiten Windows 2000 Einführung, die jedoch nicht zwingend notwendig ist, ist die gleichzeitige Implementierung des Share Point Portal Servers eine sinnvolle Entscheidung. Man hat somit die Chance, einem erneuten Wildwuchs vorzubeugen und erhält eine Plattform für ein Intranetportal, welches mehr als ein reines Informationsportal ist, nämlich die Grundlage für eine Informations-, Kommunikations- und Arbeitsplattform. Der Sharepoint Portal Server ist nicht mit einem Web-Content-Management-System im High End Bereich vergleichbar. Er ist allerdings mit einem respektablen Preis-/Leistungsverhältnis für o.g. Unternehmensanforderungen eine sinnvolle Lösung.




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Autor

  • Heiko Rudolph, Thomas Bösel

Heiko Rudolph und Thomas Bösel sind Mitarbeiter der DVMB AG, einem deutschen IT-Dienstleister, der sich mit der Planung und Realisierung komplexer IT-Management-Projekte in heterogenen Netzen beschäftigt.




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