Die Bedeutung wird häufig unterschätzt. Über die Mechanismen, mit denen Suchmaschinen Webseiten auf die begehrten vorderen Plätzebefördern, ranken sich viele Mythen und Halbwahrheiten. Die Betreiber selber gebenfreilich keinerlei Auskunft und die Bewertungsprinzipien werden streng geheim gehalten undgehütet.
Dennoch lassen sich mit Fleiß, viel Ausprobieren, Kombinieren und einem gutenExperten-Netzwerk im Hintergrund die einen oder anderen handfesten Hinweise finden. Ebensokann man häufiger feststellen, dass sich die Betreiber von Webseiten oder Portalen nochimmer nicht der Tragweite ihrer "Schreibe" bzw. der Contentgestaltung bewusst sind. Dochdazu gleich mehr.
Was viele falsch machen, wird deshalb nicht besser
Zunächst –man kann es nicht oft genug betonen- sollten sich Hersteller und Nutzer vonContent-Management-Systemen (CMS) darüber klar werden, dass eines in Hinblick aufSuchmaschinen, insbesondere bei Google völlig unnötig ist: Das Befüllen des sogenanntenMetatags "Keywords" (exakt: <meta name="keywords" content="Suchwort1,…" im unsichtbarenKopf einer Webseite mit Suchbegriffen. Viele CMS haben hierzu in den Editiermaskenmittlerweile ein Eingabefeld für diese Suchworte und schulen ihre Kunden, dort dierelevanten Suchbegriffe für die Suchmaschinen einzutragen. Es lässt sich nicht mehrzurückverfolgen, wer diesen Mythos aufgebracht hat und es ist eigentlich auch egal. Aufdas Ranking bei den nennenswerten Suchmaschinen haben diese Einträge keinen Einfluss. Diesfür alle, die hier fleißig einpflegen und sich wundern, warum das mit den Suchmaschinenirgendwie doch nicht klappt. Es wäre denn dann auch etwas zu einfach.
Auf was es beim Texten besonders ankommt
Eine moderne Suchmaschine berücksichtigt vielerlei Kriterien. Google angeblich sogar weitüber 100 – für jede einzelne Seite. Fakt ist, dass selbstverständlich der lesbare Text aufeiner Webseite deutlichen Einfluss hat.
Worte am Anfang der Seite bekommen mehr Gewichtungals welche weiter unten im Text. Worte in Überschriften sind wichtiger als solche imFließtext. Worte, die fett, farbig oder kursiv hervorgehoben werden, erscheinen nicht nurdem Leser als "Stopp-Marken" beim schnellen Überfliegen des Textes und helfen ihm bei derOrientierung. Nein, auch Suchmaschinen achten auf solche "Kleinigkeiten". Wird ein neuerAbsatz gemacht, sind ebenfalls wieder die Worte am Anfang wichtiger als in der Mitte odergar am Ende des Textes.
Es macht also sehr wohl einen Unterschied, ob man stolz "HerzlichWillkommen auf unseren Webseiten!" an den Anfang der Startseite stellt oder groß"Radiergummi online kaufen? Hier sind Sie goldrichtig" – natürlich nur, wenn mantatsächlich Radiergummis verkauft.
Ein weiterer Punkt ist die sogenannte Keyword-Dichte. Sie drückt aus, wie oft ein Wortoder eine Wortkombination im Verhältnis zu den anderen Worten auf einer Webseite vorkommt.Taucht das Wort "Essig" nur einmal auf der Seite auf, ist es meist Essig mit einer gutenPosition bei Google & Co. Der Firmennamen dagegen taucht auf der Seite oft unbewusstmehrmals auf und schon findet die (na ja, zugegeben "dumme") maschinelle Analyse heraus,dass das Hauptthema der Seite vielleicht doch eher "Schreinermeister Schmidt" ist undnicht die dort beschriebenen handgefertigten Schaukelstühle, die er so gerne onlineverkaufen möchte.
Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt
Und eine weitere "Suchwort"-Falle lauert im Content-Text: Unternehmen stellen natürlichmehr als nur ein Stück her. Sie neigen also dazu, im Web von "Hersteller von Bleistiften","Anbieter von gebrauchten Fahrzeugen" oder eben "Radiergummis" sprich Mehrzahl zusprechen. Versetzt man sich dagegen in den suchenden Kunden, wird schnell deutlich, dassder sich in der Formulierung seiner Suchabfragen oft der Einzahl bedient.
Er sucht "gebrauchte Fahrzeuge" und eben nicht "gebrauchten Fahrzeugen". So lange Suchmaschinenaber die deutsche Sprache nicht sauber auf die Wortstämme zurückführen können (und daswird sicher noch ein Weilchen dauern), sind das aber schlicht und einfach zweiunterschiedliche Dinge.
Der Suchmaschinen-Robot kann nicht erkennen, dass das Angebot"gebrauchten Fahrzeugen" eigentlich auf die Suchanfrage "gebrauchte Fahrzeuge" passenwürde. Das sind zwei Paar Schuhe und das Paar des Anbietenden bleibt ungefunden im (Web-)Regal liegen! Selbstverständlich wird je nach Begriff und Gemüt des Suchenden durchausauch die Mehrzahl verwendet.
Vor allem wer sich einen Überblick verschaffen will, suchtnicht nur nach einer günstigen Waschmaschine, sondern eben auch nach "günstigeWaschmaschinen". Also müssen manchmal auch solche Mehrzahl-Formulierungen mit in den Textder Webseiten rein. Aber eben nicht einfach mit dem Werbespruch "die günstigstenWaschmaschinen am Ort", weil "günstigsten" eben gerade nicht günstig formuliert ist –suchmaschinentechnisch gesehen. Leider.
Konzentration statt möglich viel
Man geht heute davon aus, dass man pro einzelner Webseite maximal einen Begriff oder eineBegriffskombination gut gerankt in einer Suchmaschine unterbringen kann. Man sollte sichalso tunlichst darauf konzentrieren, nur ein Thema oder einen Themenbegriffherauszustellen. Je mehr wichtige Suchbegriffe auf eine einzige Seite wandern, umso mehrgeht jeder einzelne in der Masse der anderen unter. Also auch hier ist es günstiger sichzu beschränken, statt die Worte mit dem Bade auszuschütten.
Ein Link ist ein Link ist ein Link bleibt ein Link!
Und weil es gerade bei Google besonders wichtig ist, muss noch auf einen weiteren Umstandhingewiesen werden: Wenn Links maschinenlesbaren Text enthalten, ist das für eineVerbesserung des Rankings sehr förderlich.
Maschinenlesbar meint, dass der Link nicht nurüber ein Bild ausgelöst wird oder eine spezielle Programmierung (wie z. B. Java-Skriptoder Flash), sondern in klassischem HTML programmiert wurde. Nur dann können Suchmaschinenin der Regel den Text zum Link auch wirklich als solchen inhaltlich erkennen!
Das giltsowohl für Links innerhalb der eigenen Website, als und gerade auch für Links, die vonaußerhalb auf die eigene Webpräsenz zeigen. Die Worte auf den Links werden dabei der Seitezugerechnet, auf die sie zeigen. Ein Link mit "hier weiter" oder gar kleine Icons sindalso aus Sicht einer Suchmaschine denkbar ungeeignet. Sie nähren sich von den lesbarenLinkinformationen und versuchen daraus zu erkennen, mit welchen "Worten" Webseitenaufeinander zeigen. Dies geht soweit, dass es am Ende sogar ausreichen kann, nur genügendLinks mit einschlägigem Text auf eine Webseite zeigen zu lassen. Diese wird dann imSuchergebnis angezeigt, auch wenn der Begriff kein einziges Mal auf der Webseiteauftaucht.
Vor einigen Jahren haben sich das ein paar Webmaster zu Nutze gemacht. Siehaben mit dem Linktext "miserable failure" auf die Biographie von George W. Bush imWebauftritt des Weißen Hauses gelinkt. Noch heute steht er damit bei dieser Suchabfragebei Google auf Platz 1. Google-Bombing nennt man das in Fachkreisen. Wer nun glaubt,einfach ein paar Domains aufzuschalten und von dort mit Suchbegriffen auf die eigentlicheDomain zu linken, dem sei versichert, dass man Google auch damit nicht mehr so leichtüberlisten kann. Der Suchgigant checkt ab, wo und auf welchen Webservern Domains gehostedwerden und was nahe beieinander liegt, hat sehr viel weniger Einfluss. Dies sei aber nuram Rande erwähnt, um Enttäuschungen vorzubeugen.
Suchmaschinen lieben nicht alle Content-Systeme gleich
Enttäuschungen erlebt man aber meist auch dann, wenn man ein suchmaschinenfeindlichprogrammiertes Shop- oder Content-Management-System im Einsatz hat. Hier verhindert nichtselten die falsche Technik, dass Suchmaschinen wie Google Links folgen, Inhalte sauberauslesen und eben diese Inhalte auch noch sexy genug finden, sie bei Suchen alspotentielles Suchergebnis anzuzeigen.
Alles in allen ist es daher heutzutage keine leichte Aufgabe, Content mit der richtigenTechnik so bereit zu stellen, dass er auch gute Chancen für eine verbesserteAuffindbarkeit in Suchmaschinen hat. Und natürlich muss der Text ja auch den Lesern oderpotentiellen Kunden, also den Menschen zusagen und gefallen. Beide müssen im Auge behaltenwerden und für beide sollte man kreative Köpfe im Unternehmen einsetzen. Es hat ja aber(außer Marketingbroschüren) auch nie jemand wirklich laut behauptet, dass es einfach wäre.Oder?
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