Der ECM-Motor (Enterprise Content Management) heißt Konvergenz. Technologiebereiche, die sich bislang parallel entwickelt haben, fließen zusammen. Auf der Nabelschau der Branche DMS-Expo vom 7. bis 9. September in Essen zeigen die ECM-Hersteller, wie Unternehmen und Behörden von dieser Entwicklung profitieren. Nachweisbare Produktivitätssteigerungen und Investitionssicherheit lassen sich durch funktionalen und integrativen Mehrwert erzielen, der durch das Bündeln von Capturing, Dokumenten-Eingangsbearbeitung, Redaktionssystemen, elektronischer Archivierung, Workflow sowie Dokumenten-, Wissens- und Business-Process-Management entsteht. "Künftig wird ECM deshalb den gleichen Stellenwert wie ERP oder CRM in der IT-Infrastruktur der Unternehmen besitzen", prognostiziert der Branchen-Guru Dr. Ulrich Kampffmeyer, Geschäftsführer bei PROJECT CONSULT. Auch die beiden Filenet-Manager Fred Janssen und Stefan Pfeiffer begründen die Vorteile integrierter Systeme in ihrer Keynote "Von der Vision zur Realität: Geschäftlicher Mehrwert durch ECM im 21. Jahrhundert". Der Vortrag findet am 8. September 2004 von 11.45 bis 12.30 Uhr statt.
Viele ECM-Hersteller haben die Vorteile konvergierender Technologiebereiche für ihre Kunden bereits erkannt, und verknüpfen bisher isolierte ECM-Komponenten zu integrierten Plattformen:
Ceyoniq zeigt neue ECM-Plattform
Der Messeauftritt von Ceyoniq (Halle 2, Stand 2110) steht deshalb im Zeichen von nscale, einer integrierten Standard-Plattform für Enterprise Content Management. Anhand von branchenbezogenen Szenarien wird der ECM-Hersteller auf der Messe Einsatzmöglichkeiten für nscale demonstrieren. Ebenso werden mit nscale Wege zum logischen Zusammenfassen von Inhalten und Einzelsystemen zu einer übergreifenden Plattform aufgezeigt. "Die Nachfrage an integrierten Standardprodukten, die offene Standards unterstützen, wird auch mittelfristig die IT- und ECM-Marktthemen prägen", betont Andreas Ahmann, Leiter Kundenbetreuung bei Ceyoniq Technology.
Ceyoniq liefert nscale in verschiedenen Editionen aus. Die Enterprise Edition deckt von der revisionssicheren Belegarchivierung und Dokumentenablage über Workflow- und Collaboration Management bis hin zur Archivierung von E-Mails und deren Integration in den Arbeitsprozess plattformneutral alle Geschäftsvorgänge ab. Für den Mittelstand und Abteilungen von Großunternehmen hat Ceyoniq die erweiterbare Value Edition konzipiert. Sie umfasst Funktionen zum Scannen und Indexieren, Archivieren und Recherchieren von Dokumenten sowie Anwendungen für Postkorbverteilung mit Wiedervorlage, Versionierung sowie Check-In/Check-Out.
SER launcht DOXiS iECM-Suite 2005
Als weiterer großer Anbieter von ECM-Plattformen zeigt SER (Halle 2, Stand 2535) seine integrierte Enterprise Content Management-Suite DOXiS iECM in Essen. "Integrations- und Konsolidierungsbestrebungen sowie der Wunsch nach Kostenreduktion verlangen ganzheitliches, integriertes Enterprise Content Management", erklärt Manfred Zerwas, Geschäftsführer der SER Solutions Deutschland GmbH. Der Software-Hersteller verfolgt deshalb einen Komponentenansatz, der in mehreren Schichten die notwendige Infrastruktur für beliebige Anwendungen und Services anbietet. So lassen sich gleiche Funktionalitäten in unterschiedlichen Anwendungen nutzen. Dies gilt sowohl für die unterschiedlichen Clients der DOXiS iECM-Suite als auch für vorhandene Fremd-Anwendungen, wie SAP Navision oder Varial, die auf die Funktionalität, Informationen und Prozesse der iECM Services zugreifen. Alle Informationen werden in einem einheitlichen Repository gesichert, das wiederum allen Anwendungen die benötigten Informationen bereitstellt. Essentielle Eigenschaften des "Information Repository" sind Revisionssicherheit, Rechtssicherheit und GDPdU-Konformität.
FileNet bietet Business Process Management
Auch der seit 1988 in Deutschland vertretene amerikanische Anbieter von Enterprise Content Management (ECM)-Lösungen FileNet (Halle 1, Stand 1350) zeigt auf der DMS Expo mit FileNet P8 in der Version 3.0 eine ECM-Plattform. Sie wurde dafür konzipiert, Business Process Management (BPM)-Fähigkeiten zusammen mit dem Spektrum an Produktfunktionalitäten zur unternehmensweiten Prozesskontrolle und -Konsistenz zu nutzen. FileNet P8 umfasst Technologien wie Content Management, Image Management, Team Collaboration, Forms Management, Records Management und Web Content Management. Als neue Komponente, der aus integrierten Produkt-Suiten zusammengesetzten Lösung wird der Software-Hersteller erstmals den Records Manager vorstellen. Mit seiner Hilfe lässt sich eine unnötige Benutzermitwirkung vermeiden und dadurch die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften (Compliance) sicherstellen. Für die Anforderungen deutscher öffentlicher Verwaltungen entwickelte FileNet Government (D-A-CH), ein nach dem DOMEA-Konzept zertifiziertes Vorgangsbearbeitungssystem mit integrierter Dokumenten- und Aktenverwaltung. Die ECM-Plattform unterstützt die Betriebssysteme Windows, Solaris, AIX und HP/UX und ermöglicht einen auf XML Web Services basierten Zugriff.
Open Text und IXOS wachsen zusammen
Die Übernahme von Ixos durch Open Text (Halle 2, Stand 2510) veranschaulicht die Konvergenz der Technologiebereiche im ECM besonders. Zusammen mit Partnern präsentiert der Unternehmens-Zusammenschluss auf der diesjährigen DMS Expo zum ersten Mal sein komplettes Lösungsportfolio für Enterprise Content Management. Dazu gehören die deutsche Version 9.2 des Kernprodukts Livelink, die Digital Asset Management (DAM)-Lösung der kürzlich erworbenen Artesia Technologies, die Angebote der gemeinsamen Produkt-Roadmap für E-Mail- und Web-Content-Management, die DOMEA-Lösungen für Information Lifecycle Management in Behörden sowie Funktionalitäten wie Business-Process- und Compliance-Management.
Livelink deckt die Bereiche Collaboration sowie Content- und Knowledge Management ab. Neu in Livelink 9.2 sind die überarbeitete Benutzerschnittstelle sowie die Möglichkeit, projekt- und themenspezifische Vorlagen für virtuelle Arbeitsräume zu erstellen und zu verteilen. Die modular aufgebaute DAM-Lösung soll in Livelink integriert werden. Sie bietet Collaboration- und Management-Funktionen für Produktion, Verteilung und Nutzung unstrukturierter digitaler Inhalte, inklusive Rich Media Assets speziell in Marketingkampagnen und mehrstufigen Vertriebskanälen.
Documentum/EMC verbindet Storage mit ECM
Einen weiteren Beleg für die Konvergenz und die damit einhergehende Konsolidierung im IT-Markt liefert der Zusammenschluss von Documentum und EMC Software (Halle 1, Stand 1360). Zu den Neuheiten zählt die Content Storage Solution - eine regelbasierte ILM (Information Lifecycle Management) Lösung mit Komponenten aus dem Documentum-ECM sowie dem Storage Management der EMC² Corporation. "Der Content- und Storage Management-Markt wachsen immer enger zusammen", betont Lothar Hänle, Marketing Director Central and Eastern Europe bei der Documentum-EMC Software Group. Content könne in verschiedenen Phasen seines Lebenszyklus - abhängig davon, ob er gerade hochverfügbar sein muss oder ob nur selten Zugriffe erfolgen - auf dem jeweils günstigsten Speichermedium abgelegt werden. "Hier bieten sich enorme Einsparungspotenziale", erklärt Hänle. Die Lösung Enterprise Content Integration ermöglicht jetzt beispielsweise den Zugriff und die Integration aller Arten von Content-Typen unabhängig von der Datenquelle. Mit den neuen Dynamic Content Services können Unternehmen große Mengen an Transaktionsdaten und -dokumenten sowie personalisierte Korrespondenz mit einer Vielzahl an Inhalten und Dateien verwalten.
Hyperwave AG stellt neue Archivlösung auf der DMS vor
Archive und Scanning Option vervollständigen das ECM-Angebot. Der Spezialist für das collaborative Enterprise Content Management, Hyperwave, zeigt in Essen erstmals seine neue Archivlösung Archive Option der Öffentlichkeit. Die Software ermöglicht es, unstrukturierte Daten revisionssicher zu archivieren und verringert den Suchaufwand nach benötigten Informationen. Mit der Version 1.0 unterstützt Hyperwave die Archivsysteme EMC Centera Plattform, IXOS Archiv und IBM TotalStorage Data Retention 450. Der neue Hyperwave Explorer ermöglicht es Anwendern, direkt aus dem Windows Explorer auf Hyperwave zuzugreifen. Damit können aus allen Windows Applikationen Daten direkt in Hyperwave abgelegt werden. Der Hyperwave-Partner Siemens Business Services stellt eine auf Hyperwave IS/6 basierende Schadensmanagementlösung vor. Verity wird auf dem Stand seine ebenfalls auf e IS/6 basierende Lösung zur parametrischen Suche zeigen. Dritter Unteraussteller ist das Lüneburger Unternehmen Werum Software & Systems, das unter anderem das Multimediale Pressearchiv für das Dokumentations- und Informationszentrum München (DIZ) auf der DMS zeigen wird.
Hummingbird setzt den Fokus auf Vertragsmanagement
Hummingbird (Halle 2, Stand 2230) stellt in Essen seine ECM-Lösung EnterpriseTM 2004 vor, die es Unternehmen ermöglicht, unstrukturierte und strukturierte Informationen von der Erstellung über die rechts- und revisionssichere Aufbewahrung bis hin zur fristgerechten Aussonderung zu verwalten. Den Fokus legt der Software-Hersteller dieses Jahr auf seine auf XML-Technologie basierende Vertragsmanagement-Lösung, die Unternehmen eine Web-basierte Umgebung für den Echtzeit-Zugriff auf sämtliche Vertragsdaten bietet. Mit der Software lassen sich beispielsweise neue Verträge auf Basis von Vorlagen erstellen, Verträge online verhandeln oder betriebswirtschaftliche Backoffice-Systeme integrieren. Enthalten sind auch Analysefunktionen und Performance-Management zur Leistungsbewertung von Vertragspartnern, Vermeidung automatischer Vertragsverlängerungen sowie Automation- und Such-Mechanismen.
SCHEMA adressiert die Pharma-Branche
Auch die SCHEMA GmbH (Halle 1, Stand 1008) wartet zur diesjährigen DMS mit einer Reihe von Produktneuheiten auf. Anhand von konkreten Praxisszenarien der Pharma-Branche zeigt das Nürnberger Software-Haus beispielsweise, wie sein Redaktions- und Content-Management-System SCHEMA ST4 die Erstellung und Pflege von Produktkennzeichnungstexten und Arzneimittelinformationen optimiert. "Durch die Standardisierung der Arbeitsabläufe und die Aufteilung von Informationen in wiederverwendbare Einheiten können die Erstellung und Pflege von umfassenden Dokumentationswerken wesentlich verbessert und Kosten in beträchtlicher Höhe eingespart werden", erklärt Marcus Kesseler, Geschäftsführer der SCHEMA GmbH. Informiert beispielsweise das BfArM über neue Nebenwirkungen eines Wirkstoffs, muss diese Information in jeden relevanten Kontext eingearbeitet werden. In SCHEMA ST4 erstellt der Anwender auf Knopfdruck eine Liste der Verwendungsnachweise für den Wirkstoff und kennt damit zuverlässig alle Passagen, in denen die Aktualisierung erfolgen muss. Zudem unterstützt SCHEMA ST4 die neue Version 2003 von MS Word. Anwender können ohne XML-Kenntnisse direkt in Microsofts Textverarbeitungsprogramm XML-Dateien erstellen und bearbeiten.
d.velop zeigt neue Module
Das Thema XML steht auch bei der d.velop AG (Halle 1, Stand 1130) an oberster Stelle. Der ECM-Anbieter zeigt unter anderem sein neues d.3 WebModul namens "portal service. Mit diesem werden Informationen per XML-Schnittstelle in beliebige Portale integriert, so dass es sich sowohl für interne als auch externe Informationsplattformen eignet. Das überarbeitete Modul "d.3 search" bietet dem Anwender als Ergänzung zur regelbasierten Suche auch wissensbasiertes Text Mining. Bei einer Recherche werden assoziative Verknüpfungen zwischen Texten beziehungsweise Daten hergestellt. Auf dieser Basis können aus einer Datenmenge alle relevanten Dokumente gefunden werden, auch wenn sie über herkömmliche Suchkriterien nicht zur Trefferliste gehören.
docuglobe strukturiert Dokumente
Der Geschäftsbereich global document solutions der technotrans AG (Halle 1, Stand 1560) zeigt auf der DMS-EXPO, wie seine Software docuglobe Anwender dabei unterstützt, umfassende und mehrfach nutzbare Dokumenteninhalte wie Angebots- oder Vertragswesen, technische Dokumentation, Software- und Produktentwicklung oder Qualitätsmanagement strukturiert zu erstellen. "Im Zeitalter der Informationsflut benötigen Unternehmen leistungsfähige Systeme, die sie dabei unterstützen", betont Ulrich Pelster, Geschäftsbereichsleitung global document solutions bei der technotrans AG. docuglobe verwaltet Dokumenteninhalte als einzelne Informationsmodule und bildet sie in Form einer Baumstruktur ähnlich dem Windows-Explorer ab. Eine auf 100 Informationsmodule begrenzte Evaluierungslizenz bietet der Hersteller kostenlos an. Die Einzelplatzlizenz kostet 6.500 Euro. Der Einstiegspreis bei einer Client/Server-Lizenz liegt bei 7.799 Euro.
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