ECM ist ein Thema für Suiten. ECM beinhaltet fünf große Komponenten Capture, Manage, Deliver, Store und Preservation wobei sich Manage in die Teilkomponenten Collaboration, Records Management, Workflow/Business Process Management, Document Management und Web Content Management gliedert. Eine "eierlegende Wollmilchsau", die auch Trendthemen wie ILM Information Lifecycle Management, DRT Document Related Technologies und in Teilbereichen KM Knowledge Management abdecken will. Daher ist das Gesamtthema nur mit Suiten abzudecken. ECM insgesamt ist eine Strategie oder Vision, kein einzelnes Produkt.
Werfen wir zunächst einmal ein Blick auf den Anspruch an eine Suite: Eine Suite ist die Zusammenstellung verschiedener kompatibler Komponenten zur Lösung eines Gesamtszenarios, bei dem die Komponenten auch einzeln und unabhängig eingesetzt werden können. Hieraus ergeben sich die Anforderungen:
Definition einer Suite
Wendet man dieses Schema auf die ECM-Anbieter an, zeigen sich sehr schnell die Unterschiede. FileNet und Hummingbird haben zur Zeit wohl das geschlossenste ECM-Portfolio, wohingegen IBM mit mehr Komponenten aufwarten kann, die jedoch aus verschiedenen Bereichen stammen und nicht immer die Kompatibilitätsanforderung erfüllen. Bei anderen großen Anbietern wie EMC oder OpenText fehlt trotz der Aufkäufe noch der eine oder andere Aspekt und die Integration der zugekauften Komponenten ist noch längst nicht abgeschlossen. Unternehmen wie Vignette oder Interwoven haben zwar die Portfolios erweitert, jedoch decken sie nicht alle Aspekte von ECM ab und sind bei den Kompatibilitätsanforderungen noch im Entwicklungsstadium.
Je nach dem, aus welchem Blickwinkel man auf das Thema schaut, ergeben sich im Quadranten jeweils andere "führende" Anbieter. Dem potentiellen Käufer einer Suite oder Suite-Komponente kann man daher nur anraten, seine eigenen fachlichen Anforderungen gegen die Kriterien einer Suite zu messen - und dann doch gegebenenfalls zu einer Strategie "BestofBreed" mit Einzelkomponenten zurückzukehren. Häufig ist der Unterschied zwischen "BestofBreed" und Suiten nur der, dass man bei "BestofBreed vorher weiß, was noch integriert werden muss, und bei einer Suite erst im Projekt feststellt, dass die Komponenten noch nicht vollständig miteinander zusammenspielen und individuell integriert werden müssen.
Quelle: Ausgabe 20040512 des PROJECT CONSULT Newsletters , ISSN 1439-0809.
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