Ein Content Management System, das nicht einmal drei Jahre alt ist, darf sich Schwächen leisten – man könnte auch von Kinderkrankheiten sprechen. Die äußerst lebendige und hilfsbereite Community darf man in jedem Fall zu den Stärken des Systems zählen. Davon zeugt nicht zuletzt das ausführliche deutschsprachige Forum mit eigenen Unterbereichen. Wer Fragen hat, findet in der Regel bereits bestehende Antworten oder offene Ohren für neue Lösungen.
Stärken des Content Management Systems
Schon heute gibt es eine Vielzahl an vorgefertigten Modulen, Tags und Templates. Daraus kann sich jeder Nutzer bedienen und so entweder bestehende Seiten mit Hilfe von CMS made simple umbauen oder neue Websites entwickeln.
Einarbeitungszeit, Arbeitsgeschwindigkeit, Flexibilität und Standardkonformität sind weitere eindeutige Stärken.
Erweiterungen – Module
Saubere URLs, wie zum Beispiel /unternehmen/portrait.html statt index.php?id=362&category=1, sind über verschiedene Wege möglich und in der Konfiguration einstellbar. Gleiches gilt für das serverseitige Caching von Seiten mit Hilfe von Smarty, was die Seitenauslieferung und auch die Belastung des Servers reduzieren. Den Menü-Manager haben wir ja weiter vorne schon gebührend hervorgehoben. Prinzipiell werden Inhalt & Gestaltung voneinander getrennt und dank Smarty bleibt auch die Logik außerhalb der Templates – ein deutliches Plus gegenüber anderen Content-Management-Systemen.
Schwachstellen von CMS made simple
Schwächen offenbart das System vor allem beim Einsatz diverser WYSIWYG-Editoren und den damit einhergehenden Problemen bei der Formatierung von Inhalten, dem Einbinden von Bilder und Tabellen sowie in der Handhabung von Links und anderen Inhaltstypen.
Schmerzlich vermisst wird auch eine Link-Engine zur zentralen Link-Verwaltung und ein erweiterter Media-Manager, der vor allem Redakteuren neue Möglichkeiten zum Auffinden und Katalogisieren von Inhalten und somit eine spürbare Arbeitserleichterung ermöglicht. Die Probleme sind bekannt und werden mit Version 2 weitestgehend behoben sein. Dafür werden gerade die Gleise gestellt, denn ursprünglich war eine Version 1.5 geplant, aber der Kreis um Chefentwickler Ted Kulp hat einen harten Schnitt angekündigt, wobei aber eine gewisse Kompatibilität gewährleistet bleiben soll. Neben verbesserter Performance stehen Workflow-Management und die bereits angesprochene Mehrsprachigkeit ganz oben auf der Aufgabenliste. Hier besteht noch Nachholbedarf gegenüber manch anderem Content Management System.
So ist es mit der aktuellen Version nur möglich, verschiedene Benutzer-Rollen selbst zu definieren und dementsprechende Rechte zuzuweisen. Alles nach dem Prinzip der Einfachheit, also gänzlich ohne Freigabe-Mechanismen oder definierbare Arbeitsabläufe.
Wie genau die Funktionalität eines solchen Workflows aussehen wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Entwicklung leider nicht absehbar, geplant ist jedoch die Aufteilung von Rechten in einen PermissionManager und einen EventManager, die möglicherweise sogar miteinander gekoppelt werden können, um einzelne Workflows (Events) in Abhängigkeit von Rechten (Permission) definieren zu können.
Ein weiteres Manko: Momentan gibt es nicht für jeden Spezialfall ein eigenes Modul, so dass es zum Teil notwendig ist, eigene Module zu entwickeln. Beispielsweise stellt die Integration eines Shop-Moduls gegenwärtig ein Problem für die meisten Entwickler dar, da es keine entsprechende Erweiterung gibt. Auch Schnittstellen zu bekannten Shop-Systemen aus dem Open-Source-Bereich sucht man leider vergeblich. Zwar wird an vielen Modulen gearbeitet, wesentliche Fortschritte dauern aber häufig aufgrund der Überlastung vieler Entwickler sehr lange, so dass sich die Entwicklung eigener Module mitunter eher lohnt.
In der Frage XHTML oder HTML hat man ein klares Statement zugunsten von X gesetzt. Mit ein paar kleinen Änderungen kann man auch HTML-Seiten ohne X ausliefern, allerdings muss man in diesem Fall bei den meisten Modulen die Standard-Ausgabe-Templates anpassen und ist in der Wahl des WYSIWYG-Editors etwas eingeschränkter, keine echten Nachteile, dafür aber Mehraufwand.
Fazit
Dass man mit CMS made simple auf einfache Art und Weise hochwertige Websites unter Beachtung aktueller Webstandards erstellen kann und diese durch den Kunden auch aktuell und standardkonform bleiben, zeigen Positivbeispiele wie Wohnungsbau GmbH Familienhilfe Düsseldorf , das Angebot der Unternehmensberatung Fuchs & Partner oder auch die Website der NatKo . Letztere schaffte 2005 die Nominierung für den BIENE-Award und ist ein Indiz für die Standardkonformität des Systems.
NatKo
Seit Version 1.0 ist man in eine stabile Entwicklungsphase eingetreten und hat deutliche Performance-Verbesserungen und Arbeitserleichterungen für den Redakteur eingeführt. Dazu zählt neben Front-Side-Editing auch die Content-Reorganisation sowie die neue Vorschau, die beide dank AJAX deutlich schneller sind. Empfehlenswert ist CMS made simple für kleine bis mittelgroße Projekte, bei denen wenig erfahrene Internetnutzer als Redakteure tätig sind und Webstandards beziehungsweise Barrierefreiheit eine Rolle spielen.
Weiterführende Links
– opensourcecms.com: Aktuelle Demo-Version
– Themes & Templates: Vorlagen für Front- und Backend
An diese Systemvorstellung anknüpfend, werden in einem zweiten Teil " CMS made simple im Überblick " die wichtigsten Aspekte des Content Management Systems nochmal kurz und übersichtlich zusammengefasst und unter anderem um die Punkte Workflow, Mehrsprachigkeit und technologische Basis ergänzt.
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