Ein Einstieg in CMS made simple


13.03.2007

Inhalte selbständig zu pflegen ist der Ausgangspunkt jedes Content Management Systems. Wieeinfach es sein kann, Inhalte zu erstellen und einer breiten Masse an Lesern zugänglich zumachen, hat die Blog-Welle gezeigt, die seit Anfang 2003 um den Globus schwappt. ImWindschatten dieser Bewegung entstand CMS made simple , das im Juni 2004 inder Version 0.1 öffentlich zugänglich gemacht wurde und sich seither in vielen kleinenSchritten zur Version 1.04 weiterentwickelt hat.

Bei CMS made simple handelt es sich umein Open Source-CMS, das unter der GPL veröffentlicht wurde und auf allen gängigenBetriebssystemen mit PHP und Datenbankunterstützung (MySQL oder PostgreSQL) lauffähig ist.

Leicht ist CMS made simple von Anfang an: Die Installation wird Schritt für Schritt voneinem interaktiven Assistenten begleitet, so dass eine Komplettinstallation mitDemo-Inhalten auch für CMS-Neulinge schon nach wenigen Minuten lauffähig ist.

Administration – Hauptmenü

Dabei sollteman aber nicht übersehen, dass Schlichtheit auch immer gewisse Grenzen mit sich bringt.Bei CMS made simple bedeutet das derzeit noch den Verzicht auf Mehrsprachigkeit, die sichnur durch die Hintertür realisieren lässt und die im Zusammenspiel mit gewissen Modulen zuProblemen führen kann.

Gänzlich unmöglich ist gegenwärtig die Verwaltung mehrer Websitesmit nur einer Installation (Multi-Site-Management), wohingegen die Erstellungmehrsprachiger Websites mit der kommenden Version 2.0 bereits mit derStandard-Installation möglich sein soll.

Das Back-End als Schaltzentrale für die Verwaltung

Layout, Programmierung und lauffähige Einrichtung einer Website samt CMS sind in der Regeldie Aufgaben von Webdesignern. Dem Kunden obliegt dann die Pflege der Inhalte und dieErweiterung der Navigation. Genau an diesen Umständen orientiert sich CMS made simple undbietet drei vordefinierte Benutzergruppen, denen man eine Vielzahl von Rechten zuordnenkann.

Auf diese Weise bleiben Funktionen zur Template-Erstellung, Benutzerverwaltung undModul-Verwaltung vor den Augen eines Nur-Redakteurs verborgen und tragen so zurFokussierung auf das Wesentliche bei: Der Inhaltserstellung und -pflege.

Administration – Hauptmenü für Redakteure

Aufbauend auf der Template Engine Smarty bietet dieses CMS maximale Leistung und Flexibilität, die in derPraxis dafür sorgen, dass Webdesigner die volle Kontrolle über den ausgegebenen Codebehalten, ohne in den kreativen Möglichkeiten eingeschränkt zu werden.

Was sehr theoretisch klingt ist Webdesigner-Alltag: Die Ausgabe von Veranstaltungen als Tabelle,unsortierte Liste oder einfach mit Überschrift und kurzem Anleser – alle Varianten sindmöglich und zwar ohne Programmierleistung. Wer will, kann sogar alle Varianten realisierenund ist nicht auf eine einzelne Ausgabe-Variante angewiesen.

Smarty: Funktionsanbindung einfach & clever

HTML und CSS bilden das Basisgerüst moderner Websites, hinzu kommen Zutaten, wie XML/RSSoder auch JavaScript. Ganz oben auf der Wunschliste vieler Webentwickler stehen zudemsuchmaschinenfreundliche URLs und einfache Handhabung von Funktionen, ohne Tweaks, Hacksund Frickeleien am PHP-Code.

Dank Smarty kommt CMS made simple ohne Eingriffe am offenenHerzen des Content Management Systems aus und bietet dabei sehr viel mehr Flexibilität alsman auf den ersten Blick vermuten könnte. Die mächtige Syntax und die ausgezeichnetePerformance von Smarty machen einen Großteil der Flexibilität aus und sorgen fürKreativität und maximale Kontrolle über den generierten Code.

In der Praxis gibt es einigeHerausforderungen für Webdesigner, wie beispielsweise gestreifte Tabellen. Jede zweiteZeile soll eine andere Gestaltung erhalten und die letzte Zeile soll ebenfalls andersaussehen. Dank Smarty kein Problem, denn man kann mit {foreach}{/foreach} oder {cycle}durch ganze Arrays arbeiten und entsprechende Formatierungen vornehmen – ganz ohneProgrammieraufwand, wie man an folgendem Beispiel aus dem News-Bereich erkennen kann:

{foreach from=$items item=entry name=newsList}  {if $smarty.foreach.newsList.iteration % 2 == 1}    <tr class="row_type_1">  {else}    <tr class="row_type_2">  {/if}     <td{if $smarty.foreach.newsList.iteration.last}class="lastRow"{/if}>{$entry->title|escape:"html"}</td>    </tr>{/foreach}Das Beispiel zeigt neben den bereits angesprochenen Vereinfachungen fürgestalterische Eingriffe noch einen anderen sinnvollen Aspekt von Smarty: Modifikatoren.Jede Ausgabe kann noch einmal mit einem sogenannten Modifier verändert werden – wie imobigen Beispiel das Maskieren von Sonderzeichen bei der Ausgabe mit |escape:"html", umvaliden Quellcode zu erhalten.

Man kann auch verschiedene Modifikatoren kombinieren, umbeispielsweise die Ausgabe auf eine bestimmte Zeichenlänge, sagen wir 60 Zeichen, zukürzen und gleichzeitig die Sonderzeichen zu maskieren, was am Ende so aussieht:|truncate:60:"…":true|escape:"html".

Derartige Smarty-Schnippsel kann man beispielsweisefür die Ausgabe von kategorisierten News-Meldungen sehr vorteilhaft einsetzen, um Anleserzu erzeugen, Link-Listen darzustellen oder eine tabellarische Übersicht zu generieren.Oder alles zusammen, je nach Geschmack. Letzteres wird durch einen weiterenFlexibilitäts-Vorteil des Systems möglich: Beliebig viele Templates und Sub-Templates.




Autor

  • Ansgar Hein

    anatom5 perception marketing

Ansgar Hein beschäftigt sich schon seit 1994 mit den Anforderungen komplexer Internet-Lösungen und Content Management Systeme. Als Mitgeschäftsführer der Agentur anatom5 und Mitbegründer des Barrierekompass engagiert er sich für barrierefreie Websites.



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