Erfahrungen aus dem Einsatz einer Content-Management-Infrastrukturlösung


25.10.2006

Im Jahre 2000 führte die Continental AG als Anbieter für Bremssysteme, Fahrwerkkomponenten, Fahrzeugelektronik, Reifen und Technische Elastomere eine konzernweite Content-Management-Infrastrukturlösung ein. Die wesentliche Motivation dieses Projektes lag in der Optimierung und Vereinheitlichung der Content-Publishing-Prozesse.

Denn wie viele Großunternehmen zu dieser Zeit stand auch der Continental-Konzern vor dem Problem, dass Inhalte für Online- und Offline-Publikationen durch verschiedene Anwendungen verwaltet wurden.

Ferner war die Datenpflege im bisherigen System für die Mitarbeiter sehr zeitintensiv. Inhalte konnten teils nicht selbst gepflegt werden, ebenso wenig war es möglich, sie mehrfach und unabhängig vom Layout zu verwenden. Einfache Strukturänderungen (z.B. Hinzufügen eines neuen Menüpunkts) oder Hinzufügen und Integrieren neuer Content Bereiche waren sehr aufwändig.

Mit einem neuen System sollten folgende Anforderungen gelöst werden:

  • Einführung neuer Contentmodelle, die nicht rein seitenbasiert, sondern objektorientiert sind
  • Verwaltung einzelner Contentobjekte, die in unterschiedlichen Anwendungen verwendet werden können
  • Integration in bereits bestehende IT–Strukturen
  • Anbindung und flexible Erweiterung von Drittsystemen
  • Erweiterbarkeit für einen kurzfristigen und flexiblen Ausbau der Angebote
  • Simultane Produktion unterschiedlicher Formate aus einer Datenbasis
  • Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter

Welche Erfahrungen bei der Lösung dieser Anforderungen gemacht und welche „Lessons Learned“ aus der mittlerweile sechsjährigen Anwendung einer einheitlichen Content-Infrastruktur gezogen werden konnte, wird Ingo Diederichs, Leiter Kommunikationsservices der Continental AG, auf den diesjährigen Contentmanager.days erläutern.
Dabei wird er sowohl einen Einblick in bestehende Applikationskonzepte als auch einen Ausblick auf aktuelle und zukünftige CMS-Projekte geben (z. B. Ajax-Applikation im Intranet, Media Asset Management, Anbindung des Translation Management Systems Trados).

Im Interview

Im Vorfeld zu den Contentmanager.days wurde Ingo Diederichs von der Programmkoordination befragt, was die Besucher des Fachkongresses erwarten können.

Hr. Diederichs, als Verantwortlicher der CMS-Anwendung bei der Continental AG werden Sie auf den Contentmanager.Days über Ihre Erfahrungen berichten. Mit welchen drei Schlagworten würden Sie Ihren Vortrag untermalen?

Anwendungsüberblick, Lessons Learned, Ausblick

Wie ist die Historie bei Ihrem Content-Management-Projekt? Wann und warum hat man sich für eine einheitliche Systemlösung entschlossen?

Wir haben unser CoreMedia-CMS im Jahr 2000 zunächst für den Internetauftritt eingeführt und später dann auf weitere Anwendungen - Intranet, Extranet, Druckvorstufe - ausgedehnt. Die wesentlichen Argumente für diese Lösung waren einheitlicher Außenauftritt, Aktualität und Kostenersparnis.

Was sind die Charakteristika Ihre CM-Umsetzung? Welche Prozesse werden hiermit im wesentlichen unterstützt?

Es handelt sich überwiegend um ein Web-CMS, wenngleich wir mit ProMEDASS, einer Anwendung für Print-Werbekampagnen, auch schon Offline-Inhalte verwalten. Im Wesentlichen wird die Erstellung und Pflege von Webseiten durch Continental-Mitarbeiter und externe Dienstleister unterstützt.

Hat sich der Einsatz einer großen CM-Infrastrukturlösung für Ihr Unternehmen gelohnt?

Eindeutig ja. Die Lösung hat sich als flexibel genug erwiesen, um mit der Zeit mit den Anforderungen zu wachsen. Ohne diese Infrastruktur hätten wir z. B. die starke internationale Ausdehnung unseres Internetauftritts mit heute schon über 100 Websites verschiedener Marken nicht hinbekommen, jedenfalls nicht zu vertretbaren Kosten und in einheitlich hoher Qualität.

Welche Entwicklungsfelder sehen Sie für die Zukunft Ihrer CMS-Implementierung? Wohin geht es?

Wir entwickeln die Lösung in Richtung Enterprise Content Management weiter. Unser nächstes Ziel ist der Aufbau einer Mediendatenbank für die Verwaltung von Bildern, Präsentationen etc. Außerdem planen wir die Einbindung unseres Übersetzungssystems Trados. Für das Intranet entwickeln wir eine personalisierbare Startseite auf Basis von Ajax.


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