Die Euphorie namhafter Analysten wie IDC, Gartner oder TechConsult für Software as a Service (SaaS) sind bisher im Mittelstand auf wenig Resonanz gestoßen. Erste marktreife Angebote verbuchen jedoch ein reges Anwenderinteresse und verdeutlichen das erhebliche Potenzial von ERP On-Demand.
Gewichtige Vorbehalte wie mangelnde Datensicherheit oder fehlende Individualisierungsoptionen haben die meisten Nutzendiskussionen über ERP per SaaS bisher im Keim erstickt. Neue flexible Betriebsmodelle für eine breite mittelständische Zielgruppe veranlassen Anwender und Anbieter ihre eigenen Positionen zu überdenken. ERP aus der Steckdose, oder präziser aus der Standleitung eines Rechenzentrums, scheint das Versprechen von Wettbewerbsvorteilen durch Kosteneinsparungen und eine höhere Flexibilität endlich einzulösen. Ein gemeinsames Interesse von Anwender und Anbieter sowie Referenzprojekte können ERP On Demand sehr schnell zum Durchbruch verhelfen.
Die mit SaaS verbundene Auslagerung sämtlicher Geschäftsdaten erzeugt die stärkste Abwehrhaltung in vielen mittelständischen Unternehmen. Dabei bedeutet die Datenhaltung in einem professionellen Rechenzentrum für die große Mehrheit einen deutlichen Sicherheitsgewinn gegenüber hauseigenen Serverumgebungen. Selbst Banken und Versicherungen, deren Geschäftsmodell weitgehend auf Vertrauen basiert, nutzen seit Jahren externe Server-infrastrukturen. Mittelständische Unternehmen, die E-Commerce betreiben, arbeiten bewusst oder unbewusst mit SaaSLösungen von renommierten Auktionsplattform- und Shop-Anbietern sowie Suchmaschinenbetreibern. Dabei setzen sie Hochverfügbarkeit und reibungslose Daten-Backups durch zuverlässige Serverfarmen im Backend voraus. Diesen Anspruch erfüllt auch ERP On-Demand über ein professionelles Rechenzentrum mit einer zertifizierten verschlüsselten Verbindung. Mittelständische Unternehmen erhalten daher einen echten Sicherheitsund Zuverlässigkeitsgewinn sowohl für den internen Datenbestand als auch beim Informationsaustausch mit Partnern und Lieferanten.
Bild 1: ERP-Hosting: Vom Hype zum erfolgreichen Geschäftsmodell bei maximaler Flexibilität und Sicherheit.
Ein weiteres starkes Ausschlusskriterium bestand bisher in mangelnden Anpassungsoptionen in SaaS-Betriebsmodellen. Die ersten ERP-Offerten konzentrierten sich auf betriebswirtschaftliche Kernprozesse ohne Individualisierungsmöglichkeiten und waren daher für die breite Masse der Anwender uninteressant. Inzwischen bieten ERP-Softwarehäuser flexible Anpassungen direkt im Rechenzentrum an. Die Basis bilden virtualisierte Lösungsumgebungen für einzelne Anwender auf einer Serverfarm.
Nutzer verfügen damit über einen SaaS-Zugriff auf den vollen ERP-Funktionsumfang inklusive Modulen etwa für das Rechnungswesen, das CRM oder die Produktion. Die an dieser Stelle oftmals aufgeworfene Frage nach einer aufwändigen oder unmöglichen Integration mit vorhandenen Inhouse-Systemen wie einer BDE-Applikation lässt sich ganz klar beantworten: Es existiert kein Unterschied zwischen der Integrationskomplexität einer rein lokalen IT-Infrastruktur oder der in einem Mischbetrieb. Eine gehostete Umgebung erfordert lediglich eine parallele Standleitung über VPN, unabhängig von der Benutzeranmeldung und Schnittstellen. Eine direkte Kommunikation lässt sich beispielsweise über Web-Services einrichten.
Tabelle 1: Gegenüberstellung Inhouse- und SaaS-Betrieb
Unternehmen können sich komplett auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und sparen erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen. Sie müssen weder eine aufwändige Hardware-Infrastruktur betreiben und pflegen, noch das Know-how für teilweise sehr spezifische Plattformen und Technologien aufbauen und vorhalten.
Der potenzielle Anwenderkreis ist durch die Möglichkeit Anpassungen umzusetzen deutlich gewachsen. Standen bisher in erster Linie kleine Unternehmen mit einem Bedarf an betriebswirtschaftlichen Standardfunktionen im Fokus, adressiert das erweiterte Hosting-Angebot jetzt alle Unternehmen, die beispielsweise eine schnelle Einführung anstreben, schlanke IT-Infrastrukturen vorhalten oder stetig neue Standorte mit zusätzlichen oder wechselnden Nutzern integrieren. Ausgehend von der spezifischen Ausgangslage und den Anforderungen eines Anwenders kommt das eine oder andere Betriebsmodell aufgrund einer Vielzahl von Kriterien zum Zug. Unternehmen, die ausschließlich mit Standardsoftware-Lösungen wie Microsoft Office, ERP und einem Rechnungswesen arbeiten, können auf Basis neuer Hosting-Angebote ihre Nutzung komplett auf SaaS umstellen. Für die Nutzer der einzelnen Funktionsmodule in den unterschiedlichen Abteilungen ist ohnehin kein Unterschied zwischen Inhouse- und On-Demand-Zugriff feststellbar. Parallel bestehen eine Vielzahl flexibler und praxistauglicher Mischbetriebsszenarien zwischen beiden Modellen.
Bei Betriebsmodellen in der Praxis können Anwender zwischen flexiblen Möglichkeiten im Test- und Mischbetrieb sowie bei der Anbindung verteilter Standorte wählen. Die monatlichen Mietkosten orientieren sich grundsätzlich an der Anzahl der Nutzer. Des weiteren werden individuelle Anforderungen und Modulzusammenstellungen berücksichtigt. Bereits vorhandene Systemkomponenten werden ebenfalls einbezogen. Bestehende Datenbanklizenzen lassen sich in den Rechenzentrumsbetrieb einbringen. Das ERP-Mietmodell der AP AG basiert auf einer dreijährigen Mindestvertragsdauer. Die minimale Laufzeit für die separat erhobenen Rechenzentrumskapazitäten ist deutlich kürzer, um den Anwendern maximale Flexibilität einzuräumen.
Neue SaaS-Marktofferten verdeutlichen, dass ERP On-Demand unmittelbar davor steht, den Status eines Hypes mit den allseits bekannten Vorteilen und gewichtigen Gegenargumenten zu überwinden und die positiven Prognosen der Marktforscher kurz- bis mittelfristig zu erfüllen. Anwender verfügen über marktreife Hosting-Angebote, um die Vorteile eines SaaS-Betriebsmodells für sich umzusetzen. ERP aus dem Rechenzentrum bedeutet einen klaren Gewinn bei der Datensicherheit, schont die eigenen IT-Ressourcen und ermöglicht gerade mittelständischen Unternehmen eine Konzentration auf ihre Kernkompetenzen.
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