Flash und PDF – wenn Dokumente mobil und Inhalte interaktiv werden


10.04.2007

Die Hochzeit von Flash und PDF steht laut Aussagen von Adobe kurz bevor.Noch trägt es den Codenamen "Apollo", doch schon jetzt ist offensichtlich, dassdie Grenzen von Papier gesprengt werden und gestaltete Inhalte auf mobilenGeräten die gleiche Darstellungsqualität erreichen wie bisher hochwertigeComputerdisplays. Natürlich sollen so auch bis dato rein betrachterorientierteInhalte interaktiver und somit gleichzeitig wertvoller werden.

PDF als Format für Dokumente und Flash als papierlose Technologie können sich gut ergänzen.Zum Teil unterstützt die aktuelle Version von Flash schon jetzt Adobe-Technologien.Dazu zählt neben dem Einbetten von Satzschriften auch eine zeilenverbindlicheDarstellung. Doch dazu später mehr...

PDF Nutzung im Web – Vorausetzungen und Limitierungen...

Gut gestaltete Magazine und Produktinformationen werden nun schonseit Jahren per PDF in den Druck gebracht und fast zeitgleich immer öfter imWeb angeboten. Da das Internet jedoch zunehmend mobiler wird – Surfen überdas Handy, surfen von unterwegs – entscheiden Bandbreiten, Datenmengen,Seitenformate und Mehrfachnutzen der eigentlich statischen PDF-Dokumenteüber Erfolg und Misserfolg der Informationsnutzung.

What you see is what you may read when scrolling

Was auf dem Papier einfach umzusetzen, bzw. seit Jahren zur Lesegewohnheitgeworden ist, gestaltet sich im Web wesentlich komplexer. Zum einen entsprichtdas "Sichtfenster" eines Standard-Monitors nicht einer aufgeschlagenen Magazin-Doppelseite. Die Umrechnung von Papierbreite in Monitorpixel ergibt bei einemDIN A4-Format bei 72 dpi eine Sichtfläche von ca. 1.587 x 1022 Pixeln. Ziehtman davon noch die Randflächen der jeweiligen Webanwendung ab und lässtauch etwas Platz für die Navigation und Menüs, verbleibt ein Sichtfenster von etwa 994 x 748 Pixeln. Bei einer durchschnittlichen Monitorauflösung von 1024x 768 – für die Darstellung einer Doppelseite in 1:1schlicht unbrauchbar.

Selbst Bildschirme jenseits der 19" Bildschirmdiagonalentun sich hier schwer, eine papierähnliche, lesefreundliche Darstellung zugewährleisten. Zum anderen arten die Möglichkeiten, Seitenausschnitte perAdobe Artikellesewerkzeug bildschirmgerechter zu präsentieren, meist in sehrviel Handarbeit aus.

Frames – Kontext schaffen

Früher lebten PDF-Dokumente nur für Printproduktionen. Ein zweites Lebenführen PDF-Produktdatenblätter oder auch Seminarkalender dagegen imInternet. Gepaart mit der Möglichkeit, PDF-Dokumente in einem HTML-Frameals Informationsträger zu platzieren, kann ein Bezug zum restlichen Webauftrittgeschaffen werden.

Mit dem URL-Aufruf http://www.xdomainx.com/xDokumentx.pdf#page=7 wird gezielt einePDF Seite im Browserfenster adressiert und dargestellt. Geschickt angepasstkönnen fast alle PDF-Darstellungsformen so adressiert und abgerufen werden,gesetzt den Fall, dass der Benutzer zum Darstellen der PDF-Dokumente auch aufdie Acrobat PDF-Produkte setzt.

Webtaugliche PDF

PDF-Dokumente sind von Haus ausnicht sonderlich gut für die Darstellungim Web geeignet. In der Regel ist die Datenmengesehr hoch, da für den DruckCMYK-Farbinformationen und hochaufgelösteBilddaten transportiert werdenmüssen. Im Web reicht dagegen einereine RGB-Darstellung und meist einewesentlich geringere Auflösung bei Bildern.

Zwei wesentliche Faktoren, die dieGröße eines PDF-Dokumentes beeinflussenkönnen. Viele der für das Web benötigtenOptimierungen können mit denBordmitteln von Adobe Acrobat Professionalerreicht werden. Doch die Erfahrungzeigt, dass Drittanbieter-Tools, wie zumBeispiel der PDF Enhancer, hier wesentlichbessere Ergebnisse – bei wenigerFunktionseinstellungen – erreichen.

Oft unterschätzt – im Layout-Dokument befindlicheWeblinks und E-Mail-Adressenwerden bei der Konvertierung von Post-Script zu PDF mit dem Adobe Distiller inwebtaugliche Hyperlinks umgesetzt.

Mehrwert auf Basis von PDF-Dokumenten im Web schaffen

Zugegeben, natürlich können auchAnimationen sowie Audio- und Video-Sequenzen in ein PDF-Dokument eingebettetwerden. Doch wie verhält es sichmit unterschiedlichen Komprimierungs-Codecs?

Multimedia im PDF wird durchFunktionserweiterungen per Plug-in indas PDF eingebracht. Hat der PDF-Empfängernicht exakt die gleichen technischenVorausetzungen wie der Ersteller,bedarf es vieler, recht unbequemer Nachinstallationenvon fehlenden Komponenten.

Anders bei Flash: hier werden allenotwendigen Komponenten direkt in denAnwendungscode geschrieben. Schwierigerwird es, wenn es darum geht, Informationenaus einem PDF-Dokumentan eine weitere externe Anwendung zuübergeben. PDF-Formulare und der Einsatzvon Java-Script bieten hier Möglichkeiten,die allerdings auch mit den Limitierungder jeweiligen PDF-Betrachter(Reader und Co.) leben müssen. Selbstdie Möglichkeit, mit PDF-Marks bei derErstellung von Zusätzen wie Schaltflächenetc. PDF-Dokumente interaktiver zugestalten, obliegt unter dem Strich dochden programmiertechnisch versiertenAnwendern und meist datengetriebenenWorkflows.




Autor

  • Jörg Oyen

    oyen.de

Jörg Oyen, unabhängiger Trend & Solution-Scout im Bereich der datenbankgestützten Medienproduktion bietet mit seiner Marke oyen.de umfangreiches Branchen-Know-how, Insider-Wissen & Richtungsweisende Dienstleistungen.



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