Kernfunktionen für Enterprise Portale


25.03.2003

Kernfunktionen für Enterprise Portale

Ein Enterprise Portal bietet Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Lieferanten unternehmensübergreifend alle Inhalte und Applikationen an, die diese für die Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen. Das Portal ist also eine unternehmensweite und personalisierte Web-Integrationsplattform: Es vereinheitlicht die verschiedenen Internet-, Extranet- und Intranet-Aktivitäten und integriert unterschiedliche Anwendungen.

Der Content Management Ansatz ist geeignet, für Enterprise Portale beispielsweise Teilmengen der Anforderungen zur Verfügung zu stellen (vgl. Entwicklungsstufe "Prozess" in Abbildung 1). CM-Systeme können hier abhängig von der jeweiligen Architektur der Portale wesentliche Kernfunktionen erfüllen wie z.B. die rollenabhängige Erfassung oder die personalisierte, qualitäts- und zeitgerechte Auslieferung von Informationen.

Wissensmanagement und Content Management

Bei der Diskussion um effizientere Geschäftsprozesse gewinnt das Thema Wissensmanagement zunehmend an Bedeutung. Der Grund: In den wirklich entscheidenden Unternehmensprozessen wie etwa der Produktinnovation oder der Produktentwicklung hängt Effizienz und zielführende Wirkungskraft der getroffenen Entscheidungen in hohem Maße von kontextspezifischem Wissen, beziehungsweise von handlungsrelevanten Informationen (richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort) ab. Wissen setzt sich, sobald es explizit über eine Plattform vermittelt wird, aus Informationen und diese wiederum aus Content zusammen. Deshalb sind Content Management und Wissensmanagement, rein technologisch gesehen, verwandte Disziplinen. Unter Wissensmanagement ist der ganzheitliche Prozess zu verstehen, der vorhandenes und neu gewonnenes Wissen in einem Unternehmen optimal nutzbar macht.

CM bietet für den Wissenskreislauf - ähnlich wie für den Informationskreislauf wichtige Funktionen zum Aufbau und zur Verwaltung der Wissensbasis sowie für die Ausgabe des darauf verfügbaren Contents:

  • Einfache Erfassung und Verknüpfung relevanter Informationen
  • Qualifizierung und Strukturierung von Informationen
  • Versionierung von Informationen und Archivierung

Umfassende Integration contra singuläre Lösungen

Für die Unterstützung von Geschäftsprozessen gibt es verschiedene Technologieansätze:

  • Workflow-Management Systeme
  • Collaboration- & Groupware-Systeme
  • Dokumenten-Management-Systeme
  • Such- & Klassifikations-Systeme
  • Agenten- & Benachrichtigungs-Systeme

Bewertet man deren Funktionsumfang im Hinblick auf die Anforderungen, die sich stellen, wenn man den Informationskreislauf zur Prozessunterstützung nutzen will (vgl. Abbildung 2), erhält man folgendes Bild:

Abbildung: Einsatzbereich/Leistungen der einzelnen Technologien im Informationsmanagement; zur Vergrößerung bitte klicken

Hieran wird deutlich, dass die anderen technologischen Ansätze zwar in ihren jeweiligen Domänen singulär einen größeren Funktionsumfang bieten. CM-Systeme hingegen stellen mittlerweile in fast allen Bereichen des Informationsmanagements die erforderlichen Funktionen zur Verfügung. Genau darin liegt ihr integrativer, effizienzsteigernder Charakter.

Mit welchen Funktionen genau CM-Systeme die bisher beschriebenen Anforderungen abdecken, zeigt folgende Abbildung:

Abbildung: Leistungen/Funktionen von CM-Systemen im Informationskreislauf; zur Vergrößerung bitte klicken

Je nach Anforderung an die zu schaffende Plattform lassen sich diese Basisfunktionen um die jeweils gewünschten Applikationen (z.B. Benachrichtigung) erweitern.




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Autor

  • Claudio Franchi

    TOMORROW FOCUS Technologies GmbH

Claudio Franchi ist Consultant bei TOMORROW FOCUS Technologies GmbH in München.




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