Mit dem "Mobile Website Generator" sollen kleine mobile Webseiten schnell erstellt und leicht gepflegt werden können. So die Intention von Katrin Büttner und Sharif Thib, den beiden Entwicklern des Tools.
Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Webseite ist die mobile Variante speziell für die Darstellung auf Smartphones abgestimmt. Eine mit dem Website Generator erstellte mobile Webseite ist daher nicht für die Abbildung der klassischen Webseite bzw. deren Inhalte gedacht. Vielmehr sollen Inhalte digitaler und gedruckte Werbematerialien sinnvoll ergänzt werden. Das Tool bietet verschiedene Möglichkeiten, um deutlich mehr als eine digitale Visitenkarte zu erstellen.
Im Folgenden stellen wir Ihnen den Mobile Website Generator detailliert vor und zeigen, wie Sie Schritt für Schritt eine mobile Webseite erstellen können. Das Tool basiert auf TYPO3 und JavaScript und unterstützt zurzeit die Betriebssysteme iOS, Android und Blackberry.
Anwender erstellen ihre mobile Webseite direkt online unter mobile-website-generator.com . Die Anmeldung erfolgt durch Eingabe einer E-Mail-Adresse sowie einer Wunschdomain (ohne "www"). Für diese stehen die drei Endungen .mobile-contact.mobi, .webcard.mobi oder .onyoursmartphone.mobi zur Auswahl.
Es ist ebenso möglich, über einen externen Anbieter wie United Domains eine individuelle .mobi-Domain einzurichten und von dieser auf die POCCY-Seite umzuleiten. Das ist sinnvoll, wenn eine kurze, einprägsame URL bspw. "cmredaktion.mobi" gewünscht wird. Für eine solche Domain fallen allerdings zusätzliche Kosten an.
An dieser Stelle muss sich der Anwender bereits zwischen einem kostenlosen "Basis-Paket" und einem "Business-Paket" für monatlich fünf Euro entscheiden. Durch diese Wahl kommt noch kein Vertrag zustande. Es ist also sinnvoll, das Tool mit vollem Leistungsumfang in der Business-Variante zu testen. Größter Vorteil dieses Modells, es werden keine Werbeanzeigen Dritter eingeblendet.
Erreichbarkeit der mobilen Webseite
Abrufbar ist die mobile Webseite über einen persönlichen QR-Code (Quick Response), der an jeden Anwender vergeben wird. Dieses schwarz/weiße Pixel-Quadrat kann beliebig auf gedruckter oder elektronischer Korrespondenz (Flyer, Visitenkarten, Signatur von E-Mails etc.) aufgebracht und mithilfe eines Smartphones gelesen werden.
Der QR-Code kann bis zu einem Drittel verdeckt sein und funktioniert dennoch.
Der Nutzer wird über den QR-Code automatisch auf die mobile Seite geführt. Voraussetzung ist ein auf dem Smartphone installierter Reader. Diese werden von verschiedenen Herstellern kostenlos angeboten und sind in der Regel bei Smartphone-Besitzern bekannt. Zwei Anbieter kostenloser Reader sind i-Nigma und NeoReader . Natürlich kann die mobile Webseite auch über die klassische URL-Eingabe im Browser aufgerufen werden.
Als sinnvolle Ergänzung einer klassischen Webseite sollten Besucher, die mit dem Smartphone auf diese zugreifen, automatisch auf die mobile Webseite umgeleitet werden. Diese Umleitung muss im Code der Webseite hinterlegt werden. Verschieden Anleitungen dazu gibt es im Web, bspw. in Mobile (Web-)Zukunft – und wie sieht meine mobile Strategie aus?
Die Eingabe der Kontaktdaten ist der erste Schritt, ehe es mit der Gestaltung der mobilen Seite losgehen kann. Diese Daten können Besucher später als sog. vCard (.vcs) speichern oder per E-Mail verschicken. Welche Daten auf der Startseite erscheinen, muss festgelegt werden. Das Ergebnis wird direkt in einer Vorschau angezeigt.
Als Rahmen der Vorschau dient die Abbildung eines Smartphones, so bekommt der Anwender einen realistischen Eindruck der späteren mobilen Webseite. Sollen auf der Startseite keine Kontaktdaten angezeigt werden, überlagert das (Sub)Menü das Diskettensymbol (zu sehen auf der nä. Abbildung) und verbirgt damit leider die Speicherfunktion der Kontaktdaten. Fazit Diskettensymbol: Funktion gut, Optik nicht befriedigend.
Im Feld Statusmeldungen können zusätzliche Informationen zum Unternehmen eingetragen werden. Je mehr Text, desto weiter nach unten rutsch allerdings das eigentliche Menü. Außerhalb des sichtbaren Bereichs ist dieses nur durch scrollen erreichbar und kann vom Webseiten-Besucher leicht übersehen werden. Detaillierte Informationen sollten daher in die Seite "Über uns" eingetragen werden. Dazu später mehr.
Unter "Social Media" können die wichtigsten Social Media-Dienste integriert werden. Das Tool bietet die Möglichkeit eigene Profile von Xing, Facebook, Twitter, Google+, dem Location Based Service Foursquare oder Qype einzubinden sowie über Skype kostenlos zu telefonieren. Die Social-Media-Button werden in einer Reihe am Ende der mobilen Seite angezeigt.
Der Mobile Website Generator bietet eine Vorlage mit wenigen Gestaltungsmöglichkeiten, darunter die Auswahl der Farben für Hintergrund, Text, Link und Kopfbereich sowie die Wahl einer Kopfgrafik.
Der Kopfbereich selber kann momentan nicht beeinflusst werden. Der drei Menüpunkte "Anruf", "E-Mail" und "Empfehlen" können weder umbenannt noch gelöscht werden. Durch die Entwickler ist eine flexible Belegung der Schaltflächen angedacht, ebenso weitere Layoutvorlagen.
Das Tool erlaubt es, bis zu zwei eigene Grafiken als Kopfbilder hochzuladen, oder eines der Vorlagenbilder aus der Galerie zu nutzen. Wobei für eine Seite mit Widererkennungswert ein eigenes Bild bzw. das eigene Logo ratsam ist.
Das Kopfbild hat ein festes Format von 320 x 80 Pixel und kann eine Dateigröße bis 4MB haben. Diese sollte jedoch nicht ausgereizt werden, denn je größer die Datei, desto länger die Ladezeit der Seite. Zwei Bilder werden nebeneinander angezeigt, es steht dann jeweils die halbe Breite zur Verfügung.
Hochgeladene Bilder werden automatisch angepasst, Proportionen werden nicht berücksichtigt. Ist das Bild kleiner wird es auf dieses Maß verzogen, ist ein Bild zu groß, wird nur ein Ausschnitt angezeigt und der Rest weggeschnitten. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, muss das Kopfbild also ein Format von exakt 320 x 80 Pixel besitzen (zwei Bilder je 160 x 80 Pixel), was die Bildbearbeitung mit einem entsprechenden Programm voraussetzt. Hier kann in punkto "Einfachheit" noch etwas getan werden.
Tipp: Logos als transparentes GIF einbinden. Der Hintergrund der mobilen Seite kann nicht auf weiß eingestellt werden, es ist immer ein Hellgrau mit leichtem Verlauf. Bei einem transparenten GIF wird kein Hintergrund gespeichert, also bleiben unschöne Ränder aus.
Links: Bilder werden auf 320 x 80 Pixel angepasst und sind sie bspw. "zu klein" verschwommen dargestellt. Rechts: Transparentes GIF, Grafik wird ohne weißen Hintergrund gespeichert und fügt sich nahtlos in das Layout ein.
Das Tool bietet zwölf vordefinierte Seitentypen wie "Über mich/uns", "Öffnungszeiten", "Anfahrt" oder "Gutschein". Die Bezeichnung kann wie gewünscht angepasst werden. Die Seite "Leistung/Angebot" könnte also in "Service" umbenannt werden. Hinter den Seiten verbirgt sich entweder ein Editor zur Texteingabe oder ein Formular, in welches Informationen bspw. die Öffnungszeiten eingetragen werden können. Diese werden dann formatiert auf der mobilen Webseite angezeigt. Formulare und Formatierung können nicht verändert werden.
Ein Impressum wird immer angezeigt. Diese Seite wird automatisch mit den eingegebenen Kontaktdaten gefüllt, kann aber auch manuell bearbeitet werden.
Daneben gibt es die Möglichkeit, beliebig viele eigene Seiten anzulegen (Business-Paket). Hier handelt es sich allerdings um reine Textseiten in die zurzeit weder Bilder noch andere zusätzliche Elemente eingefügt werden können.
Für die Anzeige aktiviert oder deaktiviert werden die Seiten über den Button mit der abgebildeten Sonne. Hinter dem kleinen Poccy verbirgt sich ein Hinweistext, der über die Möglichkeiten der jeweiligen Seite aufklärt. Die Menüstruktur kann durch verschieben der einzelnen Seiten per Drag&Drop oder mittels der abgebildeten Pfeile bestimmt werden.
Inhalte werden mit dem integrierten Editor bearbeitet. Er ist einfach aufgebaut und bietet wenige Formatierungsmöglichkeiten. Schrift oder Schriftgröße können nicht bestimmt werden. Es wird je nach Verfügbarkeit die Arial oder eine andere serifenlose Schrift verwendet. Die Schriftgröße ist für die meisten Elemente 16px. Diese Darstellung empfinden die Entwickler als optimal für die Lesbarkeit auf Smartphones, und geben daher keinen Spielraum. Überschriften können lediglich durch das Fetten markiert oder kursiv dargestellt werden. Hintergrund ist auch hier, eine bestmögliche Darstellung zu gewährleisten.
Die Symbol-Reihe zeigt alle Bearbeitungs- und Formatierungsmöglichkeiten.
Sind alle Inhalt und das Design festgelegt, kann die mobile Webseite über den Menüpunkt Bestätigen/Aktivieren für die Veröffentlichung freigegeben werden. Dies kann bis zu 24 Stunden dauern, in unserem Test waren es allerdings nur einige Minuten. Jetzt funktionieren auch alle eingebundenen Anwendungen wie die Anruf- oder E-Mail-Funktion sowie die Links.
Parallel zur Aktivierung bekommt der Anwender eine E-Mail mit dem QR-Code für seine mobile Seite. Wie dieser sinnvoll verwendet werden kann, wurde oben bereits kurz beschrieben und ist auf der POCCY-Webseite nochmal zu lesen . An dieser Stelle nur noch ein Beispiel:
Der Naturkosmetik Hersteller Lush veröffentlicht den QR-Code für seine mobile Webseite auf gedruckten und digitalen Prospekten und versieht diesen mit dem Hinweis "SCAN MICH!".
Das Tool kann durch die Eingabe eines Gutscheincodes (muss beim Hersteller angefordert werden) vier Wochen kostenlos getestet werden. Die Laufzeit verlängert sich nicht automatisch. Der Vertrag muss also nicht extra gekündigt werden. Alle Daten werden ebenfalls automatisch gelöscht.
Mit dem Mobile Website Generator von POCCY können Anwender ganz einfache mobile Seiten problemlos erstellen. Dazu ist das Tool bestens geeignet.
Der Mobile Website Generator ist allen zu empfehlen, die keinerlei Kenntnisse in WebDesign oder Programmierung besitzen, dennoch aber wesentliche Informationen wie Kontaktdaten, Erreichbarkeit, Angebote und Leistungen online zur Verfügung stellen möchten. Gerade durch die stark begrenzten Funktionen, können schnell ansprechende Ergebnisse erreicht werden.
Vor allem kleine Unternehmen und Selbständige, mit dem Ziel Leistungen oder Produkte zu verkaufen, kommen heute an einer Internetpräsentation nicht mehr vorbei. Eine schlichte aber ansprechende und klar strukturierte POCCY-Seite macht in meinen Augen mehr Sinn, als keine oder eine schlecht gestaltete klassische Webseite. Diese vermittelt in der Regel einen höchst unseriösen Eindruck. Der Mobile Website Generator bietet zumindest einen guten ersten Einstieg in die Online-Welt.
Aber: hohe Erwartungen an die mit dem Tool erzeugte mobile Webseite können nicht gestellt werden. Dazu bietet der Generator einfach zu wenige gestalterische und typografische Möglichkeiten. Es gibt lediglich eine Layoutvorlage, die farblich verändert und durch eine oder zwei Grafiken ergänzt werden kann. Individuelle Ergebnisse können so natürlich nicht umgesetzt werden. Professionellen Webseiten mit vielen Inhalten bietet das Tool keine akzeptable Ergänzung in Form einer mobilen Webseite. Dafür ist es aber auch nicht gedacht.
Ich bin dennoch gespannt, in welche Richtung sich das Tool entwickelt.
Beispielseiten/Referenzen
Als Beispielseiten existieren derzeit nur die firmeneigenen Seiten beispiel.webcard.mobi" sowie poccy.webcard.mobi
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