It's Krüger: Kubikrechtschreibfehler


13.09.2005

In seiner Glosse "It's Krüger" betrachtet Jörg Dennis Krüger regelmäßig in amüsanter Weise aktuelle Entwicklungen und Themen im ECM-Markt.

In Deutschland grassiert eine neue Seuche. Nicht die Vogelgrippe hat es von Russland nach Deutschland geschafft, sondern eine ganz andere Epidemie mit Ursprung in Dänemark hat Deutschland stark getroffen und wütet nun seit Jahren. Ein Impfstoff ist bisher nicht gefunden – diejenigen, die den Erreger jedoch überstanden haben, raten hier zu verstärkter Forschung.

Es geht um "Typo 3". Landauf, landab wird in Internetforen und auf diversen Websites über die Vorzüge dieser Web Content Management Entwicklungsplattform fabuliert. Oft passiert es, dass dabei Typo3 als "Web Content Management System" oder gar "Enterprise Content Management System" beworben wird. "Denn sie wissen nicht, was sie tun" mag man sogleich zum Himmel rufen, wenn man so was liest.

Fakt ist: Typo3 eignet sich hervorragend als Werkzeug für Webentwickler, um funktionale Websites zu erstellen, die an einigen Ecken Web Content Management Funktionalitäten bieten. Zudem sind für Typo3 eine Vielzahl von Modulen verfügbar, wodurch die Funktionalität in gewissen Teilen erweitert werden kann. Außerdem, und das ist wohl die Grundlage für alle Gralsmythen rund um Typo3, sind das System und alle Module kostenlos.

Doch der Abgesang auf kommerzielle Web-Content- oder gar Enterprise-Content-Management-Technologien ist noch lange nicht an der Reihe.

Denn Fakt ist auch: Typo3 ist für einen einfachen Redakteur nur schwer zu bedienen, es erfüllt selbst Grundlagen des Web-Content-Management (u.a. Trennung von Layout, Inhalten und Funktionalität) nur lückenhaft und Funktionalitäten zur Verwaltung von anderen Inhalten als für Websites (Dokumente, E-Mails, Outputlisten, Media Assets) sind nicht ernsthaft zu finden. Selbst "state-of-the-art" Web-Content-Management-Funktionalitäten wie Barrierefreiheit und Usability im (einfach individualisierbaren) Backend sind nicht dabei.

Was ist das Ergebnis dieser Götzenverehrung: Kunden, die denken, WCM wäre etwas sehr komplexes und nur aufwendig zu realisieren. Das ist jedoch weit ab von der Realität. Web-Content-Management ist eine der am besten standardisierten Technologien aus dem Umfeld ECM und sollte bei 90 Prozent aller Websites sogar ohne besonderen Programmieraufwand, durch Nutzung von fertigen Systemen (auch Open Source!), möglich sein.


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  • Jörg Dennis Krüger

"Beraten - nicht verkaufen" ist das Motto von Jörg Dennis Krüger. Er bietet hersteller- und produktneutrale Beratung im Bereich Enterprise Content Management an und ist eine feste Größe und anerkannter Experte auf dem Markt.




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