Technologien und Ansätze im Umgang mit unstrukturierten Daten


26.11.2007

Neue und innovative Technologien und Ansätze im Umgang mit unstrukturierten Daten

Knowledge-Management muss aufgrund seiner interdisziplinären Natur mit einer Vielzahl von Applikationen im Unternehmen integrieren und koexistieren, sich schnell an neue Bedürfnisse anpassen lassen und gleichzeitig maximalen Nutzen bei minimalem Aufwand für die Benutzer erzeugen. Eine Reihe von neuen Standards, Technologien und Lösungsansätzen helfen beim Bau und Betrieb derartiger Lösungen.

Offene Standards

Offene Standards sind für den effizienten Austausch von Dokumenten und Wissensinhalten unerlässlich.

  • Mit den Office-Dokument-Standards ODF (Open Document Format, durch die OpenOffice.org - Community geprägt) und openXML (durch Microsoft offengelegt) stehen immerhin zwei Standards zur Verfügung, die Briefe, Vertragsdokumente oder Finanztabellen applikationsunabhängig und damit für Fremdanwendungen verständlich beschreiben.
  • RSS und ATOM sind offene Standards, die es erlauben, Inhalte - in der Regel von anderen Websites, aber Layout-frei - zu abonnieren. Dies erlaubt es zum Beispiel, Neuigkeiten über spezifische Themen bei Erscheinen zu erhalten und sich den Aufwand zu sparen, nach diesen Neuigkeiten zu suchen. Im Rahmen von Knowledge-Management- Anwendungen könnten zum Beispiel auf diese Weise neue Lösungen zu einem bestimmten Problem zur Verfügung gestellt werden. RSS-Reader-Funktionen sind heute in vielfältiger Form erhältlich. Dem Benutzer stehen Web-Dienste, Client–Software aber auch Browser-Bordmittel (zum Beispiel als Teil von Internet Explorer 7) zum Lesen von RSS-Feeds zur Verfügung.
  • Applikationen stehen selten für sich alleine, sondern werden mit anderen Anwendungen verbunden oder integriert. Dank REST (Representational State Transfer) oder Web Services mit SOAP gelingt dies mit geringem Aufwand.
  • Neue Standards wie JSR170/283 vereinheitlichen auch die Art und Weise wie Dokumente in ein Repository gelangen, darin gesucht werden können oder wieder entnommen werden können. Selbst Suchzugriffe über unterschiedlichste Applikationen hinweg werden einfach, wenn diese den opensearch.org-Standard unterstützen.
  • Die vielleicht einflussreichsten und für den Benutzer sichtbarsten Standards betreffen aber die Benutzerschnittstelle. Mit AJAX oder DHTML, aber auch mit Flash können heute Browser- Applikationen gestaltet werden, die sich stark am Look & Feel und den Möglichkeiten eines Fat- Clients, wie zum Beispiel MS Outlook orientieren. Dies erlaubt dann Benutzermanipulationen wie Drag & Drop, Rollover-Effekte, etc., welche Benutzer effizienter und Applikationen einfacher erlernbar und erfahrbar machen.

Diese Standards und deren breiter Einsatz erlauben also den Bau offener Applikationen, die sich dem Benutzer anpassen und nicht umgekehrt.

Programmiersprachen und -Umgebungen für agile und iterative Entwicklungen

Knowledge-Management-Anwendungen können grundsätzlich mit fast jeder Programmiersprache entwickelt werden. Das Ziel beim Bau von benutzerzentrischen und sich stetig anpassenden Anwendungen ist es aber, mit einfachen Mitteln iterativ Lösungen entwickeln zu können und mit geringem Aufwand ständig zusätzliche Funktionalitäten und Möglichkeiten, wie z.B. Film, Ton, innovative Interaktionsmuster, etc. zu integrieren. Hier empfehlen sich moderne Programmiersprachen, Entwicklungsumgebungen und Frameworks, wie sie auch die Web-2.0- Entwickler anwenden. Zu nennen wären hier insbesondere folgende Kombinationen:

  • Java mit Spring, Hibernate und Ajax-Frameworks/-Libaries/-Toolkits wie ZK, Dojo, Prototype, etc.
  • PHP mit Symfony
  • Perl mit Catalyst
  • Python mit Django
  • Ruby on Rails

Einfach integrierbare Komponenten und Bausteine

Open Source und Web 2.0 stellen eine riesige Anzahl von Bausteinen und Komponenten, aber auch Online-Dienstleistungen zur Verfügung, die für die Bereitstellung von Knowledge-Management- Plattformen genutzt werden können.

Eine Auswahl wird zum Beispiel im Optaros Open Source Katalog , der von heruntergeladen werden kann, vorgestellt. Neben diesen Open-Source- Technologien gibt es "Services" wie "Google Maps", "Google Analytics" oder "JotSpot", die in Anwendungen genutzt werden können oder auch kommerzielle Software wie "Moveabletype" (Blogging), "Socialtext" (Enterprise-Wiki), "SimpleFeed" (RSS Publikation und Analysen) oder die durch Intel zusammen mit SpikeSource vermarktete Plattform SuiteTwo, die Technologien wie vorgängig gelistet integriert.

Darüber hinaus liefern Open-Source-Projekte eine einfache und günstige Basis für den Betrieb von Knowledge-Management-Lösungen und für ihre Integration mit anderen Applikationen.

Ausblick: An drei Anwendungsbeispielen wird nächste Woche im zweiten Teil aufgezeigt werden, wie die beschriebene neue Garde von Technologien, Standards und Vorgehensweisen genutzt werden kann, um wissensbasierte Anwendungen schneller und günstiger erstellen zu können.




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Autor

  • Bruno von Rotz

    Optaros

Bruno von Rotz ist Vice President Research & Strategy und Country Manager Schweiz von Optaros.




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