Mehrwert ist mehr wert! Kompetenzen von Online-Redakteuren


02.04.2006

Das Internet macht es möglich: von jedem Ort der Welt können Verfasser Texte onlinestellen und einer großen Öffentlichkeit verfügbar machen. Egal ob Weblogs oderherkömmliche Websites – es gilt die Losung "do-it-yourself". Doch dabei wird oft der Useraus dem Blick verloren.

Der Internet-Nutzer ist inzwischen "erwachsen" geworden – und hateine gewisse Erwartungshaltung an den Informationsgehalt und die Benutzerfreundlichkeitvon Internet-Angeboten. Online-Redakteuren werden völlig neue Kompetenzen abverlangt: Dieneu gewonnenen Erkenntnisse aus der Usability-Forschung müssen berücksichtigt werden undsowohl in die Texterstellung als auch in die Konzeption der Website eingehen.

Der Nutzwert des Internet: von der technischen Machbarkeit zum Inhalt

Die steigende Benutzerrate wurde durch die zunehmende Verfügbarkeit von Informationen überdas Internet in den letzten Jahren noch potenziert. Dabei wurde in den Anfangsjahren desInternets vor allem auf die technische Machbarkeit, Verfügbarkeit und Zugänglichkeitgesetzt – getreu der Maxime: Je mehr Informationen online verfügbar sind, desto stärkerwird das Internet als Informationsquelle genutzt.

Jeder Internet-Auftritt konkurriert mit anderen Informationsquellen (webintern sowiegegenüber klassischen Informationsquellen aus Printmedien, Fernsehen, Hörfunk, etc.).Dabei lässt sich am Leseverhalten der User ablesen, dass mit den Informationsmengen auchdie Ansprüche an die inhaltliche Aufbereitung und Qualität von Online-Inhalten gestiegensind:Je mehr Informationen online verfügbar sind, desto stärker werden diese Inhalte imHinblick auf die Qualität der Informationen bewertet und selektiert.

Jakob Nielsen bringt es in einer Studie zur Usability des Internets( www.useit.com/alertbox ) auf den Punkt. Ist eine Website schwierig zu benutzen, verlassensie die Nutzer. Wird nicht deutlich, was die Seite bietet, klicken sie weiter. Verlierendie Nutzer sich in den angebotenen Informationen, geben sie auf und gehen. Ist dieangebotene Information schwer zu finden, schlecht zu lesen oder inhaltslos, so wenden sichdie Nutzer ab. Kurz: Je kompetenter Online-Informationen verfügbar gemacht werden, destohöher ist der Mehrwert für den User.

Das Geheimnis des Erfolges: Online-Kompetenz

Diese Erkenntnis über die steigenden Ansprüche der User liest sich unweigerlich wie einoffener Appell an die Online-Kompetenz all derer, die Internet-Auftritte gestalten,redaktionell steuern und mit Textinhalten füllen. Ganz gleich, ob es sich umprofessionelle Internetauftritte von Unternehmen, Magazinen, Zeitungen oder Sendeanstaltenhandelt, um Intranet oder Extranet, um politische oder kommerzielle Inhalte – diejeweilige Information muss stets so aufbereitet sein, dass der User dadurch einen Mehrwerterhält.

Aus diesen Erfahrungen lassen sich entscheidende Online-Kompetenzen ableiten:

a.) Information

Die jüngste Usability-Forschung ergibt, dass sich das Verhalten der User auf dreiKernsapekte konzentriert, die auch für den Online-Redakteur entscheidend sind: Die Suchevon Informationen spielt eine zentrale Rolle innerhalb der Nutzung des Internets. Dabeiwird die Trefferwahrscheinlichkeit nicht nur durch technische Tricks beeinflusst, sondernauch das suchgerechte Schreiben der verantwortlichen Redakteure ist von großer Bedeutung.Der Text des Online-Redakteurs hat direkten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, dassdieser später vom Nutzer auch gefunden wird.

Bewertung von Informationen: Nur wenn dieNutzer mit der Funktionalität der Seite zufrieden sind und schnell bewerten können, ob dieangebotenen Informationen aktuelle und relevant für sie sind, werden sie die Seite alshilfreich ansehen. Dazu gehört auch die Frage, wie benutzerfreundlich und schnell dieAnwendung, Navigation und Lesbarkeit der jeweiligen Seite ist.

Als ein weiteresentscheidendes und oft unterschätztes Kriterium gilt die Vernetzung von Informationen. Inder Vergangenheit gingen Online-Redakteure von der Annahme aus, dass die Besucher einerWebseite möglichst exakte, knapp formulierte Informationen zu einem konkreten Punktsuchen. Heute weiß man, dass erst durch die webgerechte Aufbereitung von Informationendurch Vernetzung, Verlinkung und Modularisierung der Text aufgewertet und eineVollständigkeit der Information erreicht werden kann.

b.) Redaktion

Das Angebot und die Qualität von Webinhalten steht und fällt mit einer kompetentenOnline-Redaktion. In diesen Kompetenzbereich gehört die internetgerechte Darstellung vonInformationen genauso wie die gezielte Auswahl von Information und deren kontinuierlicheAktualisierung. Denn entgegen der bisherigen Annahme, möglichst alles immer und überallverfügbar zu machen, handelt es sich beim Internet um ein redaktionelles Medium, dasentsprechend kompetent gestaltet und betreut werden muss.

Auch hier sind die Bedürfnisseder User optimal auf das Potenzial webbasierter Kommunikation abzustimmen: So ist dieRolle des Online-Redakteurs im Rahmen einer vollständigen Dienstleistungseinheitdefiniert, die neben der Auswahl und Ausformulierung von Inhalten auch einen effizientenWorkflow und ein gezieltes Content-Management umfasst. All diese Faktoren tragenmaßgeblich dazu bei, dass ein Online-Angebot durch Qualität überzeugt und entsprechendgenutzt wird.

c.) Textgestaltung

Ob die User mit dem Angebot einer Website zufrieden sind oder nicht, hängt stark davon ab,ob die sich Online-Redakteure spezielle Kenntnisse für das Erstellen von Texten imInternet angeeignet haben. Die Standards journalistischen Schreibens gelten auch für dasTexten im Internet, lassen sich aber aus dem Bereich Printmedien nicht 1:1 übernehmen.Zumal von einem veränderten Leseverhalten am Bildschirm ausgegangen werden muss. DerOnline-User liest nichtlinear, das heißt er entscheidet selbst, welche Informationen er inwelcher Reihenfolge abrufen will. Ein webgerechter Text sollte also modularisiert,prägnant informierend und leicht scanbar sein.

Online-Kompetenz: Drei Wege zum Ziel

Auch für das Internet gilt also: Informationen allein reichen nicht aus – sie müssen stetsmediengerecht und im Hinblick auf einen optimalen Nutzen für die Online-Leser aufbereitetwerden.

  • Die Nutzer wollen die Informationen, die sie benötigen, schnell finden. Dies muss dieOnline-Redaktion stets im Blick haben.
  • Texte müssen gut scanbar sein, damit die Online-Leser, die wenig Zeit haben,Informationen sehr schnell bewerten können.
  • Im Gegensatz zu Printprodukten bietet das Internet Möglichkeiten zur Vernetzung vonInhalten, die einzelne Information wird dadurch aufgewertet.

So genutzt, stellt das Internet nicht nur eine bloße Erweiterung zu den Angeboten anderenMedien dar, sondern bietet einen deutlichen Mehrwert.

Texten im Internet ist unsere Kompetenz. Für Fragen zu Aus- und Weiterbildung von Online-Redaktionen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Ihre Ansprechpartnerin: , Tel.: +49 (0)711 870 354 90

Autor

  • Saim Alkan

    aexea – Integrierte Kommunikation

Saim Alkan ist Geschäftsführer der Agentur aexea – communication. content. consulting und Autor zahlreicher Bücher. Als Dozent und Referent beschäftigt er sich intensiv mit der Aus- und Weiterbildung von Online-Redakteuren.



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aexea – communication. content. consulting wurde 2001 von Saim Rolf Alkan gegründet. Hauptaktivitäten von aexea sind: Online-Redaktions-Beratung; Ausbildung und Weiterbildung von Online-Redakteuren "Texten für das Internet"; Site-Analysen (Text-Usability)

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