Der Reformwarenhersteller NATURA gehört zu den Pionieren der Reformbewegung in Deutschland und existiert bereits seit dem Jahre 1901. Das mittelständische Privatunternehmen aus Hannover entwickelt hochwertige Lebens-, Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel. Derzeit werden ca. 2.000 Reformhäuser in Deutschland mit Natura-Produkten beliefert. Das Sortiment umfasst insgesamt ca. 170 Produkte, die ausschließlich hochwertige, möglichst naturbelassene Zutaten enthalten. Dabei verzichtet NATURA auch auf den Zusatz von künstlichen Konservierungsstoffen oder Antioxidationsmitteln.
Somit müssen alle Vorlieferanten Herkunft und Qualität ihrer Waren transparent nachweisen. Zudem prüfen interne und externe Labore permanent die Beschaffenheitvon Zutaten und Fertigprodukten. NATURA produziert konsequent nach den strengen "neuform-Richtlinien" und außerdem gemäß des QualitätsmanagementsystemsIFS (International Food Standard).
Im Jahre 2005 hat sich das Naturawerk für die ERP-Lösung Semiramis von Comarch (vormals SoftM) entschieden. Das System wird in nahezu allen Unternehmensbereichen eingesetzt. Im Wesentlichen werden hierfür die vom System vorgegebenen Standardfunktionen genutzt.
Die gestiegenen Anforderungen an die Verkaufsunterstützung sollen zukünftig mit der Version 5.0 vollständigabgedeckt werden. Hierzu wird z.B. auch das Anzeigen individuell zusammengestellter Kundendaten während eines Telefongesprächs realisiert. Generell ist im CRM ein Kampagnen-Management integriert. Darüber hinaus wurde im Naturawerk aus den Datenbanken, die Semiramis zur Verfügung stellt, ein Vertriebs-Cube entwickelt, der mit weiteren Programmen wie beispielsweise Cube-Ware genutzt werden kann.
Der gesamte Verkaufsprozess kann über das Vertriebscockpit vom Erstauftrag bis in die Rechnungspositionverfolgt und jederzeit abgebildet werden. Sehr hilfreich ist, dass immer die sogenannte Belegkette mit abgebildet wird. Dadurch wird schnell sichtbar, in welchem Stadium sich der Prozess befindet. Für welche Aufträge noch keine Rechnung erstellt wurde, lässt sich z.B. über einen Mausklick anzeigen. Genauso lässt sich schnell ermitteln, welche Kunden heute einen Aktionsartikel gekauft haben.
| Anzahl der Mitarbeiter gesamt | 50 |
| Anzahl der Mitarbeiter in der IT | 2 |
| Anzahl der ERP-Nutzer | 25 |
| Anzahl der Produkt-/Artikelgruppen | 20 |
| Anzahl der Lieferanten | 400 |
| Anzahl der Kunden | 3000 |
| Durchschnittliche Anzahl an Positionen pro Auftrag/Aufträge pro Jahr | 10/ 50.000 |
Tabelle: Mengengerüst
In der Finanzbuchhaltung wird aktuell noch Varial genutzt. Der Datenaustausch mit dem ERP-System erfolgt über eine gut integrierte Schnittstelle. Das Unternehmen beabsichtigt jedoch, innerhalb der nächsten zwei Jahre auf das Semiramis-Rechnungswesen umzusteigen.
Für NATURA war die Erfordernis einer funktionierenden Chargenverwaltung Hauptgrund für die Anschaffungeiner neuen ERP-Lösung. Als Lebensmittel-Hersteller unterliegt NATURA extrem strengen Richtlinien. Der Umgang mit Chargen wird bereits beim Wareneingang über Workflows gesteuert. Eine Freigabe der Rohstoffe und Fertigwaren erfolgt erst nach Abschluss der Untersuchungen durch interne Labors. Diese Zustände der Chargen haben Auswirkungen auf die entsprechende Materialplanung bzw.Verfügbarkeitsrechnung. Die ERP-Lösung unterscheidet hier zwischen den Zuständen: Quarantäne, freigegeben und gesperrt. Außerdem wird in der Charge auch das Haltbarkeitsdatum verwaltet. Zusätzlich lassen sich bereits Warndaten hinterlegen, die über Workflows angesteuert werden können. Sokann z.B. eine Warnung lange, bevor ein Produkt ein Haltbarkeitsproblem bekommt, angezeigt werden, um entsprechende Aktionen zu veranlassen.
Hinsichtlich der Disposition bietet die ERP-Lösung eine gut ausgefeilte Materialplanung. Zu Grunde liegt derBedarf – dieser kann aus Aufträgen von Kunden genauso wie aus Produktionsaufträgen bestehen – und weitere Kriterien wie Mindestbestand oder Ressourcen enthalten. Daraus entwickelt das System entsprechende Bestell- bzw. Produktionsvorschläge. Dies kann mit der Verkaufsplanung aus dem Vertrieb kombiniert und in der Materialplanung als Prognose hinterlegt werden.
Die Verwaltung der unterschiedlichen Produktionsstandorte wird bei NATURA systemseitig über verschiedene Produktionsauftragsarten gesteuert. In der Auftragsart können auch die verschiedenen Lager verschlüsselt werden. Komplexer wird es allerdings, wenn mehrstufig gearbeitet wird. Dabei fließt auch das Know-How der Planer mit ein.
Das Unternehmen verfügt derzeit über ca. 20 Lager und 20 Lagerbereiche. Die gesamte Lagerverwaltungerfolgt mit dem ERP-System. Derzeit wird in den Lagern nicht mit einer Lagerplatzsteuerung, sondern noch mit festen Einlagerungsbereichen gearbeitet. Dies liegt vor allem daran, dass die Produkte so gelagert werden müssen, dass sie bestimmten Anforderungen bzw. Voraussetzungen gerecht werden, um eine mögliche Weiterverarbeitung optimal erfüllen zu können (z.B. das Lagern im Kühlbereich).
Ein wichtiges Ziel ist die Senkung der Bestände mit Hilfe der systemgestützten Materialplanung und Lagerverwaltung. Deutliche Verbesserungen und wichtige Problemlösungen wurden mit Hilfe der ERP-Lösung bisher vor allem im Bereich Chargenverwaltung und Produktionsplanung erzielt.
Das Unternehmen betreibt insgesamt acht Außenlager, welche die Waren zu den Kunden ausliefern. Diese Lager übermitteln die Lieferdaten per DFÜ, welche anschließend in das ERP-System importiert und zur weiteren Rechnungsverarbeitung genutzt werden.
Im Verkauf entstanden wesentliche Vorteile durch den Einsatz der ERP-Lösung. Hier sind die automatischen Bestellvorschläge und der Umgang mit dem Beschaffungscockpit für NATURA besonders relevant. Bspw. Ist schnell erkennbar, an welcher Stelle Lieferrückstände zu finden sind.
Die Entscheidung fiel letztendlich zwischen drei Systemen. "Wir haben seinerzeit (2005) verschiedene ERP-Systeme getestet. Die Chargen-Verwaltung sowie die Java-Technologie waren für uns auschlaggebend. Für Semiramis sprach am Ende die bis heute unschlagbare Ergonomie. Die Kontext-Menüs sind sehr komfortabel und die Workflowmöglichkeiten sind enorm hilfreich zur Vermeidung von Fehlern im Prozess", so Thomas Mayer, kaufmännischer Leiter des Naturawerk Gebr. Hiller GmbH & Co. KG.
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