Mittlerweile hat sich im Web die neue Art des Suchmaschinenmarketings herumgesprochen. Dieser Ansatz gewinnt besonders in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung. Generiere interessanten, einzigartigen Content und die Links kommen automatisch.
Häufig ist diese Erkenntnis jedoch auch das Ende – noch bevor es überhaupt richtig losgeht. Als erstes stellt sich hier nämlich die Frage was man unter "gutem Content" versteht bzw. wie man derartige Inhalte generieren kann.
Es geht jedoch noch weiter. Was passiert denn, wenn man über gute Inhalte verfügt? Wie kann man diese dann am besten vermarkten? Der beste Beitrag hilft Ihnen nämlich nichts, wenn niemand davon weiß…
Aufgrund der schieren Masse an Inhalten im Web ist das Aufmerksamkeitsfenster eines typischen Webuser sehr klein geworden. Die Leute überfliegen Inhalte und entscheiden in Sekundenbruchteilen, ob der gefundene Content relevant ist oder nicht, d.h. ob sie sich damit näher beschäftigen wollen oder weitersurfen. Wenn der User nicht innerhalb kürzester Zeit das vorfindet, was er sucht, ist er wieder verschwunden und wird die Informationen auf anderem Wege suchen und wahrscheinlich auf finden. Wenn er ihre Seite erst einmal verlassen hat, ist es sehr unwahrscheinlich dass er später wieder einmal zurückkehrt.
Nach was suchen Leute? Sie suchen nach kurzen und prägnanten Informationshappen, die in aller Regel zwei Dinge erfüllen:
Wenn Ihre Inhalte eine dieser beiden Voraussetzungen erfüllen, stehen die Chancen schon mal nicht schlecht, dass ihr Content Beachtung findet. Dies bedeutet wiederum, dass ein Artikel der gelesen wird, tendenziell auch eher verlinkt wird. Der Trick besteht demnach darin, Inhalte zu schaffen, die auf den ersten Blick fesseln. Dies hört sich im ersten Moment relativ simple an. In der Praxis bedeutet dies jedoch häufig einiges an Übung – vor allem aber Markt- und Konkurrenzbeobachtung.
Kennen Sie Digg.com? Hierbei handelt es sich um eine sehr erfolgreiche, amerikanische Social-Media-Nachrichtenseite. Das interessante daran ist, dass die veröffentlichten Beiträge nicht von einer Redaktion ausgewählt werden, sondern von Usern eingereicht und bewertet werden können. D.h. jeder kann dort kostenlos Links zu interessanten Artikel, die er gefunden oder selbst verfasst hat, eintragen. Die Digg-User können diese dann per Mausklick bewerten – man nennt dies auch diggen. Je mehr Diggs eine Story erhält, desto prominenter wird diese auf der Digg-Webseite platziert. Diejenigen News, die über die meisten Diggs verfügen, werden auf der Startseite von Digg.com veröffentlicht. Da Digg über eine enorme Reichweite und extreme Userzahlen verfügt, ist es durchaus möglich, über eine derartige Platzierung 50.000 User pro Tag oder auch mehr zu generieren – vorausgesetzt ihr Server verkraftet diesen Ansturm. Hier kommt noch hinzu, dass Digg besonders von Bloggern sehr häufig gelesen wird. Interessante Beiträge finden so auch sehr schnell den Weg in die Blogosphäre.
Aufgrund des enormen Linkbuilding-Potentials sollten Sie sich unbedingt mit Beiträgen beschäftigen, die es auf die Startseite von Digg geschafft haben, um mögliche Erkenntnisse für Ihren Content ableiten zu können. Werfen wir einen Blick auf einige erfolgreiche Beispiele:
Bei Fieggen.com handelt es sich um eine Webseite, die Schnürsenkel verkauft. Gerade für ein Unternehmen das relativ unspektakuläre Produkt verkauft, ist es schwierig entsprechende Aufmerksamkeit zu generieren.
Dieses Unternehmen hat sich jedoch etwas sehr kreatives einfallen lassen. Sie initiierten eine Webseite zum Thema "33 unterschiedliche Arten sich seine Schuhe zu binden". Ein User fand diese Seite recht witzig und stellte sie bei Digg.com ein. Die Aktion wurde ein Riesen-Erfolg und generierte dadurch mehr als 7000 eingehende Links – hauptsächlich von Blogs, die auf der Suche nach abgefahrenen Stories waren.
Das Ergebnis: Die Seite steht für die generischen Begriffe "shoelaces" und "shoe laces" sowohl in der Einzahl als auch in der Mehrzahl bei Google auf Platz eins. Dies ist zum Größtenteil auf die durch Digg generierten Link zurückzuführen.
Ein recht anschauliches Beispiel für eine Seite, die alles rund ums Auto verkauft - und das extrem erfolgreich - ist automotoportal.com. Die Betreiber hatten hierzu eine grundsätzlich sehr einfache aber dennoch geniale Idee. Sie veröffentlichten eine Liste mit den schlechtesten Autos, die je gebaut wurden.
Die Liste enthält lediglich fünf Fahrzeuge. Zu jedem Auto ist ein Bild sowie eine kurze Beschreibung verfügbar, warum das Auto so schlecht ist. Das Erstellen dieses Beitrages hat sicherlich nur wenige Stunden gedauert. Dennoch hat er es auf die Startseite von Digg geschafft und darüber eine Vielzahl an Links generiert. Diese Links sind mitunter das Salz in der Suppe, wenn es um Platzierungen in den Suchergebnislisten geht.
Cameron Olthuis bezeichnet sich selbst als Social Media Experte. In diesem Fall darf er das auch, da er es mit mehreren Artikeln auf die Startseite von Digg geschafft hat. Das Rezept war hier immer das gleiche. Er veröffentlichte kurze Übersichten zu den besten Quellen für Web-Entwickler, ergänzt um eine kurze Beschreibung warum die jeweilige Quelle so wertvoll ist. Da Digg-User in der Regel sehr technikaffin sind, schaffen es derartige Artikel – sofern es guter Content ist - auch häufig auf die Top-Plätze. Davon abgesehen gibt es natürlich auch Bereiche zum Thema Business, Unterhaltung, Nachrichten, Sport und vieles mehr. Es ist also durchaus Platz für nicht-technische Stories.
Camerons Übersicht mit den 10 besten Libraries für Web-Entwickler generierte seit der Digg-Veröffentlichung mehr als 2700 Links. Von Cameron kann man sich dabei einiges abschauen. Er hat ein sehr gutes Gespür für Themen, die gut ankommen und gerne verlinkt werden.
Dieser Artikel war sicherlich zeitintensiver als die vorangegangenen Beispiele. Dennoch hat sich der Aufwand gelohnt. Dabei handelt es sich um eine Aufstellung mit interessanten Fakten zum Thema Gesundheit. Viele davon kann man in Büchern oder Fachmagazinen nachlesen.
Derartige Inhalte können – in abgewandelter Form – von beinahe jeder Seite, die sich mit den Themen Gesundheit und Wellness beschäftigt generiert werden. Wie die anderen Beispiele hat es auch dieser Artikel auf die Startseite von Digg geschafft und dadurch mehr als 900 Links generiert.
Dieses Beispiel passt perfekt zum Thema. Matthew Stibbe hat eine kurze Übersicht mit wichtigen Tipps zum verfassen von Artikeln veröffentlicht. Eine einfache aber sehr wirkungsvolle Idee mit hunderten von Links als Ergebnis.
Ein recht interessantes Beispiel – sogar aus dem deutschsprachigen Bereich – möchte ich nicht vorenthalten. Social Media bedeutet nämlich nicht nur Textbeiträge. Denn unter http://stuff.twoday.net wurde eine Aktion gestartet, bei der jeden Tag eine neue Art des Öffnens einer Bierflasche in Bilder vorgestellt wurde. Das Ganze wurde nach kurzer Zeit sogar von einer Brauerei gesponsert – genial! Zahlreiche Berichte auf unterschiedlichsten Webportalen folgten.
Obwohl die oben erwähnten Beiträge komplett verschiedene Themengebiete behandeln, haben alle einige Punkte gemeinsam:
Dies hat damit zu tun, dass es sich bei derartigen Inhalte um gut strukturierte und einfach aufgebaute Inhalte handelt, die von Usern leichter Beachtung finden.
Sobald einem ein vollständiger Text vorgelegt wird, schwindet die Aufmerksamkeit. Wenn man die Inhalte aber klar strukturiert und den Leuten mitteilt, wie viele Inhaltspunkte es gibt, wird die Sache gleich viel ansprechender. Der Leser bekommt das Gefühl vermittelt, dass er wichtige Infos in klarer und gut organisierter Form serviert bekommt.
Wenn Sie beim nächsten Mal im Supermarkt am Zeitungsregal vorbei kommen, sollten sie unbedingt einen Blick auf die Titelseiten der Magazine werfen. Hier bekommt man gratis einen Crash-Kurs in Sachen ansprechender Titel bzw. Aufmacher verpasst. Beinahe alle führenden Magazine veröffentlichen laufend Titel wie "10 Wege um…." oder "5 einfach Tipps für…". Dabei handelt es sich sicherlich um keinen Zufall. Die Titel werden wohlweislich gewählt um die Aufmerksamkeit der potentielle Käufer zu erreichen und Neugierde zu wecken.
Ein oft verwendeter und gut funktionierender Ansatz um Aufmerksamkeit und Interesse zu erwecken, beginnt mit den Worten "Wie sie….". Dieser Ansatz wird seit Jahrzenten erfolgreich angewendet. Die Leute sind auf der Suche nach leicht verdaulichen und verständlichen Informationen zu unterschiedlichsten Themen, die durch derartige Beiträge meist abgedeckt werden.
Mit einem Aufmacher, der mit den Worten "Wie sie…" beginnt, ist es häufig viel leichter, die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen. Nutzen Sie dies!
Der Titel ist der mit Abstand wichtigste Faktor um die Aufmerksamkeit von potentiellen Lesern zu erreichen. Daher ist es häufig auch so, dass sich gute Texter zuerst auf eine ansprechende Überschrift konzentrieren. Der eigentliche Text wird darauf aufbauend verfasst.
Sofern Sie keinen ansprechenden Aufmacher haben, der die Aufmerksamkeit des Lesern erweckt, brauchen Sie sich gar keine Gedanken über die Inhalte machen. Diese wird nämlich niemand lesen.
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