Wer bei Google oben steht, bekommt tausende "kostenlose Besucher". Für viele Unternehmen hat daher Suchmaschinenoptimierung (kurz: SEO für Search Engine Optimization) einen großen Einfluss auf das betriebswirtschaftliche Ergebnis. Dennoch haben Entscheidungsträgeroft wenige oder falsche Kenntnisse in diesem Bereich. Wir räumen mit den zehn größten Mythen auf.
Dass sich SEO rechnet und einen hohen Return of Investment (ROI) erzeugen kann, ist mittlerweilebekannt. Aber wo lohnt es sich, Geld zu investieren – und welche Maßnahmen kann sich das Unternehmen sparen? Da Google & Co. ihre Ranking-Algorithmen nicht offenlegen, gibt es vieleVermutungen darüber, wie Webmaster ihre Seiten für eine vordere Platzierung optimieren können. Hinzu kommt, dass die Unkenntnis der Entscheider von einigen "schwarzen Schafen" der Optimierungs-Branche zum Nachteil der Kunden ausgenutzt wird. Zeit also, sich einmal mit einigen SEO-Mythen näher zu befassen.
Falsch. Es gibt derzeit – zumindest in Deutschland – nur eine relevante Suchmaschine: PlatzhirschGoogle wickelt ca. 92 Prozent der Suchabfragen ab, MSN und Yahoo folgen mit nur je rund 3 Prozentund der Rest verteilt sich auf viele kleine Anbieter. Für die Listung bei Google benötigt man allerdingskeine Anmeldung, denn die Suchmaschine findet neue Webseiten, indem sie Links von anderenSeiten folgt. Links von anderen Domains zur eigenen Website sind also der beste Weg, um schnell inden Index aufgenommen zu werden. Es schadet zwar nicht, seine Website bei kleinerenSuchmaschinen einzutragen, aber der Effekt ist minimal und man sollte dafür keinesfalls Geldbezahlen.
Falsch. Eingehende Links werden von den Suchmaschinen als Empfehlung gewertet undbeeinflussen das Ranking der eigenen Website positiv. Aus der Stärke der eingehenden Links einerSeite berechnet Google zwar den Pagerank, eine Webseite mit Page-Rank 3 kann aber durchaus inden Suchergebnissen vor einer Seite mit PageRank 5 platziert sein. Ein hoher PageRank ist also eherein mittelbares Ergebnis eines guten Rankings als die Voraussetzung dafür. Google PageRank isteigentlich eine Google-interne Bewertung und hat Einfluss darauf, wie häufig und wie intensiv Googledie Website "crawlt", also auf neue Inhalte hin untersucht. Für Rankings hat es keinen oder kaumeinen Einfluss.
Früher richtig, bei Google jetzt nicht mehr. In der "Suchmaschinen-Steinzeit" halfen sinnvoll gewählteMetatags den Suchmaschinen, den Inhalt einer Webseite thematisch einzuordnen. Da dieserMechanismus aber schnell missbraucht wurde, wertet zum Beispiel Google heutzutage den Metatag"Keywords" nicht mehr aus. Der Metatag "Description" sollte in ein bis zwei Sätzen und maximal 200Zeichen den Inhalt der individuellen Seite zusammenfassen. Da er fast immer als Ausschnitt("Snippet") in den Suchergebnissen angezeigt wird, kann eine gut gewählte Description zwar nicht dasRanking, aber durchaus die Klickrate verbessern.
Erst in den letzten zwei Jahren haben Suchmaschinen gelernt, Adressen nach dem Muster"www.example.com/index.php?param1=value1&param2=value2" korrekt zu verarbeiten. Dahergalt lange Zeit die Empfehlung, solche dynamisch generierten Inhalte durch serverseitige Mechanismen wie das Apache-Modul "mod_rewrite" in eine pseudostatische URL, also beispielsweisewww.example.com/value1-value2.html, umzuschreiben. Was die Indizierung angeht, sind beide Varianten inzwischen gleichwertig, obwohl wir vermuten, dass Google Links von Seiten mit mehr alszwei Parametern nicht gern folgt. Deshalb sollte man möglichst nicht zu viele davon nutzen.
Die sprechende Variante hat bei der Verlinkung allerdings Vorteile, wenn die komplette URL alsLinktext verwendet wirdund wichtige Keywords darin vorkommen. Außerdem kann sie die Klickrate positiv beeinflussen: Wenn das Keyword in der Adresse erscheint, wird es in denSuchergebnissen hervorgehoben und eine sprechende URL lässt sich leichter weitergeben – etwa am Telefon.
Falsch. Laut Google besteht keinerlei Zusammenhang zwischen bezahlten Anzeigen/AdWords undden eigentlichen Ergebnissen. Wir können das anhand eigener Recherchen bestätigen.
Hier hat sich inzwischen die Gewichtung verschoben. Vor einiger Zeit kam es noch darauf an, möglichst viele eingehende Links zu bekommen ("Linkpopularität"). Als dann bei etlichen Websites im Footer jeder Seite teilweise ganze Linkfarmen auftauchten, änderten sich die Kriterien. Inzwischen istes wichtiger, von möglichst vielen Domains ("[b]Domainpopularität") beziehungsweise unterschiedlichenIP-Adressen ("IP-Popularität") Links zu erhalten.[/b] Allerdings geht es auch hier um Qualität und nicht umdie Quantität.
Links von Domains, die selbst ein gutes Ranking bei Google haben, sind am besten. Dieser Teil des Algorithmus heißt "Trustrank". Übrigens hat auch die Position des Links auf der Seiteund im Quelltext einen Einfluss auf die Gewichtung. Zu vermeiden sind zum Beispiel Footer Links.
Falsch. Das strikte Einhalten von Webstandards beeinflusst das Ranking einer Webseite nicht.Umgekehrt können aber grobe Codierungsfehler dafür sorgen, dass nicht alle Seiteninhalte korrekteingelesen werden und sich so das Ranking verschlechtert.
Heute ist es so, dass eine Seite relevanter wird, wenn die Suchbegriffe (Keywords) nicht nur amAnfang des Texts auftauchen, sondern über den gesamten Inhalt verteilt sind. Durch diese Keyword-Verteilung wird der gesamte Inhalt relevant und so besser bewertet. Optimal ist es, wenn dieSuchphrase im Quelltext oben, in der Mitte und unten erscheint.
"Offpage"-Kriterien(d.h. von wo und wie man verlinkt ist) sind heutzutage tatsächlich wichtiger als "Onpage"-Elemente wie zum Beispiel optimale Title Tags und Keyword-Dichte. Es ist heute möglich, Vorschaltseiten, die sehr wenig oder gar keinen Text haben, bei Google ganz nach oben zu bringen.Theoretisch könnte man sogar mit einer vollständig leeren Seite bei Google die Top-Position erreichennur durch Offpage-Optimierung.
Ein schönes Beispiel der Macht der Domainpopularität (eigentlichIP-Popularität) ist das Wörtchen "hier": Google-Suchtreffer Nr. 1 ist die Downloadseite des AcrobatReader, obwohl das Wort "hier" darauf nicht ein einziges Mal auftaucht. Warum ist diese Seite dannauf Platz 1 von fast 600.000.000 Treffern? Viele Webmaster platzieren neben Links zu PDF-Dateienden Satz: "Klicken Sie hier, um den Acrobat Reader herunterzuladen." Der Link im Wort "hier" zeigtdabei immer auf die Acrobat-Downloadseite.
Tatsächlich wird ein Textlink mit dem richtigen Linktext bevorzugt behandelt, aber ein Bild-Link, der imAlt-Text (Alternativ-Attribut) die richtige Suchphrase nutzt, wird von Google ebenfalls gut bewertet.
Wichtig ist, dass es ein direkter Link ist, der nicht durch einen Adserver o. ä. läuft. Das Title-Attribut,das eigentlich für Textlinks vorgesehen ist, hat keinen Einfluss auf das Ranking. Bei Grafiken ohneLink wird das Alt-Attribut überhaupt nicht im Ranking-Algorithmus bewertet.
Es gibt viele Websites mit Hilfen rund um die Suchmaschinenoptimierung. Einige haben sich dabei alsbesonders praktisch herausgestellt:
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