Je größer die Bekanntheit des Open Source Content Management System TYPO3 wird, desto größer wird auch die Zahl derer, die sich als CMS-Profis am Markt präsentieren. Die Nachfrage nach dem System ist riesig und TYPO3-Websites schießen wie Pilze aus dem Boden.
Mit der unglaublich zügigen Verbreitung steigt auch die Wahrnehmung am Markt und mittlerweile hat auch der letzte Programmierer der schon mal etwas von PHP (Basisprogrammiersprache von TYPO3) gehört hat, festgestellt, dass mit TYPO3 Geld zu verdienen ist. Kein Wunder, denn das System ist frei erhältlich und im Vergleich zu anderen Open Source CMS am benutzerfreundlichsten. Jeder kann sich TYPO3 herunterladen und kommerziell nutzen. Der Trend geht jedoch klar in Richtung Qualität.
An der Tatsache, dass TYPO3 für jeden verfügbar ist, ist zunächst nichts auszusetzen, denn das ist der eigentliche Gedanke von Open Source Software, der auch auf der in diesen Tagen erneuerten Website der TYPO3-Association ins Auge fällt: "Inspiring people to share" heißt es da.
Der kongeniale Erfinder von TYPO3, Kasper Skarhoj, erklärt in seinem eigenen Bereich der Website, der "Kaspers Corner" was ihn dazu treibt, eine Software zu programmieren und 8 Jahre seines Lebens zu investieren, ohne die Absicht zu haben, damit direkt Geld zu verdienen. Eine solche Einstellung zur Arbeit muss man lange suchen und verdient allergrößten Respekt, vor allem wenn man beobachtet, dass andere mit TYPO3 Millionen von Euro umsetzen. Diese Einstellung ist wirklich beeindruckend, denn wenn man bedenkt, in was für einer hervorragenden Qualität das Kernsystem von TYPO3 und die meisten Extensions verfügbar sind, dann wird erst klar, wie viel Herzblut und Anspruch in dieser Software steckt.
TYPO3 ist nur so gut wie sein Integrator
Das TYPO3 kommerziellen Systemen das Wasser reichen kann, ist kein Geheimnis mehr. Viele mittlere bis große Unternehmen setzen mittlerweile auf die freie Software, denn die hohe Qualität spricht sich - selbst ohne professionelles Marketing durch die TYPO3 Association – herum. Die Software wird für große Projekte immer relevanter und dafür ist sie definitiv bestens geeignet.
Doch Fakt ist, TYPO3 ist letzten Endes nur so gut wie der Integrator. Und hier kommt es zu Problemen. Man fühlt sich an den Internetboom vor wenigen Jahren erinnert, wenn man das Phänomen beobachtet, dass inzwischen wieder jeder alles kann und das oft nicht hinterfragt wird. So kommt es, dass sich High-End-CMS-Integratoren inzwischen damit konfrontiert sehen, in Konkurrenz mit Kleinstagenturen zu stehen.
Hier wird Preisdruck aufgebaut. Eine Agentur die qualitative Arbeit anbietet, die auf jahrelang entwickelten Qualitätsprozessen basiert und bestmögliche Resultate garantiert, kann sich preislich nicht gegen eine Hinterhofagentur durchsetzen, die von der Hand in den Mund lebt. Wissensaufbau ist teuer, aber der Kunde sieht das Label TYPO3 und wird oft vorschnell zum Preisfuchs. TYPO3 wird als Standardsoftware gesehen, die nur installiert werden muss und genau hier lauert die Gefahr.
Jürgen Egeling, von der Agentur Punkt.de und Active Member der TYPO3 Association: "Für den Erfolg eines Projektes ist neben dem notwendigen technischen Sachverstand unbedingt auch die Qualität des Projektmanagement maßgeblich." Gerade am Projektmanagement und der Beratung sparen die Kleinanbieter, doch ohne Projektverantwortlichen läuft so manches Projekt aus dem Ruder und wird falsch oder gar nicht professionell konzipiert.
"Zielorientierung sowie straffes Zeit- und Kostencontrolling sind unabdingbar. Bereits vor Beginn der Realisierung müssen die Ziele festgelegt und abgestimmt sein. Ein Zeitplan mit kontrollierbaren Meilensteinen muss erstellt werden auf der Basis von sorgfältig definierten Teilschritten." so Egeling weiter. CMS-Profis wissen: Content Management ist keine Technologie, sondern ein Prozess.
Der Agenturaufwand unterscheidet sich nicht von dem, der bei der Implementierung eines kommerziellen Systems anfällt, denn auch hier wird ein Basissystem an individuelle Bedürfnisse angepasst. Berücksichtigt man den hohen, für ein sehr gutes Resultat nötigen Aufwand an Know-how und Erfahrung mit TYPO3, so erklärt sich, dass ein variabler Preis auch auf einen variablen Aufwand zurückzuführen ist. Das hat folglich auch direkten Einfluss auf die Qualität des Resultats. Beispielsweise ist es bei kommerziellen Systemen üblich, spezielle Expertise vorweisen zu müssen, um das System überhaupt einsetzen zu dürfen und das schützt die Qualitätsintegratoren vor dem schlechten Ruf der Internetbude oder Garagenagentur.
Das riesige Potenzial, das TYPO3 dem Entwickler und Anwender bietet, wird bei den allermeisten Installationen nur in sehr geringem Maße genutzt. Das liegt ganz einfach daran, dass es ohne Wissensaufbau auch kein Wissen geben kann. Die niedrigen Tagessätze von Billiganbietern lassen einfache keine Freiräume für Forschung und Entwicklung und die ist unverzichtbar, denn die allerwenigsten TYPO3-Programmierer können sich mit einem Kasper Skarhoj oder einem Robert Lemke (Manager R&D der TYPO3-Association) messen.
Hier liegt der klassische Vorteil von kommerziellen Systemen für die Agenturen: Nur wer das System nachweisbar beherrscht und sich laufend fortbildet, darf es vertreiben. Der Ruf nach einer Zertifizierung für TYPO3-Dienstleister wird deshalb immer lauter und wird derzeit heiß diskutiert.
Qualität schlägt billig
Beim Thema Qualität zählt bis zu einer Zertifizierung also weiterhin die Eigenintiative, denn wer an Qualität glaubt, der leistet sie auch. Das beste Vorbild ist der Erfinder von TYPO3 selbst.
Denn nur "billig" ist keine nachhaltige Positionierung, davon sind die professionellen TYPO3-Agenturen überzeugt. Service und Investitionssicherheit werden bei den Billiganbietern kleingeschrieben. Außerdem machen sie oft handwerkliche Fehler. Das ist mittlerweile auch zur Kundschaft vorgedrungen und daraus ergibt sich ein neues Kundensegment, welches an die Agenturen herantritt. Dass sind meist Unternehmen, die bereits eine TYPO3-Website betreiben, aber feststellen, dass das Corporate Design nicht richtig abgebildet wird oder der bisherige Dienstleister mit der technischen Weiterentwicklung schlichtweg überfordert ist, bzw. gar nicht mehr zu erreichen ist. Ein häufiger Mangel der von den Unternehmen oft festgestellt wird ist, dass der Auftritt in der Basisinstallation nicht auf ganz unmittelbare Bedürfnisse wie Suchmaschinenkompatibilität oder Mehrsprachigkeit ausgelegt wurde.
Auch der oft immense Zeitverlust, der oft von Billiganbietern erzeugt wird, scheint ein großes Ärgernis für die Kunden darzustellen. Verständlich, denn wer eine Leistung versprochen bekommt, möchte sie auch haben, doch oft ist die beauftragte One-Man-Show mit dem Projektvolumen überfordert und hat sich mangels fehlender Erfahrung gründlich verkalkuliert. Dazu Jürgen Egeling: "Wichtig ist: Qualität hat ihren Preis. Schnell, billig und qualitativ hochwertig - das geht nicht." Wer also Qualität haben will und einen verlässlichen Zeitplan wünscht, sollte Billigangebote tunlichst meiden.
Es gibt einen weiteren Grund, der die TYPO3-Dienstleister optimistisch stimmt, TYPO3 ist so komplex, dass die Kunden trotz Open Source Community und Anleitungen im Netz einen professionellen Dienstleister allein schon für Support und Schulungen benötigt. Die Zeit spielt also für die Profis, verständlich, denn wer gibt schon sein Haus bei einem Unternehmen in Auftrag, dass zwar weiß wo man Zement und Steine bekommt, aber sich erst einmal das Buch "Wie baue ich ein Haus" bei Buchhändler bestellen muss.
Fazit
Sobald es zu einem professionellen Einsatz von TYPO3 kommt – etwa bei der Erstellung kommerzieller Webseiten, gilt zu berücksichtigen, dass sehr kleine Dienstleister oder Freelancer in der Regel nicht über die nötigen Ressourcen verfügen, um das Potential von TYPO3 professionell auszunutzen. Es empfiehlt sich immer einen Blick auf die Erfahrung eines Dienstleisters zu werfen und eventuell eine Kontaktaufnahme zu Referenzkunden zu erwägen.
Denn wie die meisten Open Source Systeme erfordert TYPO3 eine ständige Beschäftigung mit den neusten Entwicklungen. Neben der Implementierung ist viel Zeit und Engagement erforderlich, um sich über den Status quo und die aktuellsten Standards der Entwicklung auf dem neuesten Stand zu halten, an Workshops und Seminaren teilzunehmen, sich in den TYPO3 -Gremien zu engagieren oder gar mit selbst programmierten Modulen an der TYPO3 Weiterentwicklung teilzunehmen.
Da das Thema Qualität eng mit Supportfragen und im schlimmsten Fall sogar mit Haftungsfragen einhergeht, gilt es zu berücksichtigen, dass für diese im Zweifelsfall kein Softwarehaus, sondern die implementierende Agentur zuständig ist. Je solider diese wirkt, desto besser der Schlaf.
Flexibilität und Kostenersparnisse lassen immer mehr Unternehmen auf TYPO3 aufmerksam werden. Dabei empfiehlt es sich, ebenso große Aufmerksamkeit bei der Wahl der Agentur aufzubringen. Mit einem vertrauenswürdigen TYPO3 -Partner sollte einem für alle Beteiligten erfolgreichen Geschäft nichts im Wege stehen.
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