Zehn gute Gründe für Usability


07.08.2002

Dieser Beitrag nennt Ihnen zehn gute Gründe für Usability, die Sie mit Argumenten für Diskussionen versorgen. Mit diesen Argumenten können Sie vor dem Projekt Manager bestehen. Wir sehen diesen Beitrag als kleine Alltagshilfe für Web Designer und Usability-Spezialisten. Lesen, kopieren, nutzen. Haben Sie immer eine Antwort auf die Frage, wofür Usability gut ist parat.

1. Usability spart Geld

Die normale Website-Entwicklung: diskutieren, implementieren, veröffentlichen. Einen Schritt zurück gehen, anschauen was dabei rausgekommen ist. Sich wundern warum es nicht funktioniert, diskutieren, implimentieren, veröffentlichen. Die unendliche Geschichte.

Die Entwicklung solcher Projekte ist teuer. Und am Ende kann der Kunde nur vermuten, warum die Website nicht den versprochenen Erfolg hat. Unser alternativer Vorschlag: Analyisieren Sie die Nutzer der Website, bestimmen Sie ihre Ziele, erstellen Sie einen Prototypen, testen Sie den Prototypen, verbesseren Sie ihn, testen Sie den Prototypen erneut bis er die gesteckten Ziele erreicht. Dann implementiere die Website. Eine Imlpementation der Website die ihre Ziele erreicht, bedeutet - bessere Ergebnisse.

2. Usability bringt Geld

Die Analyse des Zielpublikums und ihre Erwartungen sind nicht neu, aber sie sind in Vergessenheit geraten. Bei der Anwendung des Prinzips der Nutzeranalyse stellen Sie sicher, dass dein Webprojekt die Nutzerbedürfnisse befriedigt.

Wenn die Website die Nutzerbedürfnisse erfüllt, ist sie nützlich. Wenn die Website nützlich ist, wird sie genutzt. Wenn Nutzer die Website benutzen, werden Sie Geld verdienen.

3. Usability schafft Loyalität

Old Economy - stellen Sie sich eine Einkaufsstrasse vor, in der alle Geschäfte die selben Waren anbieten. Wie treffen Sie deine Auswahl?

Zuerst werden Sie einen Blick auf die Angebote in den Schaufenstern werfen und dann entscheiden Sie sich. So weit so gut. Dies ist der Status des Webs. Aber, warum kaufen Siebei einem Geschäft öfter? Weil die Qualität und die Preise der Waren gut und der Service freundlich sind. Es ist ein schönes Geschäft. Und Sie fühlen sich wohl in den Räumen.

Dies ist das Einkaufsgefühl in der Einkaufsstrasse. Übertragen Sie die selben Prinzipien auf das Web und Sie habenUser Experience. Geben Sie Ihren Kunden die User Experience, die sie verdienen und sie werden wiederkommen.

4. Usability schafft Vertrauen

Würden Sie sich in einem Auto sicher fühlen, das Sie ständig über einen verhängnisvollen Fehler informiert? Würden Sie gerne eine Schlagbohrmaschine benutzen, bei der Sie eine verwirrende Anzahl von Tasten drücken müssen, um mit ihr zu arbeiten? Websites und Web-Applikationen sind weniger riskant, aber die Fakten sind die selben. Schlechtes Design verwirrt den Nutzer und lässt ihn misstrauisch werden.

Verhindern Sie überraschende Effekte. Stellen Sie sicher, dass sich alles so verhält wie der Nutzer es erwartet. Dann wird der Nutzer sich gut aufgehoben fühlen und Ihnen einen Teil seines Vertrauens schenken.

5. Usability sichert Return of Investment (ROI)

Websites und Web Applikationen, die den Nutzer in den Mittelpunkt stellen, werden nützlicher sein als solche, die den Entwickler in Mittelpunkt stellen.

Designer, die Geld in die Entwicklung von nutzerfreundlichen Websites investieren werden erfolgreiche, zufriedene Kunden haben und so durch Mundpropaganda weitere Kunden erhalten.

Jeder gewinnt. Jeder, ausser Designer, die ihre Website gestalten, ohne ihre Nutzer zu kennen. Verlierer sind natürlich auch deren Auftraggeber.

6. Usability zunehmende Transparenz

Eine umfassende User- und Task-Analyse bedeutet, das die Produktanforderungen vom Projektbeginn an klar beschrieben sind. Alle Beteiligten wissen genau, an was für einem Produkt sie arbeiten. Der Kunde kann aufgrund dieser Produktbeschreibung seine Änderungswünsche früh artikulieren. User-Tests können dann helfen zu beurteilen ob es eine grossartige Idee ist.

Urteilen Sie nicht aufgrund von Meinungen, sondern begründen Sie Ihre Aussagen auf Nutzerbeobachtungen.

7. Usability reduziert Kundendienst und Wartungskosten

Wenn der Kundendienst rotiert, weil sich die Nutzer beschweren, wird es teuer. Abgesehen davon werden Kunden, die sich beschweren nicht lang Kunden bleiben. Probleme nach dem Online-Start zu beheben ist teurer, als von Beginn an gut und nutzerorientiert zu arbeiten.

Gestalte Sie den Entwicklungsprozess so, dass die Nutzer keine Probleme mit Ihrer Website haben. Sie können dies gewährleisten, indem Sie analisieren, wer Ihre Nutzer und was ihre Ziele sind.

Vorbeugen ist besser als Heilen.

8. Usability reduziert das Risiko

In der Old Economy beinhaltet der Produktentwicklungsprozess verschiedene Stufen von Tests, Produktakzeptanzen, Fokus-Gruppen, eine lange Liste. Nur Produkte, die diesen Prozess erfolgreich durchlaufen, gehen in die Produktion.

In der New Economy ist es umgekehrt. Programmiere erst dein Produkt und frage dann den Nutzer, ob er es braucht.

Warum geben Firmen der Old Economy soviel auf die Prototypphase? Weil die Produktion von Produkten teuer ist. Keiner kann es sich erlauben einen Ladenhüter in die Produktion zu geben. Warum machen es Web Designer nicht genau so?

Gute Frage. Können Sie sich dieses Risiko leisten?

9. Usability birgt einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil

Es ist traurige Tatsache, dass selbst heute die meisten Websites nicht nutzerfreundlich sind.

Aus der positiven Sicht kann man sagen, dass unter Blinden der Mensch mit einem Auge der Führer ist. Websites mit einem akzeptablen Niveau der Nutzerfreundlichkeit werden mehr Traffic haben als die der Konkurrenz.

Solange wie Nutzerfreundlichkeit mehr die Ausnahme als die Regel ist, werden Firmen aus einer überdurchschnittlichen Nutzerfreundlichkeit ihrer Website einen großen Vorteil ziehen können.

When everyone listens to their users before coding starts, usability will be a sine qua non.

10. Usability hebt dich eine Stufe höher

Die Tage, in denen die Produktanforderung galt: Hauptsache es funktioniert, werden bald vorbei sein.

Wenn etwas nicht funktioniert - die Kunden merken es. Wenn etwas nicht richtig funktioniert - die Kunden merken auch dies.

Nutzerfreundlichkeit ist der Mehrwert, der eine Website oder Applikation über die "New Economy" hinaus trägt.

Usability eine Definition

Der Begriff Usability wird immer mehr ausgeweitet. Was ursprünglich Bezug darauf nahm, wie leicht ein Produkt zu benutzen ist, verweist jetzt auf eine Fülle von Dingen. User Centered Design (UCD), Usability Testing und in einigen besonders traurigen Fällen auf Grafik-Design.

Unsere Definition: Usability ist ein nutzerfokusierter Denkansatz in der Gestaltung. Dieser Denkansatz reicht vom interativen User-Testing bis zu der Anwendung von User-Centered-Design-Richtlinien. Bei der Entwicklung von Enterprise Level Software bis zu einfachen Websites.

Im Mittelpunkt der Entwicklung steht weder die Programmierung, der Funktionsumfang, noch die Technologie.

Im Mittelpunkt steht der Nutzer!


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Autor

  • Alfred Himmelweiss, Graham Ball

Alfred Himmelweiss ist Initator und Leiter von Usabilityreport.de. Von 2000 - 2002 war er Head of Media und Interface Design bei Intershop. Graham Ball ist Interaction Designer bei Intershop und Autor.




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