5 Tipps für effektive Contenterstellung

Die Bereitschaft regelmäßig frischen Content zu erstellen ist bei den meisten Webmastern gegeben. Doch woran scheitert die Ausführung? In den meisten Fällen liegt es an fehlender Planung oder weil Probleme bestehen, den Themenkomplex sinnvoll einzugrenzen. Einfach drauf los zu schreiben hat keinen nachhaltigen Effekt. Mit diesen 5 Tipps aus meinem 30 Tage Plan ist das Ziel, regelmäßig neuen Content zu erstellen, erreichbar.

1. Keyword Research

Um den Traffic der Webseite zu steigern ist eine vernünftige Keyword Recherche notwendig. Auf diese Weise kann ein relevanter Themenkomplex auf der Webseite aufgebaut werden. Denn verwässerte Seiten, auf denen alles Mögliche besprochen wird, haben es schwerer Traffic abzugreifen, als Seiten mit einem klaren Profil und Themenkomplex.

Der wichtigste Tipp: Nicht auf zu kurze Keywords optimieren. Das macht in den wenigsten Fällen Sinn, weil solche Suchen nicht zielgerichtet sind. Daher lieber längere Phrasen nehmen, damit die Seite qualifizierten Traffic bekommt. Ein Beispiel, wie die Suche nach dem Begriff „Loop Schal“ aussieht:

Keyword Research Loop Schal

Quelle: screenshot google.de

Wie auf dem Bild zu sehen, gibt es zwei Arten von Suchergebnissen. Auf der einen Seite den Loop Schal selber herzustellen, was in die Kategorie informationsorientierte Suchanfrage fällt. Das ist die größte Gruppe der Suchanfragearten mit knapp 80 Prozent. Auf der anderen Seite steht die Suche nach Kaufmöglichkeiten für einen Loop Schal. Diese transaktionsorientierten Suchanfragen nehmen gut 10 Prozent aller Suchanfragen ein. Die restlichen 10 Prozent sind navigationsorientierte Suchanfragen, zum Beispiel die Suche nach einer Marke oder einem Unternehmen, was hier nicht zutrifft.

Wer seine Seite nur auf das Keyword „Loop Schal“ optimiert hat, steht bei dem obigen Ergebnis vor einem Problem. Entweder existiert eine informationsorientierte oder eine transaktionsorientierte Seite. In jedem Fall werden die Suchenden nur teilweise auf die Seite klicken, je nachdem, welche der beiden Suchanfragen gemeint war. Oder noch schlimmer: Es wird versehentlich auf das Ergebnis geklickt, das Gewünschte nicht gefunden und die Nutzer springen direkt wieder zurück. Das kann negative Auswirkungen auf die Rankings der Seite haben. Daher sollte die Optimierung also auf ein etwas längeres Keyword erfolgen. In diesem Fall würden schon „Loop Schal stricken“ oder „Loop Schal kaufen“ Abhilfe schaffen, je nachdem, ob es sich um eine Info- oder Shop-Seite handelt.

Um eine Liste mit passenden Longtail Keywords aufzubauen, kann ich zwei Tools empfehlen, die sich Google Suggest bedienen, aber schneller zum Ergebnis führen. Zum einen ist das ubersuggest.org und zum anderen das Search One Keyword Tool. Hier findet man kostenlos Longtail Keywords, mit denen das Thema auf der Seite umfassend behandelt werden kann. Einfach das Haupt-Keyword wie „Loop Schal“ eingeben und man erhält viele Vorschläge für dazu passende längere Suchbegriffe. Aus diesen erstellt man nun eine erste Liste für spätere Inhalte auf der Webseite. Allerdings ist damit nur der erste Teil der Arbeit getan, denn nicht jedes Longtail Keyword kommt für Inhalte in Frage, da zum Beispiel das Suchvolumen zu gering sein kann. Und da das Ziel die Verdopplung des Traffics ist, sollte das Suchvolumen also nicht zu niedrig ausfallen oder gar überhaupt nicht messbar sein.

Aus diesem Grund muss nun der Schritt zu Google Adwords erfolgen und der Keyword Planer genutzt werden. Dort kann man die Keywords eingeben und sich das monatliche Suchvolumen anzeigen lassen. Dabei können auch andere Länder als Deutschland ausgewählt werden, wenn international agiert wird. Übrigens sollte man gerade zu Beginn am besten maximal bei einem vierstelligen Suchvolumen bleiben und da auch eher im unteren Bereich.

Generell sollte man mit seinen erlangten Keywords auch unabhängig vom Suchvolumen einen Realitätscheck machen. Sind viele bekannte und große Seiten für dieses Keyword unter den Top10, lohnt sich der Angriff hier meist erst, wenn die Seite auch ein bisschen Power aufgebaut hat. Selbst wenn das Suchvolumen eigentlich nicht so hoch ist.

Ein weiterer Vorteil des Keyword Planer liegt darin, dass bei der Eingabe eines Keywords verwandte Begriffe angezeigt werden. So finden sich Ideen für weitere Inhalte, die thematisch zur Seite passen. Auch mit der Google Suche kann man auf zusätzlichen Ideen kommen. Dazu gibt man aus der Keyword Liste einfach Begriffe bei Google ein. Ganz unten auf der ersten Seite gibt es die verwandten Suchanfragen, die weitere Ideen liefern können. Und mittels dieser Suchanfragen lassen sich wieder neue verwandte Suchanfragen finden.

Nun liegt eine erste Liste mit passenden Keywords zum Thema vor sowie eine ungefähre Vorstellung, wie viele Nutzer nach diesen Begriffen auch suchen. Verbindet man dies noch mit dem Realitätscheck, ergibt sich oft von selbst, welche Themen zuerst angegangen werden.

2. Matrix für Artikelideen erstellen

Die Keyword Recherche ist abgeschlossen und eine Reihe passender Keywords versammelt. Nun gilt es aus diesen Keywords Artikelideen zu erstellen. Ich empfehle ein Brainstorming mit mehreren Personen, weil dadurch oft neue Zugänge zu einem Thema möglich sind.

Es ist oft überraschend, wie viel sich aus einer Idee herausholen lässt. Eine einzelne Idee kann zu einer mehrwöchigen Artikelreihe führen, die auf alle Aspekte des Themas eingeht. Man muss immer auf die verschiedenen Blickwinkel achten, mittels denen sich ein Thema beleuchten lässt. Um diese Blickwinkel schneller nutzen zu können, sollte eine Artikel-Matrix erstellt werden. In dieser werden mehrere Merkmale zusammengefasst und man kann bei einer Idee checken, unter welchen Gesichtspunkten sich das Thema behandeln ließe. Dabei können folgende Aspekte zum Tragen kommen:

  • Art des Artikels (How-To, Top Liste, Kommentar…)
  • Zielgruppe ( Einsteiger, Fortgeschrittene, Webdesigner, Studenten…)
  • Format (Text, Bildergalerie, Video…)

Schon mit diesen drei Matrix Elementen kann aus einer Idee eine Vielzahl an Artikeln entstehen. Zusätzlich kann man noch schauen, was auf eine spezifische Branche bezogen weitere Blickwinkel sein können und diese der Matrix hinzufügen. Natürlich lassen sich auch einzelne Elemente der Matrix kombinieren, so lässt sich beispielsweise ein Einsteigerartikel mit Text und Video erstellen. Hubspot hat dazu eine schöne Grafik erstellt:

Artikel Matrix

Quelle: (c) HubSpot

Oft kann auch ausgehend von einem allgemeineren Artikel in weiteren Artikeln auf einzelne Aspekte dieses Übersichtsartikels näher eingegangen werden. So besteht auch die Möglichkeit für eine bessere interne Verlinkung und man hält die Leser länger auf der Seite. Das verbessert die Rankings und bringt somit den erhöhten Traffic, der das Ziel ist.

3. Redaktionsplan erstellen

Bevor die Erstellung des Redaktionsplan anfängt, geht es erst wieder einen Schritt zurück. Warum sollte man überhaupt bloggen? Auf den ersten Blick scheint dies wie Zeitverschwendung, schon die Keyword Recherche und das Erstellen der Artikel Matrix hat Zeit gekostet. Aber Bloggen kann den Unterschied zwischen der eigenen Seite und den Konkurrenten ausmachen. Blogs ziehen mehr eingehende Links an als statische Seiten, die höhere Anzahl an Unterseiten sorgt für mehr Rankings in den Suchergebnissen und Besucher vertrauen eher einer Firma, wenn diese auch bloggt. Mit einem Blog bekommt man also mehr Vertrauen und mehr Traffic. Besser geht es doch gar nicht.

Ein großes Problem ist für viele aber das regelmäßige Bloggen. „Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen“ und bei Blogs sieht es nicht anders aus. Die eigentliche Idee zu bloggen finden die meisten gut, aber an der Ausführung hapert es dann. Am Anfang kommen regelmäßig neue Artikel, doch nach zwei bis drei Monaten versiegt das Ganze. Darum empfehle ich, einen Redaktionsplan aufzustellen, damit ein fester Rhythmus da ist.

Wird WordPress als Plattform genutzt, lässt sich der Editorial Calendar installieren. Mit diesem erhält man eine Kalender Übersicht zu den geplanten Blogbeiträgen. Zudem lassen sich direkt im Kalender die Artikel verschieben oder der Status bearbeiten. Es ist möglich Artikel schon als Entwürfe anzulegen und so die nächsten Wochen im Blick zu behalten. Kommt überraschend ein aktuelles Thema in die Planung rein, lässt sich einfach ein anderer Artikel verschieben.

Redaktionsplan erstellen Editorial Calendar

Quelle: screenshot wordpress.com

Falls ein anderes Content Management genutzt wird, finden sich dort meist auch Plugins oder man nutzt ganz klassisch einen normalen Kalender. Ich empfehle da aber nicht die Papierform, sondern lieber einen Outlook, Google oder ähnlichen Kalender am Rechner. So ist dieser auf allen Geräten synchronisiert und kann mit anderen geteilt werden.

Ein Allgemeinrezept für den Redaktionsplan gibt es nicht. Wenn Ideen für eine Artikelreihe vorliegen, können diese entweder am Stück ausgeführt oder auch immer mal wieder neben anderen Artikeln eingeflochten werden. Wenn man die Artikelideen auf den Redaktionsplan übertragt, ergeben sich oft von selbst Muster. Und der Plan ist auch nicht in Stein gemeißelt, man sollte sich nicht scheuen, ruhig etwas auszutauschen oder zu ergänzen, wenn ein bestimmtes Thema gerade aktuell ist.

4. Infografik erstellen

Infografiken werden von vielen schon wieder als tot angesehen. Was aber eher daran liegt, dass sich die meisten keine große Mühe machen, wenn es um das Erstellen geht. Da werden lieblos ein paar Fakten mit Icons versehen und auf die Welt losgelassen. Doch mit einer hochwertigen Infografik lässt sich der Traffic immer noch steigern.

Der Punkt, der einiges an Zeit verschlingt, ist die Recherche für die Infografik. Hier bieten sich das statistische Bundesamt, Statista, Pressemitteilungen oder Studien (auch eigene) als erste Quellen an. Dabei kann man entweder direkt dort stöbern und sich inspirieren lassen oder mit einem Thema in die Suche starten. Dabei solltet man bei den Quellen dies besonders beachten:

  • Nach der Originalquelle suchen. Ich hatte schon einmal eine Aussage auf zehn Video Marketing Seiten gefunden, aber die Originalquelle – eine Studie – war nicht mehr auffindbar. Somit war die Aussage nicht zu belegen.
  • Manche Branchen sind sehr kurzlebig. Wer Fakten aus 2009 in 2014 heran zieht, ist bei einigen Bereichen, wie beispielsweise eCommerce, nicht mehr auf dem aktuellen Stand und arbeitet mit veralteten Informationen.
  • Wikipedia, gutefrage.net und andere Seiten mit User Generated Content sind keine Quellen. Sie können höchstens Startpunkt sein, um von dort aus die Primärquelle zu finden.

Sind alle Quellen beisammen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder sitzt der Designer Inhouse oder man ist selber in dem Bereich bewandert. Letzteres wird aber wohl eher selten der Fall sein, Seiten wie Piktochart helfen da auch nur bis zu einem gewissen Punkt, sind aber ein guter Einstieg.

Infografik erstellen

Quelle: screenshot piktochart.com

Die zweite Möglichkeit besteht darin, einen Designer anzuheuern, der die Ideen umsetzt. Auf Microlancer lassen sich Designer finden, die gute Arbeit zu fairen Kosten abliefern. Damit man aber auch mit der Infografik zufrieden ist, solltet alles genau abgeklärt sein. Es muss festgelegt werden, wie viele Korrekturschleifen es gibt, wenn Änderungswünsche bestehen. Es muss auch überdacht werden, ob das Briefing eher vage oder sehr genau gehalten werden soll. Gibt es schon konkrete Vorstellungen, sollten diese auch mitgeteilt werden, auf der anderen Seite hat bei einem vagen Briefing der Designer vielleicht eine tolle Idee. Eine perfekte Formel gibt es da nicht, ich habe schon mit beiden Ansätzen gute Resultate erzielen können, wie zum Beispiel meine Infografik zum E-Commerce Saisonkalender.

Bei der Themenauswahl sollte bedacht werden, was die Nutzer gerne lesen. Die Beispiele kommen zwar aus dem textlichen Content Bereich, gelten aber auch für Infografiken. Da wäre zum Beispiel:

  • lehrreicher Content, mit einem Augenzwinkern versehen
  • überraschender Content
  • Content, der Geheimnisse verrät
  • eine neue Perspektive auf Bekanntes
  • Content, der uns auf eine Reise nimmt

Das sind nun noch alles recht abstrakte Sachen, wer es etwas konkreter haben will, auf Infografiken bietet sich dies an:

  • Timelines, z. B. zum Thema 30 Jahre Mac
  • Vergleiche oder Unterschiede, z. B. Windows PCs mit Apples Mac
  • Beziehungen, z. B. wie der Aufstieg von Tablets das Netbook verdrängt hat

5. Infografik verteilen

Jetzt liegt diese tolle und einzigartige Infografik vor, aber nun muss noch überlegt werden, wie man diese unter die Leute bringt. Neben der Pressearbeit, die ein eigenes Kapitel im kompletten 30 Tage Plan verlangt, gibt es noch andere Möglichkeiten: Man beginnt auf der eigenen Homepage.

Dazu wird eine eigene Landingpage für die Infografik erstellt. Auf dieser soll es nur um die Infografik gehen, an Text reicht eine kurze Einleitung und der Hinweis, wie die Grafik verwendet werden kann und worum es grundsätzlich geht. Ich würde erklärenden Text, der schon Richtung Blogbeitrag geht, eher unter die Grafik setzen und nur wichtige Infos drüber. Die Grafik soll auch ohne zu scrollen schon im Beginn zu sehen sein. Ist die Landingpage erstellt, muss diese noch zur Verbreitung der Infografik aufgemotzt werden.

Ein wirklich pfiffiges Plugin ist der Social Image Hover for WordPress. Die 14$ sind gut investiert, denn er bietet den Besuchern die schnelle Möglichkeit, die Infografik in den sozialen Netzen zu teilen. Und man muss den Nutzern alles so einfach wie möglich machen, damit sich die Anzahl der Interaktionen erhöht. Auf der verlinkten Seite gibt es auch direkt noch ein Demo Video, so dass man sich im Vorfeld einen guten Eindruck machen kann.

Natürlich soll die Infografik auch auf anderen Seiten eingebunden werden. Dazu habe ich den Embed Code Generator bereitgestellt, mit dem man in Windeseile den passenden Code für das Einbetten der Infografik generiert.

Infografik verteilen

Quelle: (c) angron GmbH

Neben dem Einbettungscode auf der Landingpage und den Social Icons über der Grafik sollte man das Teil natürlich auch in den eigenen sozialen Profilen verbreiten. Das Posting sollte engagierend sein, damit Fans die Infografik liken, kommentieren oder teilen. So erhöht sich die Reichweite, weil die Grafik auch in Streams von Nicht-Fans auftauchen kann.

Fazit

Nur wer sich mittels zielgerichteter Recherche an die Contenterstellung wagt, wird eine Traffic Steigerung feststellen können. Um diese noch weiter zu steigern und auszubauen, habe ich den 30 Tage Traffic Plan aufgestellt, aus dem diese 5 Tipps stammen. Mittels des Plans ist man als Webseitenbetreiber sowohl bei der Contenterstellung, den sozialen Medien und der Verbreitung des Contents vorbereitet.

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Bildquellen

  • 01 Keyword Research Loop Schal: screenshot google.de
  • Artikel Matrix: (c) HubSpot
  • Redaktionsplan erstellen Editorial Calendar: screenshot wordpress.com
  • Infografik erstellen: screenshot piktochart.com
  • Infografik verteilen: (c) angron GmbH
  • Writer Workstation: photodune - GrDezign
Andreas Graap

Andreas Graap

Andreas Graap ist Online-Marketing Berater und Internet-Unternehmer seit 1997. Er hat bereits mehrere Online-Unternehmen gegründet und erfolgreich an meist börsennotierte Gesellschaften verkauft. Andreas bloggt auf angron.de, hält regelmäßig Vorträge auf Konferenzen und veröffentlicht Fachartikel zum Beispiel im Handelsblatt oder bei FOCUS Online.

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