Das Wellness-Programm für die Webseite

Nun wissen Sie, wo Sie stehen. Planen Sie nun, was sich ändern soll. Dabei gilt auch für Websites: nehmen Sie sich nicht zu viel vor.

Das Wellness-Programm für die Webseite

1. Ziele setzen

Ist das Ziel Ihrer Site klar definiert? Falls nicht, holen Sie das gleich nach. Sie wissen nur, ob Sie angekommen sind, wenn Sie überhaupt wissen, wo Sie hinwollen. Formulieren Sie das Ziel so konkret wie möglich. Beispiel: „Unsere Site soll den Support entlasten und drei Viertel der Kundenanfragen direkt beantworten. Von den übrigen Anfragen soll mindestens die Hälfte als E-Mail gestellt werden, damit unsere Telefon-Hotline für die komplizierten Problemfälle da sein kann.“ Oder: „Unsere Site soll potenziellen Auftraggebern unsere Produktpalette zeigen und mindestens ein Viertel der Besucher dazu bringen, per Mail oder Telefon ein Angebot anzufordern.“

Am besten ist, wenn Sie Ihre Ziele so formulieren können, dass der Erfolg leicht nachzuprüfen ist. Das geht am einfachsten, wenn Sie etwas verkaufen oder Kundenanfragen per Mail messen können. Aber es kann auch ein Ziel sein, die Verweildauer der Besucher auf Ihrer Site zu verlängern oder die Abonnenten-Zahl eines Newsletters zu steigern.

2. Besucher kennen lernen

Was wissen Sie von den Besuchern Ihrer Site? Kennen Sie deren Alter, Beruf, ihre genauen Fragen, mit denen sie auf Ihre Site kommen? Wissen Sie, ob sie zufrieden sind mit Ihrer Site? Falls Sie sich nicht ganz sicher sind, denken Sie darüber nach, Ihre Besucher besser kennen zu lernen. Die einfachste Methode dazu ist eine Umfrage auf der Site selbst. Entwerfen Sie einen Fragebogen, der in drei bis fünf Minuten ausgefüllt werden kann und keine zu persönlichen Dinge wie das Einkommen abfragt. Schenken Sie jedem Teilnehmer einen Gutschein oder verlosen Sie Sachpreise, damit genügend Besucher mitmachen.

3. Anpassen an die Besucher

Passen Sie die Site an Ihre Besucher an. Sehen Sie sich Ihren Webauftritt mit deren Augen an. Sind die Texte aus der Sicht der Besucher geschrieben, nicht aus Ihrer? Kennen sie die Begriffe, die Sie verwenden? Finden sie die Inhalte, die sie am meisten interessieren? Erstellen Sie mehr solche Seiten, wie die, die laut Logfiles am häufigsten angesehen werden. Ausnahme: Such- und Übersichtsseiten. Diese rufen die meisten Besucher auf, wenn sie etwas nicht finden. Werfen Sie auch einen Blick auf die Auswertung der Suchfunktion, wenn Ihre Site eine hat. Was sind die häufigsten Suchbegriffe? Sorgen Sie dafür, dass die dazu gehörigen Seiten leicht gefunden werden und sehen Sie für diese Themen ausreichend Material vor.

4. Aufräumen!

Entschlacken Sie Ihre Site. Seiten, die überhaupt nicht angesehen werden. streichen Sie ersatzlos. Sie machen Ihnen Mühe, weil Sie sie warten müssen und erschweren die Übersicht, weil sie es schwerer machen, die interessanten Seiten zu finden.

Steht auf solche Seiten aber etwas, das Sie für sehr wichtig halten, überlegen Sie bei jeder einzelnen Seite, warum sie nicht aufgerufen wird. Ist der Titel des Links zu ihr nicht aussagekräftig? Verstehen Ihre Besucher nicht, was damit gemeint ist? Ist der Link schlecht platziert? Oder beschreibt die Seite etwas, was Sie wichtig finden, Ihre Besucher aber nicht interessiert?

Wenn möglich vereinfachen Sie auch die Struktur der ganzen Site. Fassen Sie kleinere Unterbereiche zusammen, streichen Sie nicht unbedingt nötige und misten Sie Doppeleinträge aus. Achten Sie dabei aber darauf, Stammbesucher nicht zu verwirren. Diese haben sich vielleicht an die bestehende Struktur gewöhnt, deshalb müssen Sie hier sehr vorsichtig vorgehen.

5. Text polieren

Um Ihrer Site den letzten Schliff zu geben, nehmen Sie sich die wichtigsten Seiten vor und polieren Sie den Text. Auch hier gilt: alles rausschmeißen, was nicht unbedingt gebraucht wird! Alle Themen und Absätze, die Nebenaspekte behandeln können Sie ersatzlos streichen. Alle Sätze, die aus mehr als 20 Wörtern bestehen sollten Sie kürzen oder zumindest in zwei Sätze aufteilen. Möglichst viele Fremdwörter ersetzen Sie durch geläufige Wörter. Zwischenüberschriften und Aufzählungen geben den Seiten mehr Struktur und machen einen schlankeren Eindruck.

Dauerhaft fit dank Wartungsplan

Damit Ihre Site auch dauerhaft fit bleibt, lohnt es sich, einen Wartungsplan zu schreiben. Er beantwortet diese Fragen:

  • Wohin kommen neue Seiten?
  • Wie werden Links ausgezeichnet und formuliert?
  • Welche Bereiche/Seiten müssen regelmäßig überarbeitet werden?
  • Wie oft und wann?
  • Wer macht das?
  • Wann findet die nächste Erfolgskontrolle statt? (nach einer Überarbeitung spätestens in drei Monaten, ansonsten ca. halbjährlich)

Haben Sie Ihrer Site diesem anspruchsvollen, aber lohnenden Wellness-Programm unterzogen, ist sie nicht nur fit für den Frühling, sondern wird Ihren Besuchern und damit Ihnen für die nächsten Monate viel Freude machen.

Weitere Kapitel

Zurück zu Content Manager

Contentmanager.de Newsletter.
Bleiben Sie informiert. Wöchentlich. Kostenlos.
Jens Jacobsen

Jens Jacobsen

Jens Jacobsen ist Website-Konzepter und User Experience Consultant. Als Berater unterstützt er Unternehmen beim Planen und Erstellen von Inhalten aller Art. Er ist Autor des Buchs „Website-Konzeption“ und betreibt das Blog benutzerfreun.de.

Das könnte Dich auch interessieren...

1 Antwort

  1. 5. Juni 2019

    […] 2. Teil: Das Wellness-Programm […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

19 − 17 =