Die bessere Unternehmenswebsite


Die bessere Unternehmenswebsite

Unternehmenswebsite: Selten bin ich mit den Entscheidungen der Jury bei Auszeichnungen für Websites einverstanden. Meist wird nach Schönheit oder Neuigkeit entschieden, nicht nach der Benutzerfreundlichkeit oder nach dem Nutzen der Site für deren Betreiber.

Doch kürzlich wurden Unternehmenswebsite ausgezeichnet, bei denen ich nur voll zustimmen kann: die Erstplatzierten des „FT-Bowen-Craggs-Ranking“ sind Siemens, Shell und BP. Sie sind die Unternehmen, die weltweit die effektivsten Websites haben. Der FT-Bowen-Craggs-Index bewertet die Internetauftritte von 60 der größten Unternehmen der Welt. Dazu beurteilen Experten die Sites nach folgenden Kriterien:

  • Aufbau (Informations-Architektur, Navigation)
  • Botschaft (inhaltliche und visuelle Aussagen)
  • Kontakt (Effizienz der Kontaktaufnahme und der Informationsvermittlung)
  • Einsatz von Technologie (Video, Podcasts, interaktive Werkzeuge)

Die Sites wurden auf ihre Nützlichkeit für folgende Benutzergruppen untersucht:

  • Jobsuchende
  • Journalisten
  • Kunden
  • Aktionäre bzw. Investoren
  • Interessierte Öffentlichkeit bzw. Organisationen und Vereine

Wie genau der Index zustande kommt, ist leider nicht zu erfahren. Aber dennoch ist das Verfahren weitaus durchsichtiger als bei den meisten anderen Preisverleihungen oder Rankings. Beim FT-Bowen-Craggs-Index beurteilen mehrere Experten die Site nach einem Kriterienkatalog, der nach den eben erwähnten Bereichen aufgeteilt ist. Dabei nutzen sie keine Checkliste, sondern können individuell entscheiden, wie gut nach ihrer Meinung die jeweilige Site die Kriterien erfüllt.

Das „FT“ in „FT-Bowen-Craggs-Ranking“ steht übrigens für „Financial Times“. Diese Zeitung hat zusammen mit den Website-Experten der Unternehmensberatung Bowen-Craggs diese Methode entwickelt und dieses Jahr zum ersten Mal eingesetzt.

Die zehn besten Unternehmenswebsites:

Auffällig ist, dass in den Top Ten nur zwei amerikanische Unternehmen sind – das beste US-Unternehmen ist IBM auf Platz 7.

Es könnte sein, dass der Vorteil amerikanischer Firmen, schon früh im Web präsent gewesen zu sein, zu dem Nachteil geführt hat, dass man schon früh festgelegt war und nicht den Mut zu einem radikalen Bruch hatte. Außerdem liegt der Schwerpunkt bei amerikanischen Sites offenbar stärker auf dem Marketing: in diesem Unterbereich sind sechs US-Sites in den Top Ten.

Lernen von den Bestplatzierten der Unternehmenswebsite

David Bowen, einer der Entwickler des FT-Bowen-Craggs-Rankings, betont, dass die besten Sites nicht nur in einzelnen Kategorien hervorragend sind, sondern großen Wert auf die Details in allen Bereichen gelegt haben. So lobt er bei der Siemens-Site nicht nur den großen Umfang und die leicht durchschaubare Struktur, sondern vor allem auch den logischen Aufbau der Produktseiten und die Übersichtlichkeit bei der Kontaktseite und den Pressemitteilungen.

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Auf der Shell-Website gefiel die „Tag Cloud“, eine Darstellung Schlagworte, zu denen die Benutzer der Site am häufigsten Informationen aufgerufen haben – eine typische Web-2.0-Funktion.

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Bei BP, einem weiteren Ölkonzern, lobte Bowen vor allem die interaktiven Werkzeuge. Zum Beispiel die Anwendung zum Berechnen der persönlichen Klimabilanz mit einem aufwändig gestalteten Flash-Programm.

Das zeigt, dass die Experten keineswegs nur „langweilige Textseiten“ gut bewertet haben oder generell Flash und interaktive Elemente ablehnen. Wer also wissen will, wie man Web 2.0- und Flash-Anwendungen sinnvoll einsetzt, der sollte bei den Top Ten vorbeisehen.

Allerdings muss man da meiner Meinung nach bei www.nokia.com (Platz 4) Abstriche machen. Die Startseite besteht nur aus Flash, lädt für heutige Verhältnisse erstaunlich langsam und begrüßt mit einem überflüssigen „Welcome to Nokia Worldwide“. Dann muss man sich entscheiden, ob man etwas über „Business Solutions“, „Phones and More“ oder „Corporate Information“ wissen möchte – und das ohne weitere Zusatzinformation. Dann wartet man nach einem Klick darauf, bis sich die jeweiligen Untermenüs ausgerollt haben und darf dann den richtigen Link aussuchen.

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Will man als Deutscher zum Beispiel etwas über Telefone wissen, muss man erst „Europe“ und dann „Germany“ aus dem nächsten Untermenü wählen, bis man letztlich doch zu www.nokia.de geschickt wird – überflüssige drei Mausklicks später.

Auch die Startseite der Bank ING (Platz 8) überzeugt mich nicht ganz. Weder die hier gebotenen Informationen erscheinen mir besonders gut ausgewählt, noch finde ich mich persönlich in dem waagrechten Menü gut zurecht.

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Aber dennoch: Endlich einmal ein Ranking, bei dem nicht schöne, sondern gute Unternehmenswebsite gewinnen. Und wie die Autoren selbst schreiben: die Bestenliste soll nicht Lob verteilen, Kritik aussprechen oder Panik verbreiten, sondern zeigen, was funktioniert und was nicht. Besuchen Sie die Sites und sehen Sie sich an, wie dort die Aufgaben gelöst sind, die auch Ihre Site erfüllen sollte.

Mehr zu Erfolgsfaktoren einer Webseite oder so gestalten Sie eine Startseite richtig.

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