Webseitenziel definieren: Jede Webseite braucht ein Ziel


Site braucht ein Ziel

Wissen Sie, was Sie mit Ihrer Site erreichen wollen? Und wissen Sie auch, ob Sie dieses Ziel erreichen? Zu viele Websites werden ohne klare Zielvorstellung umgesetzt.

Es ist verführerisch, einfach loszulegen, und die vorhandenen Informationen aufzuteilen und daraus einzelne HTML-Seiten zu machen. Das geht schnell, führt aber nur selten zum gewünschten Ergebnis. Setzen Sie sich ins Auto und fahren Sie immer dort entlang, wo es gerade am besten vorangeht, kommen Sie sicher irgendwo an. Aber wollten Sie dort auch hin?

Ziele des Auftraggebers ermitteln

Im Beirag vom Januar 2004 ging es um das Briefing. Darin bekommen Sie heraus, ob Ihr Auftraggeber bereits eine Zielvorstellung hat. Dennoch sollten Sie nochmals genauer über seine Ziele nachdenken. Möchte er beispielsweise sein Image aufpolieren? Oder will er seine Service-Mitarbeiter entlasten? Darin bekommen Sie heraus, ob Ihr Auftraggeber bereits eine Zielvorstellung hat. Dennoch sollten Sie nochmals genauer über seine Ziele nachdenken. Möchte er beispielsweise sein Image aufpolieren? Oder will er seine Service-Mitarbeiter entlasten?

Wenn Ihr Auftraggeber etwas verkaufen will, fragen Sie:

  • Was genau soll verkauft werden?
  • Wie viel soll verkauft werden?
  • Wie viele verschiedene Artikel gibt es?
  • Werden die Kunden häufig wiederkommen (etwa bei Büchern oder Lebensmitteln) oder eher selten (etwa bei Haushaltsgeräten oder Autos)?

Im Zentrum steht also zunächst die Frage:

Was will Ihr Auftraggeber?

Denken Sie darüber hinaus, was er Ihnen erzählt. Ein paar Ideen:

Webseitenziel definieren: Schnittstellen finden

Gibt es bereits Datenbanken oder IT-Systeme, an die die Website angebunden werden kann? (z.B. kann ein Shop-System mit dem Warenwirtschaftssystem kommunizieren). So kann man Abläufe vereinfachen und beschleunigen.

In die Zukunft denken

Wie werden sich das Unternehmen, die Branche, das Web entwickeln? Welche Folgen hat das für die Site? Rechnen Sie mit dem Erfolg. Was passiert, wenn auf einmal nicht mehr drei E-Mails pro Tag, sondern dreihundert beantwortet werden müssen? Wie lange wird die Site online sein? Wochen (z. B. um eine Werbekampagne oder ein Ereignis zu begleiten)? Jahre (z. B. bei einer Unternehmens-Site)?

Was passiert, wenn der Auftraggeber ins Ausland expandiert? Sollen Sie auch ausländische Domains reservieren? Können Sie die Seiten leicht für eine andere Sprache umsetzen?

Macht es Sinn, spezielle Bereiche nur für bestimmte Personen zugänglich zu machen? Kann die Website die Kommunikation im Unternehmen verbessern? Man kann dafür einen eigenen Bereich vorsehen (Intranet). Auch externe Kollegen oder Mitarbeiter von zu Hause könnten darauf zugreifen. Oder der Zugang wird auch für Zulieferer oder Handelspartner geöffnet (Extranet).

Webseitenziel definieren: Zusätzlicher Kundenservice

Was kann die Site dem Kunden bieten? Neben den üblichen Firmeninformationen eventuell noch Nachrichten von verwandten Themen, aktuelle Tipps, Hintergrundinformationen, Veranstaltungshinweise, Hinweise auf Zeitschriftenartikel, Anwendungsbeispiele… Wie kann die Site die Verkaufs-Abteilung Ihres Auftraggebers unterstützen? Kann die Site den Support entlasten? Etwa durch Tipps zur Fehlerbeseitigung, Hinweisen zum Vorgehen bei Reklamationen…

Zielworkshop

Gemeinsam das Webseitenziel definieren: Nach meiner Erfahrung nehmen sich viele Auftraggeber nicht die Zeit, solche Fragen in Ruhe zu durchdenken. Daher versuche ich immer, einen gemeinsamen Zielworkshop durchzuführen. Dabei kommt man oft auf Ideen, welche die Website zu einem echten Mehrwert für die Kunden und damit zu einem großen Erfolg machen. In einer Sitzung von drei bis sechs Stunden sprechen Sie mit den Auftraggebern über die geplante Site. Ob dafür eine von Ihnen moderierte Diskussion geeignet ist oder ein gemeinsames Brainstorming müssen Sie von je nach Ihrer Einschätzung der Beteiligten entscheiden. Wichtig ist, dass die Menschen mitmachen, die am meisten über die Kunden wissen und direkten Kontakt mit ihnen haben – also Mitarbeiter aus dem Verkauf und dem Support. Sie wissen am besten, welche Fragen und Probleme die Kunden haben. Sie können berichten, wie sie Unschlüssige überzeugen und bestehenden Kunden zufrieden stellen. Es ist für den Erfolg der Site unerlässlich, dass vor allem die Entscheider (Inhaber, Geschäftsführer, Vorstände…) von der Wichtigkeit der Website überzeugt sind und sich intensiv mit ihren Zielen beschäftigen.

Da diese eng mit der Geschäftsstrategie zusammenhängt, ist es unumgänglich, dabei die Entscheider einzubeziehen. Auch bei Projekten, bei denen das Ziel klar definiert zu sein scheint, kann dieser Workshop gute neue Ideen bringen. Umgekehrt kann es aber natürlich auch sein, dass die Ideen und Ziele, die vorher noch unklar waren, in kurzer Zeit klar herausgearbeitet werden können. In jedem Fall sollte man sich die Zeit nehmen, ganz grundsätzlich nochmals über die geplante Site nachzudenken und die Ziele und geplanten Funktionen zu überprüfen. Auch wenn Ihr Auftraggeber daran bisher noch nicht gedacht hat: Profilieren Sie sich als guter Berater, der auch in die Zukunft denkt, und weisen Sie ihn auf solche Möglichkeiten hin.

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Gemeinsame Webtour

Sehr bewährt hat sich die gemeinsame Tour durch das World Wide Web. Sehen Sie sich Seiten an, die thematisch mit Ihrem Projekt zu tun haben, und Seiten, die aus ganz anderen Bereichen kommen.

…für Sie selbst

Sehen Sie die Seiten dabei nicht mit den Augen des Profis, sondern mit den Augen eines Benutzers. Sie sind ein gewöhnlicher Mensch und wissen nichts über Internet-Protokolle, Marketing, Gestaltung oder Navigations-Architektur. Werden Sie die Berufsblindheit los. Öffnen Sie Ihre Augen für neue Ideen und vor allem für die Probleme, Ansprüche und Wünsche eines Benutzers.

…für Ihre Kunden

Die gemeinsame Tour ist immer sinnvoll, auch wenn Ihre Auftraggeber schon viel Web-Erfahrung haben. Denn sie können während der Tour viel lernen – vor allem über Ihre Herangehensweise. Zeigen Sie ihnen Sites, die Sie besonders gut oder besonders schlecht finden, und fragen Sie Ihre Kunden nach ihrer Meinung. Gehen Sie darauf ein und erklären Sie ihnen, wo die Stärken bzw. Schwächen der Site liegen. Stoßen Sie Ihre Kunden dabei nicht vor den Kopf. Hat jemand zum Beispiel eine Funktion gelobt, die Sie schlecht finden, erklären Sie vorsichtig, dass diese Ihrer Meinung nach einen Haken hat. Das erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Trauen Sie sich das nicht zu, können Sie auch den umgekehrten Weg wählen: Stellen Sie die Site selbst vor und erklären Sie, was Sie gut und was Sie schlecht finden. Fragen Sie erst dann Ihre Auftraggeber nach ihrer Meinung. Mit der Web-Tour können Sie Ihre Kunden für die kritischen Punkte sensibilisieren und ihnen Ihre Kriterien für gute Websites vermitteln. Das kann dabei helfen, die wichtigste Botschaft zu vermitteln, die Sie haben: Der Benutzer einer Website steht im Vordergrund, nicht der Betreiber. Wie lange Ihre gemeinsame Tour dauert, hängt davon ab, wie viele Teilnehmer mitmachen und wie viel Zeit Ihre Kunden aufbringen möchten. Achten Sie währenddessen unbedingt darauf, ob alle bei der Sache sind. Lässt das Interesse nach, beenden Sie die Tour, auch wenn Sie noch nicht alles angesehen haben, was Sie vorhatten. Ich bereite für meine Touren zwischen fünf und acht Sites vor. Dabei wähle ich eine bunte Mischung von Konkurrenz-Sites, bekannten Sites und ausgefallenen Sites.

…und für Sie beide

Ein sehr wichtiger Effekt der Web-Tour ist es auch, dass Sie die Vorlieben und Abneigungen Ihrer Kunden kennen lernen. Lassen Sie die Auftraggeber selbst viel reden. Finden Sie heraus, warum sie manche Sites mögen und andere nicht. Oft können sie das nicht in Worte fassen, aber durch Nachhaken erfahren Sie die Vorstellungen Ihrer Kunden und bringen sie dazu, sich selbst darüber klar zu werden. Weitere Themen rund um Ihr CMS System.

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Bildquellen

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1 Comment

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