Autoren dieser Welt vereint Euch! (Nieder mit schlechten Autorenumgebungen!)


Author Experience

Die User Experience (UX) ist seit den 90er Jahren immer besser geworden, die Author Experience (AX) leider nicht.

Ich bezeichne Autoren oft als die “Verlorene Generation”. Technische Entwicklungen haben meist Vorrang. Die Bedürfnisse der Autoren werden ignoriert. Das muss aber nicht sein – es ist Zeit, dass sich Autoren Gehör verschaffen.

Inbound Marketing explodierte in den letzten Jahren. Marketingfachleute können damit effizient und kostengünstig Menschen (virtuell) ansprechen und wertvolle Beziehungen zu ihnen aufbauen.

Laut HubSpot nutzen 93 Prozent der befragten Unternehmen Inbound Marketing, um mehr Leads zu generieren. Crazy Egg und KISSmetrics Mitgründer Neil Patel schreibt, dass Content Marketing 62 Prozent günstiger sei als traditionelles Marketing, jedoch das Dreifache an Leads bringt.

Die wachsende Relevanz von Content Marketing zwingt IT-Abteilungen dazu, zu akzeptieren, dass die Autorenerfahrung den Geschäftsverlauf positiv beeinflusst und Autoren somit im Entscheidungsprozess berücksichtigt werden müssen.

Contently berichtet, dass die Mehrheit der Unternehmen Content als wichtigen Teil ihrer Marketing-Strategie ansehen. Die Hälfte aller B2C Unternehmen wollen dieses Jahr ihr Content Marketing Budget erhöhen.

Es ist also höchste Zeit, dass sich Autoren Gehör verschaffen.

Warum wurde “Author Experience” so lange vernachlässigt?

Kommunikations- und Verständnisbarrieren zwischen IT- und Marketing-Abteilungen sind oft das grundlegende Problem. Diejenigen, die Inhalte erstellen, sind häufig die letzten, die während dem “Request for Proposal” beratend hinzugezogen werden. Selbst wenn Autoren zu Wort kommen, trauen sie sich häufig nicht, auf ihren Bedürfnissen zu bestehen, da diese durch technischen Argumente beiseite geschoben werden (könnten).

Eines ist aber sicher: Techniker machen Normalsterblichen nicht absichtlich das Leben schwer, indem sie das CMS verkomplizieren. Sie haben lediglich einen Fokus auf ihre eigenen Bedürfnisse. Techniker müssen technische Fragestellungen lösen, nicht die AX verbessern. Der Creative Director von Webinsation Caleb Mellas erklärt: “Als Creative Web Community vergessen wir häufig, dass ein System für den Endnutzer funktionieren muss.”

Zunächst ist es natürlich gut so, dass diejenigen, die ein CMS entwickeln, nicht Autoren sind, sondern Programmierer. Die meisten Menschen würden sich ja auch nicht selber operieren wollen, auch wenn das Ergebnis aussliesslich sie selber betrifft. Der Author Experience Berater Rick Yagodich sagt: “Zu viele CMS werden von Leuten geschaffen, die programmieren können, die aber nicht verstehen, wie Inhalte verwendet werden. Bei einem CMS muss die Autorenerfahrung im Mittelpunkt stehen.”

Das Problem liegt nicht an den Programmierern. Entwickler richten ihren Fokus auf Erweiterbarkeit, Sicherheit und Offenheit. Was fehlt sind Spezialisten für die Author Experience – Interaktiondesigner, User Experience Spezialisten, Grafik-Designer – die in den ENtwicklungsprozess entscheidend eingebunden werden.

Was passiert, wenn wir die Autoren ignorieren?

Bei unzureichender AX leidet die Kreativität und die Produktivität der Redakteure. Inhalte werden nicht oder zu langsam erstellt, zu selten auf den neuesten Stand gebracht oder sind schlicht und ergreifend nicht so gut, wie sie sein könnten. Für erfolgreiches Inbound Marketing gilt vor allem eines: experimentieren! Wenn das schwierig ist, leidet die Webpräsenz des Unternehmens und damit der gesamte Kundenaquiseprozess. Schlechte Autorenerfahrung heißt also schlechtere Umsätze oder zumindest höhere Kosten, also weniger Profitabilität.

Nicht nur die Bedienung des CMS muss für die Redaktion einfach sein, auch die verschiedenen Elemente eines Workflows zur Unterstützung des Erstellungs- und Verwaltungsprozesses von Inhalten sollten intuitiven benutzt werden können.

Da Content Marketing den Verkauf ankurbelt, ist es im Sinne des Unternehmens, den Inhaltsproduzenten das Leben zu vereinfachen.

Wie zeichnet sich ein gutes AX aus?

Laut i-scoop gilt: “Content Marketing Software befähigt Ihr Team und Sie professionell zusammenzuarbeiten und Ihre Content Marketing Strategie zu planen/aufzustellen/zu kontrollieren/zu optimieren.” So sollte es zumindest sein.

Caleb Mellas von Webinisations gibt zu bedenken, dass eine gute AX nicht unbedingt bedeuten muss, dass die Redaktion viel Freiheit bekommt – ein CMS muss Autoren helfen, Entscheidungen zu treffen, während das Design und die Architektur der Sites geschützt ist.

Ob UX oder AX, etwas zu erleichtern bedeutet nicht unbedingt, dass es ansprechend sein muss. Ein konsistentes UI-Framework in einem CMS ist wichtig. Es kann sogar langweilig aussehen. Wichtig ist, dass es intuitiv benutzbar ist und Fehler in der Benutzung weitgehend ausgeschlossen werden oder ohne Konsequenzen bleiben.

CMS-Hersteller welche es nicht schaffen, die Komplexität aus ihrem Produkt zu nehmen und der Redaktion ein Interface zu bieten, mit dem Aufgaben schnell und einfach erledigt werden können, sollten nicht länger im Auswahlprozess berücksichtigt werden.

Aber auch hier passt nicht jeder Schuh an den gleichen Fuss. CMS-Anbieter und Implementierer müssen den Autoren die Werkzeuge in die Hand geben, die sie für ihre Branche und spezifischen Anforderungen benötigen. Das kann nur geschehen, wenn diese – idealerweise vor dem RFP – in den Entscheidungsfindungsprozess einbezogen werden. Jeder Kunde ist anders, und die Anforderungen von morgen werden sich signifikant von den heutigen Anforderungen unterscheiden. Es ist daher essentiell, dass das ausgewählte CMS hochgradig flexibel ist, und zwar gerade auch was die Autorenerfahrung, d.h. die Benutzerschnittstelle angeht.

Und das solch ein Content Management System unbedingt auch alle technischen Anforderungen erfüllen muss, ist selbstverständlich. Genau deswegen müssen IT, Marketing, Business, der Implementierungspartner und der Hersteller zusammen an einem Strang ziehen.

Wenn Autoren bereits im Auswahlprozess mit den Herstellern zusammen definieren, welche Bedürfnisse sie haben, sollte es einfach sein, ein System zu finden, welches ihre Bedürfnisse vollumfänglich erfüllt, und damit sowohl sie als auch das Unternehmen glücklich macht. Und ich wäre froh, in Zukunft statt über die “verlorene Generation” über die Renaissance der Autoren reden zu können!

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Bildquellen

  • autorenumgebung: unsplash.com - Craig Garner
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