Marketing mit Fotos in Sozialen Netzen


Marketing mit Fotos in Sozialen Netzen

Im letzten Beitrag ging es darum, wie die Fotos auf Ihrer Site aussehen sollen, wie viele und welche Sie am besten nehmen und woher Sie diese bekommen. Außerdem habe ich erklärt, wie Bilder bei der Suchmaschinenoptimierung helfen können.

Sie können Ihre Fotos aber noch weiter für Sie arbeiten lassen und sie nutzen, um damit in Sozialen Netzwerken auf Ihre Site aufmerksam zu machen.

Flickr

Anstatt nur Bloggern und Journalisten die Verbreitung Ihrer Bilder über Ihre eigene Website hinaus zu überlassen, können Sie deren Verbreitung auch selbst in die Hand nehmen. Am besten eignet sich dafür die Fotosharing-Plattform Flickr, die zu Yahoo gehört. Sie ist in erster Linie für Privatleute gedacht, die hier einander ihre Fotos zeigen können. Wenn Sie ein paar Regeln beachten, können Sie Flickr aber auch fürs Marketing nutzen.

In den Richtlinien von Flickr heißt es:
Flickr ist ausschließlich für den privaten Gebrauch gedacht. Wenn wir feststellen, dass Sie Produkte, Dienstleistungen oder sich selbst durch Ihren Fotostream vermarkten, legen wir Ihren Account still.
Seien Sie also zurückhaltend mit Produktfotos o. Ä. Flickr eignet sich zum Beispiel eher für Fotos von Veranstaltungen, die Sie organisiert haben, oder auf denen Sie waren. Oder wenn Sie zeigen, wie Ihre Produkte benutzt werden. Achten Sie aber darauf, dass Sie als Person auftreten, nicht als Unternehmen, das etwas verkaufen will. Damit liefern Sie auch den Flickr-Nutzern Mehrwert und diese fühlen sich nicht durch etwas belästigt, was sie als Werbung empfinden könnten.

Als Erstes melden Sie sich an und überlegen Sie sich gut, welchen Benutzernamen und welche URL nach dem Muster http://www.flickr.com/photos/benutzerfreund/ Sie haben möchten. Nachträglich ändern lässt sich das nicht.

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BILD: Der „Fotostream“ von benutzerfreund bei Flickr

Geben Sie auf der Profil-Seite ein paar Informationen über sich, und laden Sie auf jeden Fall ein Foto von sich als Avatar-Bild hoch. Ein Logo sieht zu geschäftsmäßig aus.

Für knapp 25 $ im Jahr bekommen Sie einen Pro-Account ohne Speicherplatzbegrenzung. Mit dem kostenlosen Zugang können Sie jeden Monat 100 MB und zwei Videos hochladen. In Ihrem Fotostream werden nur die neuesten 200 Fotos angezeigt – direkte Links zu den älteren Fotos funktionieren aber weiter. Und bei einem Upgrade auf den Pro-Account kann man auch auf die älteren Fotos wieder zugreifen. Außerdem wird ein Pro-Account nicht gelöscht, wenn Sie ihn 90 Tage nicht nutzen.

Wenn Sie Bilder hochgeladen haben, versehen Sie diese mit aussagekräftigen Beschreibungen. Sinnvoll ist es auch Tags zu vergeben, also Schlagworte, unter denen Ihr Foto gefunden werden kann.

Schließlich können Sie sich noch in den Gruppen von Flickr engagieren. Diese sind das Herz des Dienstes als Soziales Netzwerk. Hier tauschen sich Interessierte zu den verschiedensten Themen aus, laden relevante Fotos hoch und diskutieren diese. Hier gilt wie immer: Sehen Sie sich erst einmal an, was in der jeweiligen Gruppe so üblich ist, und fangen Sie dann erst langsam an, sich aktiv zu beteiligen. Die für Sie interessanten Gruppen finden Sie über die Suchfunktion auf www.flickr.com/search/groups .

Achtung Bilddiebe

Auf eines müssen Sie aber besonders bei Flickr, aber auch bei den anderen Diensten aufpassen: Ihre Bilder können meist von dem Anbieter für seine eigenen Werbezwecke genutzt werden. Für ihre kostenlosen Dienste lassen sich die Betreiber meist großzügige Rechte zur Nutzung Ihrer Medien geben. Flickr räumen Sie mit dem Abnicken der AGBs das Recht ein, alle Ihre Bilder zu Werbezwecken zu nutzen – auch dann, wenn Sie diese in Flickr selbst bereits gelöscht haben. Ausgenommen sind natürlich die als privat markierten Fotos.

Andere Foto-Sharing-Sites

Neben Flickr gibt es natürlich noch einige andere Sites, auf denen man Fotos einstellen und kommentieren kann. Die wichtigste ist Picasa , die von Google betrieben wird. Außerdem gibt es noch Zooomr . Beide kommen aber von der Reichweite her und vor allem bei der Beteiligung der Nutzer nicht an Flickr heran. Und es gibt zahllose Sites für Hobby- und Profifotografen, die aber für Marketingzwecke weniger geeignet sind – es sei denn, Sie sind Fotograf.

Twitter, Facebook und andere

Bei Twitter können Sie einzelne Bilder an Tweets anhängen. Dazu gibt es spezielle Sites wie Twitpic . Bei allen diesen Diensten laden Sie ein Foto auf einen Webserver und sie bekommen einen kurzen Link zurück nach dem Muster twitpic.com/2sikbh .

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Über die Website von Twitpic können Sie Fotos hochladen und direkt über diese twittern

Diesen können Sie dann in einem Tweet verwenden, und Ihre Follower können das Bild nun mit einem Mausklick ansehen. Mit dem Relaunch der Twitter-Website werden die Bilder nun auch direkt auf Twitter selbst angezeigt. Es gibt jetzt eine zweite Spalte rechts, in der Fotos weitere Informationen zu den aktuellen Tweets angezeigt werden. Auch Videos, etwa von Youtube, sind hier zu sehen.

Bei Facebook können Sie ebenfalls Fotos einstellen. Wenn Sie dort einen Account haben, bietet sich das an – dann können alle, die mit Ihnen befreundet sind bzw. die Ihre Fanseite „mögen“, Ihre aktuellen Fotos sehen und kommentieren.

Bei Facebook stehen inzwischen weitaus mehr Fotos als bei Flickr – 15 Milliarden im Vergleich zu 5 Milliarden Fotos. Allerdings ist die Aufmerksamkeit, die ein Foto bei Flickr bekommt, eine ganz andere. Hier steht das Bild im Mittelpunkt, bei Facebook ist das Bild nur Beiwerk.

Skitch etc.

Skitch ist ein einfaches, kostenloses Programm, um Bildschirmfotos (Screenshots) zu machen. Diese lassen sich auf Wunsch automatisch hochladen auf den angeschlossenen Bilderdienst Skitch.com, aber auch auf die eigene Website. Andere Nutzer können diese Bilder dann kommentieren und oder auf sie in Twitter, auf ihrer eigenen Site etc. verwenden.

Skitch wird vor allem genutzt von IT- und Design-Profis, die sich damit schnell austauschen. Die Community-Funktionen sind derzeit aber nicht besonders ausgebaut. Im Wesentlichen sind sie darauf beschränkt, dass jeder, der auf die Seite mit Ihrem Screenshot kommt, diesen dort direkt kommentieren kann. Eine einfache Möglichkeit, Kommentare einzusammeln, wenn man das auf der eigenen Website nicht kann oder will.

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Über die Website von Twitpic können Sie Fotos hochladen und direkt über diese twittern

Eine Alternative, die auch für Windows-Nutzer zur Verfügung steht, ist Jing von Techsmith. Mit dem kostenlosen Programm können sie Screenshots machen, einfache Hervorhebungen hinzufügen und das Ganze bei Flickr oder auf den eigenen Server via FTP hochladen. Auch das Aufzeichnen von Video (Screencasts) ist möglich. Der kostenpflichtige Pro-Account kostet 15 $ pro Jahr und bietet mehr Optionen beim Video und veröffentlicht diese ohne Wasserzeichen.

Qype etc.

Haben Sie einen Laden, eine Praxis o. Ä., dann sorgen Sie dafür, dass in den relevanten Portalen wie Qype (vor allem für die Gastronomie interessant) gute Fotos von Ihren Räumlichkeiten eingebunden sind. Sehen die Portalnutzer hier nur ein verwackeltes Foto, das einer Ihrer Kunden/Gäste mit dem Handy aufgenommen hat, bekommen sie keinen guten Eindruck von Ihnen.

Amazon, Bewertungsportale

Verkaufen Sie Produkte, stellen Sie bei Shopping-Plattformen wie etwa Amazon gute Produktfotos oder -Videos ein.

Regen Sie Ihre Nutzer (behutsam) dazu an, eigene Fotos oder Videos Ihrer Produkte zu erstellen und bei diesen Plattformen hochzuladen.

Slideshare

Haben Sie Fotos und/oder Diagramme, die ein wirtschaftliches oder technisches Thema gut illustrieren, können Sie auch eine kurze Powerpoint-Präsentation aus ihnen machen und sie in Portalen wie Slideshare einstellen. Damit zeigen Sie die Inhalte nicht nur den Nutzern dieser Portale, sondern Sie geben anderen auch die Möglichkeit, Ihre Präsentation mit wenig Aufwand ihn ihre eigenen Websites einzubauen.

Screencast.com

Bei Screencast stellen Sie – wie der Name klar macht – Screencasts, also von Ihrem Bildschirm abgefilmte Videos ein. Der kostenlose Account bietet zwei Gigabyte Speicherplatz und 2 Gigabyte Traffic pro Monat. Schön ist, dass hier die Rechtslage klar ist: Sie dürfen den Dienst geschäftlich nutzen und Sie behalten immer die vollen Rechte an dem Material.

Youtube

Sind Ihre Themen eher unterhaltsam und für eine breitere Öffentlichkeit interessant, dann machen Sie aus Ihrer Präsentation ein Video, indem Sie es als Video abspeichern und einen Sprechertext dazu aufnehmen. Am besten sprechen Sie den Text nicht selbst, das wirkt fast immer sehr unprofessionell. Für wenige Hundert Euro spricht Ihnen ein ausgebildeter Sprecher den Text, was das ganze Video seriös wirken lässt.

Widerstehen Sie aber der Versuchung, mit dem Präsentationsprogamm ein animiertes Video machen zu wollen. Das ist nicht nur extrem mühsam, den Aufwand unterschätzt man immer. Vor allem aber sehen die Ergebnisse immer unprofessionell aus. Bleiben Sie entweder bei der einfachen Präsentation, oder beauftragen Sie einen Profi mit einer kleinen Animation.

Auf Flickr können Sie übrigens auch Videos bis zu 90 Sekunden Länge einstellen.

Links

www.flickr.com
Das Soziale Foto-Netzwerk Flickr

picasaweb.google.com
Picasa, die Bilder-Site von Google

de.zooomr.com
Flickr-Konkurrent Zooomr

www.twitpic.com
Twitpic, der Bilderdienst für Twitter

skitch.com
Skitch, das simple Screenshot-Programm für Mac, inklusive Kommentarfunktion

www.jingproject.com
Jing, die Screenshot-Alternative für Mac und Windows

www.slideshare.net
Slideshare, der Austauschdienst für Präsentationen

www.screencast.com
Screencast, der Dienst für Bildschirmvideos

Youtube.com
Der Vollständigkeit halber auch der Link zu Youtube

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Bildquellen

  • Marketing-mit-Fotos: © Creativa - Fotolia.com
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