Mobile Webseite: Immer und überall für die Kunden erreichbar sein


Mobiles Netz

Mobile Webseiten: Mit der zunehmenden Verbreitung und Verwendung von smarteren Mobiltelefonen, wie die Nokia e-Series, Apple iPhones, Google G-Handies, Blackberries usw. steigt auch der mobile Zugriff massiv auf die eigene Website, aber auch der Wunsch der Anwender auf verschiedene Business-Anwendungen zugreifen zu können.

Letzte Woche habe ich dringend einen Kontakt unterwegs aus unserem CRM (Customer Relationship Management) benötigt, doch noch ist mir der schnelle Zugriff auf dieses verwehrt. Dies hat mich in meiner Arbeit eingeschränkt und da stellt sich mir die Frage, warum ist das noch nicht überall Standard?

Was ist heute schon möglich? Handheld-CSS

Wenn man heute eine Website oder ein Portal entwirft, dann kann man mit einfachen Mitteln bereits eine mobile Version dieser Website oder des Portals erzeugen lassen. Dies geht bereits mit CSS 2.0 (Cascading Style Sheets). CSS dient der Formatierung und Strukturierung von Website-Inhalte, d.h. ich kann Farbe, Größe und Sichtbarkeit von Inhaltselemente so flexibel steuern.

Mit dieser Version 2.0 kann man abhängig vom Endgerät unterschiedliche Formatierungsdateien in der Webseite zum Einsatz bringen. D.h. wenn Sie mit dem Browser auf Ihrem PC auf die Webseite gehen, sieht diese anders aus, als wenn Sie die Webseite mit Ihrem Browser am Handy besuchen.

Diese unterschiedlichen CSS-Dateien werden in den HTML-Code eingebettet. Sie sollten vorher Ihrem Webdesigner mitteilen, dass Sie eine Screen und eine Handheld-CSS haben wollen.

Der folgende HTML-Beispielcode wird im so genannten HEAD-Teil der Webseite eingebaut, den wir sehr vereinfacht darstellen. In unserem Beispiel finden wir auch eine Print-CSS, die nur beim Ausdrucken der Webseite auf einem Drucker angewendet wird:

<html>
<head>
<link href=“/Content.Node/screen.css“ rel=“stylesheet“ type=“text/css“ media=“screen“ />
<link href=“/Content.Node/print.css“ rel=“stylesheet“ type=“text/css“ media=“print“ />
<link href=“/Content.Node/handheld.css“ rel=“stylesheet“ type=“text/css“ media=“handheld“ />
</head>
<body>
… Hier kommt der echte Seiteninhalt hin …
</body>
</html>

Das sieht ja sein einfach aus – ist es auch.

In dieser Variante werden z.B. viele Elemente der Webseite, die am mobilen Endgerät den Lesefluss nur stören würden, einfach versteckt. Meist werden in diesen Varianten die Navigationselemente sehr vereinfacht am oberen Teil des Bildschirms dargestellt und dann folgt der Inhalt ohne störende Boxen rundherum.

Vorteil dieser Variante ist, dass Sie ohne viel Aufwand in Websites eingebaut werden kann.

Nachteil dieser Variante ist, dass an das mobile Endgerät der komplette HTML-Code in seiner vollen Dateigröße übertragen wird. Damit belasten Sie natürlich das Geldbörserl Ihrer Kunden, weil diese die Datenpakete bei Ihren Mobilfunkbetreibern aufbrauchen.

Wie kann ich das mobile Endgerät noch erkennen?

Alternativ oder besser noch additiv dazu verwendet man verschiedene Device-Erkennungsprogramme (Mobile Device Detection). In der Open-Source-Community arbeiten die Leute vom WURFL-Projekt an einer solchen Erkennungssoftware. Besuchen Sie die WURFL-Projektseite.

Wenn sich ein Besucher die Informationen auf Ihrer Firmenwebsite ansieht, dann schickt dessen Browser seinen „Namen“ mit. Dies ist seine Erkennungsbezeichnung, meist enthält diese den Browsertypen (Firefox, Internet Explorer etc.), das Betriebssystem und dessen Versionen. Im WURFL-Projekt wird eine lange XML-Liste entwickelt, die es ermöglicht diese User-Agents den mobilen Endgeräten zu zuordnen und diese damit erkennbar zu machen. Damit können Sie oder bessere Ihre Entwickler in Ihrem Enterprise Portal oder Ihrer Corporate Website darauf reagieren und jeweils unterschiedliche HTML-Codes bzw. Darstellungen Ihrer Inhalte ausliefern.

Wenn ein Besucher mit seinem Nokia-Handy auf Ihre Website kommt, dann meldet sich das Gerät z.B. mit dem User-Agent “ Mozilla/5.0 (SymbianOS/9.1; U; [en-us]) AppleWebKit/413 (KHTML, like Gecko) Safari/413″, dann kann Ihre CMS-Software oder Portal-Software darauf reagieren und sagt sich: „Ah, ein Handy, jetzt schicke ich nur die vereinfachte Version der Website raus, aber mit dem mobilen Werbe-Bannern“.

Alternativ dazu haben wir im Internet ein sehr nettes Script in PHP gefunden (gibt’s auch in anderen Script-Sprachen), welches die mobile Endgeräte Erkennung (Mobile Device Detection), obwohl so einfach, sehr zuverlässig durchführt. Man muss dazu aber anmerken, dass sich das Script entgegen dem WURFL-Projekt nicht weiterentwickelt und irgendwann veraltet sein wird, aber aktuell tut es sehr gute Dienste und ist sehr zuverlässig. Sie können dieses Script im Gentics Labs Bereich finden.

Ist das mobile Endgeräte (iPhone, Google Handy (Android), Nokia e-Series, Blackberry oder welches auch immer) erkannt, dann können Sie verschiedene Teile Ihrer Seite oder Portlets (kleine Portalanwendungen) in Ihrem Enterprise Portal ausblenden. Wieder muss der Besucher und potentielle Kunde viel weniger Datenmenge herunterladen und Sie schonen seine Bandbreite.

Wo ist die Maus bei meinem Handy?

Die Benutzerführung am Handy ist ein weiterer spannender Bereich, weil diese hat sich verändert. Die Steuerung in Websites auf mobilen Endgeräten funktioniert anders als Sie es von Ihrem Computer gewohnt sind. Deshalb sollten dynamische Spielereien, wie z.B. AJAX (Asynchronous JavaScript and XML), wo man Elemente der Website herumfliegen lässt und umfangreiche Scrollambitionen eingeschränkt werden. Umso schneller der Besucher zum gesuchten Inhalte findet, umso dankbarer wird er sein (das gilt aber nicht nur für die mobilen Endgeräte :).

Gibt es noch etwas außerhalb von mobilen Inhalten?

In meinen Recherchen zum mobilen Markt und seinen Entwicklungen habe ich einige sehr interessante Gespräche geführt und eines davon mit Martin-Hannes Giesswein (Head of Nokia Retail Alps Southeast Europe). Er sieht den nächsten Schritt nach dem mobilen „Browsing“ in der breiten Verwendung von Widgets auf Mobiltelefonen.

Ein Widget ist ein zeitsparendes Element auf dem Standardbildschirm des Mobiltelefons, über den der Nutzer eine maßgeschneiderte Internetapplikation aufruft (z.B. kann man sich im Reuters-Widget die aktuellen Reutersmeldungen anzeigen lassen, aber es können auch Anwendungen als Widgets programmiert werden).

Ein Widget sollte mit geringerem Aufwand programmiert werden können als eine Vollapplikation, weil es auf den Elementen des mobilen Internetbrowsers aufbaut. Mit der Verbreitung von Widgets steigt die Einfachheit des Internetnutzens am Mobiltelefon, weil PC orientierte Konzepte wie URLs tippen oder der Verbindungsaufbau in den Hintergrund verschwinden. Wer schon mal eine lange URL am Handy getippt hat, der weiß wovon ich spreche.

Stellen Sie sich vor, dass Sie die häufigsten, mobilen Abfragen aus einem Content Management Systems auf dem Bildschirm des Handys integrieren und im Hintergrund alle 10min aktualisieren. Somit erhält der User einen Push-Stream der für ihn relevantesten Informationen.

Weiterer Vorteil der Widgets ist, dass Sie Änderungen des Widgets einfach per einfachem Downloadlink per SMS neue Version an den Nutzer liefern können. Nachteil dieser Technologie ist die verschwindende Standardisierung der Anwendungen, die durch HTML und Internet-Browser geschaffen wurde, da die Widgets meist abhängig vom Hersteller der mobilen Endgeräte sind.

Beispiele für Widgets findet man unter www.nokia.com/widgets oder mobil unter widgets.nokia.mobi

Wo bin ich gerade? Gib mir einen lokalisierten Inhalt!!!

Laden Sie sich einmal das Google-Handy „Android“ SDK (Software Development Kit) herunter und experimentieren Sie mit der Geolocation (Erkennung der Position, wo sich das Handy und damit meistens auch Sie gerade befinden). Oder Sie installieren sich Google Maps auf Ihrem Handy und versuchen die neue Funktion „Latitude“ aus. Finden Sie heraus, wo sich Ihre Freunde gerade befinden (oder Ihre Vertriebsmitarbeiter). Wenn Sie nicht schon überrascht sind, dann werden Sie noch sehr staunen.

Wie bekommt Google auf meinem Handy eine so genaue Lokalisierung hin? Entweder Sie haben schon ein aktuelles Handy mit GPS (Global Positioning System) für eine sehr genaue Lokalisierung oder Ihre Position wird über die sogenannte Triangulierung ermittelt (es werden drei Sendemasten bestimmt, deren Position ist meist bekannt und dadurch kann man Ihren Standort berechnen).

Mobile Webseite – Gibt es dazu auch eine Standardisierung?

Wie zu fast allem im Internet hat auch hier das W3C eine Geolocation Working Group gegründet und arbeitet an Standards für die Positionierung, aber auch an Formaten für die Auszeichnung von Contents / Informationen mit Geopositionsdaten.

Ist das alles?

Aus meiner bescheidenen Sicht stehen wir am Anfang der Entwicklung und des Siegeszuges der mobilen Geräte. Ich will hier nicht lange philosophieren über meine Vorstellungen, dass die Handies bald so leistungsstark sein werden wie unsere heutigen Laptops und wir diese nur noch an einen Bildschirm, evt. Maus und Tastatur anschließen müssen und schon haben wir einen vollwertigen Arbeitsplatz. Aber Sie sollten die Entwicklung am mobilen Markt nicht aus den Augen lassen, weil vermutlich auch Ihr Geschäftsmodell sehr bald von den dortigen Veränderungen betroffen sein wird.

Was heißt das jetzt für mein Unternehmen und meine Inhalte?

Wer heute Google Maps verwendet, der weiß, dass in Zukunft Inhalten, die von der Positionierung des Besuchers abhängen, eine sehr wesentliche Rolle spielen werden. Wenn Sie sich heute unterwegs über ein Produkt informieren, dann wollen Sie wissen, in welchen Shops in Gehreichweite oder maximal 10 Minuten Autofahrt dieses Produkt verkauft wird und lagernd ist. Sie wollen ja in Wien nicht die Informationen über die Parkbestimmungen aus Innsbruck erhalten, oder?

Derzeit haben noch nicht sehr viele Content Management System Hersteller auf diesen Trend reagiert und Ihren Fokus auf die Implementierung der Standards zur Erstellung von Inhalten mit positionsrelevanten Informationen gelegt. Aber das wird aus meiner Sicht sehr bald folgen.

Der erste Anlauf der LBS, der Location Based Services, konnte noch nicht so richtig überzeugen, aber jetzt wo es einfach ist auf die Positionsdaten des jeweiligen Endgerätes zu zugreifen, wird die Nutzung spannende Services verbunden mit Contents hervorbringen und ich warte auf den Moment, wenn der Mobile-Advertising-Markt den Web-Advertising-Markt einholt.

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Bildquellen

  • Mobiles-Internet: photodune.net - jannoon028
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