Mobile Payment


Online Shopping
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Viele Vorteile mit einigen Hürden in der Praxis

Jeder shoppt – egal ob online oder offline. Immer neue Payment-Lösungen kommen auf den Markt und entwickeln sich, mal mehr und mal weniger, zu echten Alternativen. Mobile Payment mit dem Smartphone ist in aller Munde. Hiermit wachsen On- und Offline zusammen und ermöglichen sowohl Händlern als auch Kunden Flexibilität. Bezahlen per QR-Code, mit NFC-tauglichen Endgeräten oder per Kartenlese-Adapter – die Alternativen sind da, aber welche setzt sich am Ende durch?

Aktuelle mobile Bezahlmöglichkeiten

Der Analyst Gartner sagt voraus, dass der weltweite Mobile Payment Markt im Jahr 2017 über 450 Millionen Nutzer mit einem Transaktionswert von mehr als 721 Milliarden Dollar haben wird. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 18 Prozent bei den Nutzern und 35 Prozent beim Transaktionswert für den Zeitraum von 2012 bis 2017.

Wie sehen aktuell die mobilen Bezahlmöglichkeiten aus? Near Field Communication (NFC) – eine Technologie, die zum Beispiel die Bahn mit ihrem Touch and Travel-Angebot nutzt, sollte den großen Durchbruch in diesem Bereich bringen. Allerdings muss man über ein NFC-taugliches Smartphone verfügen, um den Service nutzen zu können. Hier sind viele Endgeräte-Hersteller noch sehr zurückhaltend. So unterstützt zum Beispiel das populäre Apple iPhone die Technologie immer noch nicht. Somit wird NFC in naher Zukunft nicht den gewünschten Erfolg bringen. Gartner prognostiziert für das Bezahlverfahren einen Anteil von nur 2 Prozent am gesamten Mobile Payment-Transaktionswert in 2013.

Online und offline sind vernetzt

Ganz anders hingegen sieht es bei QR-Codes aus: Ihr deutlicher Vorteil gegenüber NFC ist die Tatsache, dass Händler mit allen mobilen Kunden in Kontakt treten können, denn zur Nutzung der Codes benötigt man lediglich ein Smartphone und eine App zum Scannen der QR-Codes. Hier besteht also die Möglichkeit, online und offline miteinander zu vernetzen. Die Einsatzmöglichkeiten sind dabei vielfältig:

EDEKA macht es bereits in einigen Pilot-Filialen vor: Der Kunde lädt eine App auf sein Smartphone, registriert sich und legt einen PIN-Code fest. Beim Bezahlen wird durch Eingabe dieses PINs ein Barcode generiert, der an der Kasse eingescannt werden kann und damit die Bezahlung auslöst.

Auch die PayPal QRShopping-App geht in eine ähnliche Richtung. Der QR Code wird eingescannt, mit der App via PayPal bequem bezahlt und die Bestellung nach Hause geliefert. Deichmann hat hierzu schon Feldversuche an Bushaltestellen und City lights gemacht. Positiv an dieser App: Wie auch bei online Transaktionen, greift der PayPal-Käuferschutz.

Ideale Payment-Lösungen für kleine und mittlere Händler bieten mobile PoS-Services von Anbietern wie iZettle, Payleven und Square. Hier wird ein Adapter zum Lesen von Kreditkarten an ein Smartphone oder Tablet angeschlossen, welche dann als Kasse fungieren. Deutsche Händler set-zen bei dieser Option auf „PayPal here“, da sie sich vom riesigen Kundenstamm des Payment-Anbieters und einer ganzheitlichen Zahlungsmöglichkeit (online und mobile kombiniert) die beste Akzeptanz versprechen.

So funktioniert Mobile Payment in der Praxis

Wie so oft ist die USA auch in Sachen Mobile Payment Europa ein Stück voraus. Hier kämpfen Square, Google Wallet, Isis und andere Anbieter um die Gunst des Konsumenten. Allerdings ist keiner so erfolgreich wie die Starbucks-App. Der Kaffee-Riese generiert in den USA mehr als 3 Millio-nen mobile Bezahl-Transaktionen pro Woche. Der Kunde kann wählen, ob er eine digitale wiederaufladbare Art Geschenkkarte für die Bezahlung nutzt oder mit dem PoS-Service Square, an dem Starbucks beteiligt ist, seine Kreditkarte belastet.

Der Erfolg von Starbucks ist vor allem dadurch zu erklären, dass die Kette die Bezahloptionen konsequent in allen Filialen anbietet und dem Kunden somit eine verlässliche Alternative garantiert, die er überall und nicht nur punktuell einsetzen kann.

Neue Payment-Optionen haben es schwer

Trotz aller Vorteile in Sachen Bequemlichkeit und Schnelligkeit sind viele Kunden immer noch skeptisch. Laut einer Umfrage des ECC Köln und der Hochschule Aschaffenburg haben nur 5,8 Prozent der Befragten in Deutschland, Österreich und der Schweiz in einem stationären Geschäft schon einmal mit ihrem Smartphone bezahlt. Vor allem der Sicherheitsaspekt lässt Einkäufer zurückschrecken: 56 Prozent aller Smartphone-Nutzer finden das mobile Bezahlen zu unsicher, 39 Prozent lehnen es sogar grundsätzlich ab.

Dabei wird das Handy sehr wohl zum Shoppen genutzt. 63 Prozent der Verbraucher haben schon einmal Waren oder Services über das Smartphone gekauft. Bei der Bezahlung dominieren aber die Standard-Bezahlverfahren PayPal und Kreditkarte. Fast 75 Prozent der Befragten möchten beim mobilen Shoppen genauso bezahlen wie im Online-Shop. So haben es neue Payment-Optionen schwer.

Bitcoins als Währung der Zukunft?

Vielleicht sind Bitcoins die Währung der Zukunft. Hierbei handelt es sich um eine dezentrale digitale Währung, die nach der Finanzkrise 2009 eingeführt wurde. Das besondere ist, dass sie nicht von Banken oder Staaten herausgegeben, sondern durch hochkomplexe Berechnungen von einem Computer-Netzwerk geschöpft wird. Die Gesamtmenge an Bitcoins ist auf 21 Millionen beschränkt.

Nach Berechnungen ist dieser Betrag aber erst im Jahr 2130 erreicht. Die virtuelle Währung kann über diverse Internet-Börsen gekauft und dann gegen digitale Güter oder echte Währungen eingetauscht werden. Die Vorteile: die Währung ist absolut fälschungssicher und unabhängig von Banken und Staaten, auch Bankgebühren fallen nicht an. Andererseits besteht auch das Risiko von schwankenden Umrechnungskursen und Spekulationsblasen durch große Auf- und Verkäufe.

Ebay prüft gerade den Einsatz in Kombination mit PayPal. Ansonsten sind die Akzeptanz-Stellen von Bitcoins im Internet noch recht dünn gesäht. Zum Beispiel bietet die Zimmervermittlungs-Plattform 9flats.com die Bezahlung mit Bitcoins für Sofortbuchungen an. Ein interessantes Offline-Bitcoins-Projekt findet man in Berlin: Im Bitcoinkiez kann man sein reales Bier mit virtuellen Coins bezahlen.

Händler und Kunden müssen überzeugt sein

Mobile Payment wird sich langfristig durchsetzen, wenn sowohl Händler als auch Kunden davon überzeugt sind und einen Mehrwert in den neuen Bezahlmöglichkeiten sehen. Händlern geht es in erster Linie darum, dass sie Prozesskosten sparen, die mobilen Optionen einfach in bestehende Systeme integrierbar sind und der Kunde durch die neuen Möglichkeiten mehr Geld ausgibt. Nutzer sehen einen Mehrwert darin wenn ihnen zusätzliche Services geboten werden. So können Coupons und Rabatte über die App angezeigt werden, die beim Bezahlen direkt abgezogen werden. Auch die Einrichtung von Express-Kassen oder weitere VIP-Services für Kunden, die per Smartphone bezahlen, wären denkbar.

Big Player haben sich schon etabliert

Langfristig erfolgreich werden auch solche Systeme sein, die die Zahlvorgänge im stationären Geschäft und im Web-Shop vereinigen und eine stringente all-inclusive-Lösung bieten. Hier sind die Big Player PayPal, Google und AmazonPayment ganz weit vorne. Wichtig ist auch, dass nicht zahlreiche kleine Insel-Lösungen kreiert werden, die jeweils nur für eine Marke nutzbar sind, sondern einen umfassenderen Einsatz ermöglichen und somit die Bezahlaktion nicht verkomplizieren sondern vereinfachen.

Wer den Hype nutzen will, um sich Wettbewerbsvorteile im Kampf um den Konsumenten zu sichern, muss sich vor allem auf eben diesen konzentrieren und wissen, was ihm wichtig ist. Viele Neu-Entwicklungen gehen am Kunden vorbei, weil sie zu kompliziert oder unsicher sind. Wer sich auf dem Markt durchsetzen will, muss im Leben der Kunden stattfinden und nicht losgelöst davon agieren.

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1 Comment

  1. 6. März 2015
    Antworten

    Das Interesse an Mobile Payment ist defintiv da und mittlerweile gibt es ja schon einige viele Anbieter. Wer sich alledings tatsächlich auch auf Dauer auf den Markt etablieren kann, wird die Zeit zeigen. Ich jedenfalls bin sehr gespannt, wie sich dieses ganze Thema in Zukunft noch entwickeln wird.

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