Unsere Lieblingsfehler im Web – nichts Neues


Unsere Lieblingsfehler im Web – nichts Neues

Die Tage werden kürzer, das Wetter schlechter, die Luft kälter. Und auch der Stand der Benutzerfreundlichkeit im Web bietet wenig Trost. Der wohl prominenteste Usability-Experte, Jakob Nielsen, führt in seiner aktuellen Kolumne „Alertbox“ die zehn häufigsten Usability-Probleme im Web auf. Traurigerweise kann er uns wenig Neues berichten: Alle zehn Probleme sind alte Bekannte. Nielsen bestätigt, was die meisten von uns beim Testen von Websites beobachten – oder auch dann, wenn sie selbst im Web unterwegs sind: die gleichen Fehler werden noch immer wieder und wieder gemacht.

Mit unter den Top 10: schlechte Lesbarkeit von Text, unklare Links, nicht fürs Web aufbereiteter Text, unüberlegter Einsatz von Flash.

Dazu passt die Anekdote von Deborah J. Mayhew, die auf einer Party ihren Job als Usability-Beraterin so erklärte: „Ich sorge dafür, dass das Web leichter zu benutzen ist. Dass man findet, was man sucht und man sich nicht mehr mit schlechten Sites herumärgert.“ Ihr Gesprächspartner antwortete: „Oh, prima, wann fangen Sie damit an?“

10 gute Taten

Verfallen wir also nicht in die Herbstdepression, sondern arbeiten wir weiter daran, das Web besser zu machen. Denn trotz dieser Nachrichten ist klar: das Web wird benutzerfreundlicher. Und jeder von uns kann dazu beitragen. Daher folgt nun nicht die Liste mit Nielsens Fehler-Top 10, sondern eine daran angelehnte Liste mit zehn guten Taten, die jeder von uns an jeder Website vollbringen kann:

1. Gute Lesbarkeit
Verwenden Sie keine festen Schriftgrößen, so dass die Benutzer selbst entscheiden können, wie groß sie die Schrift auf den Seiten sehen möchten. Sorgen Sie für einen guten Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund. Meiden Sie Serifen-Schriften wie Courier und Times. Halten Sie Sätze und Absätze kurz, gliedern Sie die Texte mit Zwischenüberschriften und Listen.

2. Eindeutige Links
Ein Link sollte wie ein Link aussehen. Halten Sie sich am besten an die Gepflogenheit, Links unterstrichen darzustellen. Formatieren Sie Links aber in jedem Fall deutlich anders als den Fließtext. Unterscheiden Sie besuchte und noch nicht besuchte Links. Benutzen Sie keinesfalls die Formatierung, die Sie für Links gewählt haben, für anderen Text.

3. Überlegter Einsatz von Flash
Verwenden Sie nur dann Flash, wenn dadurch ein echter Zusatznutzen entsteht. Etwa bei einer komplexen Anwendung, die mit HTML und JavaScript nicht möglich ist. Oder eine beeindruckende Animation, wenn sie zu Ihrer Branche und zu Ihrer Firma passt – was selten der Fall ist. Eine langweilige Site wird durch unnötige Animationen nicht besser, im Gegenteil. Es entsteht meist der Eindruck, dass Sie über fehlende Substanz mit überflüssigem Schnickschnack hinwegtäuschen wollen.

4. Web-optimierter Text
Bereiten Sie Ihre Texte für das Web auf.

5. Komfortable Suchfunktion
Hat Ihre Site mehr als 50 bis 100 Seiten, bieten Sie eine Suchfunktion an. Sorgen Sie dafür, dass sie sinnvolle Resultate liefert.

6. Unterstützung verschiedener Browser
Zwingen Sie Ihre Besucher nicht, mit dem Internet Explorer unter Windows zu kommen. Das wäre wie eine Tankstelle, bei der nur Autos tanken können, die mit Super fahren und den Tankdeckel auf der rechten Seite haben. Zumindest unter Firefox, Safari und Opera sollten Ihre Seiten ebenfalls problemlos zu bedienen sein.

7. Gute Formulare
Ein Formular ist umso besser, je kürzer es ist. Verwenden Sie gebräuchliche Namen für die Formularfelder und zwingen Sie die Benutzer zu so wenigen Angaben wie möglich. Vermeiden Sie Popup-Listen. Es ist bequemer, wenn man alle Optionen auf einmal sieht und die Auswahl mit einem schnellen Klick treffen kann.

8. Deutlich platzierte Kontaktdaten
Platzieren Sie so deutlich wie möglich auf jeder Seite einen Link zu Ihren Kontaktdaten. Schreiben Sie den Benutzern möglichst nicht vor, wie sie mit Ihnen kommunizieren. Geben Sie Telefon, Fax, Postadresse und E-Mail an. Wenn Sie möchten, können Sie zusätzlich noch ein (gutes) Kontaktformular vorsehen.

9. Flexible Layouts
Lassen Sie den Benutzern die Freiheit, die Fenstergröße beliebig zu verändern und sorgen Sie dafür, dass der Text die ganze Fenstergröße ausnutzt. Das gilt auch für Popups.

10. Meiden Sie Popups
Generell sollten Sie Popups so sparsam wie möglich einsetzen. Als Werbeform sind sie unbeliebt und zunehmend wirkungslos, da viele Benutzer inzwischen einen Popup-Blocker einsetzen und diese gar nicht zu Gesicht bekommen. Es gibt keinen gewichtigen Grund, warum etwa ein größeres Produktfoto nicht auf einer vollwertigen Seite zu sehen sein soll. Zeigen Sie solche Informationen daher nicht in Popups, sondern machen Sie diese über gewöhnliche Links im aktuellen Browser-Fenster verfügbar. Nur wenn Sie zu externen Sites oder zu PDF-Dokumenten verlinken ist es sinnvoll, diese in einem neuen Fenster anzuzeigen. So landet ein Benutzer, der dieses Fenster schließt, wieder auf Ihrer Site.

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Fazit

Beherzigen Sie diese zehn Regeln, haben Sie die zehn am häufigsten genannten Fehler vermieden und dazu beigetragen, dass das Web weiter benutzerfreundlich wird. Da wird sich nicht nur Herr Nielsen freuen, sondern auch die Benutzer Ihrer Site, und der goldene Herbst kann kommen!

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