Whatsapp und Facebook: die ersten Datenschutzbeauftragten der Länder melden sich zu Wort


Eine Woche ist es nun her, dass der mittlerweile zum Facebook-Konzern gehörige Messengerdienst WhatsApp aktualisierte Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen herausgegeben hat, die es ihm grundsätzlich ermöglichen, Accounts der beiden Dienste miteinander zu verknüpfen.

Während WhatsApp als Grund dafür angibt, verbesserte Erlebnisse ermöglichen zu wollen, gehen nicht nur bei hartgesottenen Datenschützern alle Alarmglocken an. Es geht nicht nur, wie anfänglich kolportiert, um die Weitergabe der Mobilfunknummer des Users, prinzipiell geht es vielmehr darum, alle Daten eines Whatsapp-Benutzers an Facebook durchzureichen.

Was sagen eigentlich die Datenschutzbeauftragten der Länder dazu?

Johannes Caspar, Hamburg, für Facebook zuständig, kündigt im Gespräch mit heise online an, die geplante Datenübertragung genau unter die Lupe nehmen zu wollen:

Da weder eine Einwilligung noch ein Widerspruch Betroffener gegen die Übermittlung der Mobilnummer der Betroffenen eingeholt wird, ist eine aufsichtsbehördliche Prüfung geboten.

Auch der Datenschutzbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern, Reinhard Dankert, hat in einer Pressemeldung Stellung genommen:

WhatsApp ändert erneut seine Nutzungsbedingungen und auch diesmal wieder zu Lasten der Privatsphäre der Nutzer …

Nachdem WhatsApp vor über zwei Jahren für rund 19 Milliarden Dollar von Facebook übernommen wurde, scheint jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein, um die wertvollen Nutzerdaten verwenden zu können.

WhatsApp? What´s that?

Alle anderen Datenschutzbeauftragten der Länder und auch Andrea Voßhoff, Bundesbeauftragte für den Datenschutz, haben entweder keine Meinung, müssen sich diese noch sehr genau überlegen oder halten das Thema nicht für wichtig genug, um darüber etwas zu veröffentlichen.

Als User gibt es derzeit noch die Möglichkeit, der Datenweitergabe zu widersprechen. Dies gilt zumindest für Bestandskunden. Neu angemeldete WhatsApp-Nutzer sind schon alternativlos.

WhatsApp-Alternativen?

Salopp gesagt sind Alternativen für WhatsApp so brauchbar wie Alternativen für Facebook. Es gibt sie, sie sind oft besser, meistens sicherer, selten viel teurer, aber: keiner dort, mit dem man schreiben kann. Die folgenden zwei Apps hätten möglicherweise das Zeug um Thronfolger:

Threema

Threema ist dank Edward Snowden schon länger als Alternative bekannt, Server und Unternehmen stehen bzw. sitzen in der Schweiz; die Mache haben sich nach eigenen Angaben vor allem dem Datenschutz verschrieben. Der werbefreie Messenger kostet je nach Betriebssystem zwischen 2 und 3 Euro.

Signal

Signal ist kostenlos, werbefrei und tatsächlich von Edward Snowden empfohlen. Dahinter steht der weltbekannte Sicherheitsforscher Moxie Marlingspike, dessen Unternehmen spendenfinanziert ist. Der Code der App ist als Open Source auf Github verfügbar.

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